ANNIHILATOR   HARLOTT   ARCHER  
21.10.2015 @ Szene

ANNIHILATOR, die kanadischen Götter des Thrash Metal, veröffentlichten gerade ihr neustes Werk „Suicide Society“ auf dem Jeff Waters wieder als Sänger zu hören ist. Gemeinsam mit dem Drummer Mike Harshaw, dem zurückgekehrten Bassisten Cam Dixon und neuem Gitarristen Aaron Homma steht Jeff Waters auf der Bühne, um zu rocken. Mit ihrer Europe In Blood Tour machten sie in der Szene Wien halt und versammelten alle Thrash Metal Fans östlich der Alpen.

Obwohl auf der Running Order neben dem Eingang zur Konzerthalle etwas anderes stand, eröffneten ARCHER als erste Vorband die Show. Das Heavy Metal Trio aus Santa Cruz, Kalifornien, brachte im Juli 2015 ihr drittes Album „Culling The Weak“ auf den Markt. Die Band bestehend aus Sänger und Gitarrist Dylan Rose, dem Bassisten David Da Silva und dem Drummer Keyhan Moini, sie sind zwar technisch ganz gut, aber ihnen fehlte einfach das gewisse Etwas um die Meute im Saal mitzureißen. Die Melodien wirkten teilweise etwas plump auch wenn sich Gitarrist Rose viel Mühe gab, vielleicht sollte er sich primär auf den Gesang konzentrieren und zur Verstärkung einen zweiten Gitarristen anheuern. Zu den Highlights gehörten das langsamere Lied „My Atrocity“ und das Titellied des neuen Albums „Culling The Weak“.

Die wirkliche Überraschung des Abends waren HARLOTT, eine Old School Trash Metal Band aus Melbourne, Australien. Bereits vor dem Konzert konnten wir uns mit Sänger Andrew Hudson unterhalten, der im Gastgarten der Szene hinter der Tiki Bar stand und uns zu überzeugen versuchte sein Album zu kaufen. Ihr neues Album wurde zu Beginn des Jahres in Australien veröffentlicht und erschien in Europa bei Metal Blade Records im September 2015. Der ziemlich lustige und gesprächige Andrew meinte, dass er hier draußen stehen müsste, da die Bands vom amerikanischen Kontinent keine Australier mögen. Dennoch lieferte die Band dann beim Konzert feinsten 80ies Bay Area Thrash Metal ab und Andrew war nicht wieder zu erkennen.





Ich denke, dass die Band ein ziemlich großes Potential hat ihre Fangemeinde zu erweitern, vor allem bei den Liebhabern der goldenen Zeiten des Metal. Neben Andrew Hudson der für Gitarre und Vocals verantwortlich ist, besteht die Band aus Drummer Tim Joyce, Bassisten Thomas Richards und Leadgitarristen Ryan Butler die sich beim Konzert ordentlich ins Zeug legten. Neben dem Sound erinnert der Gesang auch stark an jenen von Tom Araya (SLAYER). Die Songs ihres neuen Albums, wie „Profileration“, „Lord Of War“ oder „Civil Unrest” gingen nicht nur ins Ohr sondern erweckten auch einige Headbanger unter der Meute im Saal. Es lohnt sich auf jeden Fall HARLOTT einmal gehört zu haben, auch wenn ihre Musik nicht unbedingt innovativ ist, haben sie eine solide Show inszeniert und wir werden den Werdegang der sympathischen Australier für euch weiterverfolgen.

Lang ersehnter Hauptact des Abends ANNIHILATOR eröffnete die Show mit „King Of The Kill“ und brachte damit auch gleich den gesamten Saal zum Kochen. Danach folgten drei Songs vom neuen Album „Suicide Society“, wobei „Snap“ als Einstieg ziemlich gut gewählt war und Jeff Waters zeigen konnte was er heutzutage noch so alles drauf hat. Die Ansagen zwischendurch zeigten, dass in Jeff einfach der geborene Entertainer steckt, der nicht nur gute Studio Alben produzieren kann, sondern auch auf der Bühne eine gelungene Show abliefert. Man merkt einfach, dass ihm die Musik Spaß macht, auch wenn er sich dabei selbst unter Kritik nimmt und während des Konzertes gesteht, dass er nicht gerade der beste Sänger ist. Doch langjährige ANNIHILATOR Fans mögen ihm dies verzeihen und die Stimmung im Saal bewies, welche Kraft hinter ihrer Musik steckt. Spätestens bei „Refresh The Demon“ war die gesamte Menge am Gröhlen und Bangen.





Gleich darauf konnte Mike Harshaw zeigen, was er am Schlagzeug so drauf hat und begeisterte mit einem mehrminütigen Drum Solo, das die Wände der Szene vibrieren ließ. Mit quietschenden Gitarren wurde der wahnsinnige „Brain Dance“ eröffnet, gefolgt von „Phantasmagoria“ und einer tobenden Menge im Moshpit. Danach folgte der Song über das beste Essen der Welt „Chicken & Corn“ und für die Macaroni Maniacs „Kraf Dinner“. Nach „21“ und „Reduced to Ash“ kann schlussendlich auch jenes Lied, welches auch alle nicht ANNIHILATOR Fans mit Sicherheit kennen: „Alison Hell“. Obwohl dieser Song zum Mitsingen prädestiniert ist, war es trotzdem schade, dass Jeff es dem Publikum überließ, den Refrain zu singen. Zumindest hätte Jeff wenigstens ein paar Mal mehr „Alison Hell“ ins Mikro kreischen können, um meine Thrash Metal Bedürfnisse zu befriedigen. Im Vergleich zu seinen anderen Bandkollegen merkt man, dass er nicht mehr der Jüngste ist.

Als Zugabe gab es dann noch „Human Insecticide“ zu hören, bevor sich ANNIHILATOR wieder auf den Weg machten, um eine andere Stadt zu vernichten.





Setlist ANNIHILATOR:

King Of The Kill
Snap
Suicide Society
Creepin Again
No Way Out
Set The World On Fire
W.T.Y.D.
Never, Neverland
Tricks And Traps
Bliss
Second To None
Refresh The Demon
Drum Solo
City Of Ice
Ultraparanoia
Brain Dance
Phantasmagoria
Chicken And Corn
Kraf Dinner/ 21/ Reduced To Ash
Alison Hell
-
Human Insecticide

Im Großen und Ganzen muss man jedoch sagen, dass der Austritt von Dave Padden der Band keinesfalls geschadet hat und sich auch viele darüber freuen, dass Jeff wieder hinter dem Mikro steht. In diesem Sinne freue ich mich auch weiterhin, den extrem geilen Gesang, virtuose Gitarrenparts und Drumsolos von ANNIHILATOR zu lauschen, bevor unsere „Suicide Society“ in Hell versinkt. Oder mit den Worten von Jeff Waters:

„What have we done?
It has only just begun.
It’s a suicide Society,
it’s getting out of hand.
We never learn,
until we burn.
It’s a suicide society,
we’re all just fucking mad.”


www.facebook.com/HarlottOfficial
www.archernation.com
www.annihilatormetal.com


FOTOS + E-CARDS


Veronica de Groot

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Beitrag vom 29.10.2015
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