PICTURE ON FESTIVAL 2015: SEETHER   SOULFLY   STEREO MC   LE CRAVAL   KOPRIVE  
08.08.2015 @ Bildein, Burgenland

Schon seit Jahren überzeugt das Picture On Festival im beschaulichen im süd-burgenländischen Bildein nicht nur mit einem großartigen Festivalnamen sondern auch mit einer feinen Line Up- Auswahl. So fanden schon zahlreiche Earshot-Relevante Bands wie LIFE OF AGONY, HOT WATER MUSIC, DILLINGER ESCAPE PLAN, AS I LAY DYING, CALIBAN, HEAVEN SHALL BURN, MONSTER MAGNET, THERAPY? Oder heuer zum zweiten Mal auch SOULFLY und somit die Familie Cavalera nach Bildein.

Für eben jenen Samstag an dem die inzwischen schon zu Metal-Veteranen mutierten Brasilianer das Dreiländereck zum Beben bringen sollten, machten wir uns auf den Weg ins mir bis dahin gänzlich unbekannte Südburgenland. Zwar ist die Anreise aus Wien keine Kurze, aber Land und Leute sowie das Picture On sind den Aufwand wert. Schon vom Weg vom Parkplatz zum Festivalgelände, in Mitten der knapp 400 Seelen-Gemeinde, war man überrascht wie entspannt es hier zuging. Der ganze Ort scheint hinter dem Festival zustehen und hilft tatkräftig mit. Die Damen und Herren an der Kassa und dann am Einlass versuchten sich fast an Freundlichkeit zu überbieten. Selbiges gilt für das gesamte Gelände, die Sicherheitsleute wie die Herren und Damenschaften hinter den diversen Bars auch die Auswahl, Varietät und Qualität der Gastro ließ, bei einem ordentlichen Preisleistungsverhältnis, nicht zu wünschen übrig. Erste Station war dann der Apfelgarten in dem die ungarisch-kroatische Tamburica-Gruppe KOPRIVE schon am Nachmittag für gute Stimmung sorgte und in dieser dreisprachigen österreichischen Region mit Deutsch, Kroatisch und Ungarisch natürlich besonders gut ankam. Weiter ging es mit den den Grazer Punkrock Urgesteinen LE CRAVAL auf der Hauptbühne. War dies deren erster Auftritt seit langem und so kamen wohl besonders viele Leute um die Band nochmals live zu erleben und feierten das Quintett gehörig ab. Ob sie neue Fans dazugewonnen haben, mag ich aber anzweifeln, dafür war ihre musikalische Melange ein wenig zu eigen und den Charisma-Preis gewinnen die Herrschaften wohl auch nicht mehr.





Der geht wenn dann schon eher an einen gewissen Herrn Max Cavalera. Rundum happy wirkt der Mastermind von SOULFLY, die sich inzwischen zu sowas wie ein Familienprojekt entwickelt hat. So wird Max sowohl am Schlagzeug wie auch am Bass von seinen Söhnen lautstark unterstützt. Optisch scheint sich der dauergrinsende Brasilianer dem Umfang von FEAR FACTORY Gitarristen Dino Cazares angegessen zu haben. Die Gelassenheit die Max ausstrahlt stand im krassen Gegensatz zu den Klängen die SOULFLY dem Publikum entgegenprügelten, so startete mian rasant mit dem recht heftig im Death Metal geschulten Material vom aktuellen Album „Archangel“. Erst nach einer Weile wurden dann SEPULTURA wie SOULFLY Kracher ins Set eingefügt, die natürlich für die meiste Begeisterung im Publikum sorgten. Allen voran das zeitlose „REFUSE/RESIST“ sowie das unvermeidbare „Roots Bloody Roots“. „Eye For An Eye“ und „Jump Da Fuck Up“ wurden gar in Form eines Medleys dargeboten um das knapp gehaltene Set einhalten zu können. Denn nach kurzweiligen 50 Minuten waren die Herrschaften aus dem Land der letzten Fußball-WM auch wieder dahin. Währenddessen erklangen auch im Apfelgarten die letzten Töne von Christoph & Lollo - sowas wie Stammgäste im schönen Bildein - die wieder einmal großartig zu unterhalten wussten. Die schon etwas in die Jahre gekommenen britischen Hip Hopper von STEREO MC haben es auch nach 25 Jahren ihres Bestehens live immer noch drauf, wobei natürlich ihr Überhit „Connected“ das restliche Set mehr als überstrahlte.





Die Südafrikaner SEETHER sorgten mit ihrem unaufgeregten Alternativ-Rock irgendwo zwischen SILVERCHAIR und NIRVANA-Nostalgie für eine nette Berieselung zu Speis und Trank. Die Headliner des Tages sorgten dann dafür, dass ich das Festivalgelände trotz des mehr als gelungen Tages fast fluchtartig verließ, denn ich wollte nicht dass die unsäglichen wie gänzlich überschätzten WANDA, mit ihrem sexistischen Schlagergedudel die mehr als positive PictureOn-Experience vermiesen lassen.

Dennoch, seit heuer bin ich auch ein „Pinkarocker“ und nächstes Jahr bleib ich dann auch die vollen drei Tage. Solange nicht wieder WANDA auftritt.




FOTOS + E-CARDS
www.pictureon.at

tsunemoto
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Beitrag vom 20.11.2015
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