HEAVEN2HELL   ROCK IT  
07.12.2015 @ Schl8hof

Da wir am vergangenen Wochenede im kultigen Alten Schl8hof schon sehr viel Spaß hatten, ließen wir uns prompt am darauffolgenden Samstag erneut nach Wels einladen. Gastgeber an diesem Abend waren HEAVEN2HELL, die sich mit ROCK IT einen passenden Supporter angelten. Geboten wurde knapp drei Stunden (reine Spielzeit) das sogenannte Tribute to the Kings of Rock. Soll heißen, dass sich beide Bands ihren Idolen aus den letzten Dekaden beschäftigen. Klingt anfangs vielleicht nicht spekatukär, doch der Abend hatte es auf jeden Fall in Sich und sollte sich vor allem für Fans der 70er und 80er lohnen.

Die Truppe ROCK IT sagte mir persönlich nichts, doch schnell wurde klar, dass es sich hier um alte Hasen handelt, die nicht nur gerne Material aus den 70ern spielen, sondern mit diversen Hits dieser Dekade auch aufgewachsen sind. „Easy Living“ von URIAH HEEP machte gleich Stimmung und man merkte auch am Publikum, dass viele Fans extra gekommen sind um Helden, die es teilweise gar nicht mehr live zu sehen gibt, doch noch irgendwie live zu erleben. Aber nicht nur die Fans hatten viel Spaß, auch den Bandmitgliedern sah man die Freude am Spielen sofort an. Grinsend, schwitzend und mit vollem Elan spielte man sich durch die Rockgeschichte mit Gassenhauern von WHITESNAKE, JOURNEY, SUPERTRAMP oder TOTO. Dabei besann man sich ausschließlich auf die ganz großen Hits, die auch bestimmt jeder Anwesende in irgendeiner Form bereits kannte und somit mühelos mitsingen konnte. Da wurden von Prog- und Heavy Rock Legeden wie RAINBOW, DEEP PURPLE oder LED ZEPPELIN eben einfach die leichter verdaulichen Songs ausgegraben. Nur mit „Highway Star“ und „Stealin“ wagte man sich an etwas komplexere Songs. Aber das sollte nicht stören, denn ihr Ziel hatte die Truppe mit der stimmkräftigen Fronterin definitiv erreicht: die Zuschauer und die großer Ära des 70s-Rock zurück zu katapultieren. Bei den Live-Krachern „Eye Of The Tiger“, „Locomotive Breath“ oder „Nutbush City Limits“ ging auch schon richtig die Post ab und überall sah man Fans jeden Alters tanzen und feiern.





Das über eine Stunde dauernde Set von ROCK IT verging wie im Flug und so schloss man zum Schluss mit einem weiteren LED ZEPPELIN Track sowie dem abschließenden „Stealin“ erneut von URIAH HEEP, gekonnt den Kreis und machte Lust auf mehr.

Setlist ROCK IT:

Toccata
Easy Living (URIAH HEEP)
I Was Made For Loving You (KISS)
Here I Go Again (WHITESNAKE)
Don´t Stop Believing (JOURNEY)
Because The Night (PATTI SMITH GROUP)
Black Velvet (ROBIN LEE BLACK)
Since You´ve Been Gone (RAINBOW)
The Logical Song (SUPERTRAMP)
Highway Star (DEEP PURPLE)
Hold The Line (TOTO)
A Whiter Shade Of Pale (PROCOL HARUM)
Good Times Bad Time (LED ZEPPELIN)
Eye Of The Tiger (SURVIVOR)
Locomotive Breath (JETHRO TULL)
Nutbush City Limits (TINA TURNER)
Davy´s On The Road Again (MANFRED MANNS EARTHBAND)
Rock And Roll (LED ZEPPELIN)
Stealin (URIAH HEEP)

Nach dieser eher doch über weite Strecken poppigen Exkursion durch die Geschichte des Rocks, sollte es im Anschluss mit HEAVEN2HELL etwas heftiger werden. Wer sich über den Namen etwas Gedanken macht, wird schnell darauf kommen, dass es sich um eine Abwandlung des BLACK SABBATH Klassikers „Heaven & Hell“ handelt und somit sich dem Schaffen rund um Ozzy Osbourne und Ronny James Dio widmet. Und so startete man nach einem fast schon Gänsehaut-erzeugenden Intro mit „Iron Man“ schon mit wuchtigem Sound in das Set. Die Soundwand war fett und wurde dem Idol leicht gerecht. Etwas skeptisch war ich zugegebenermaßen beim Gesang, denn einen Ozzy und vor allem Dio macht man nicht mal so einfach nach. Aber dieses „Problem“ umgeht Frontman Konrad Wurm indem er einfach seinen eigenen, moderneren und offensichtlich härteren Stil einsetzt. Und was soll man sagen, es funktioniert. Die Truppe hat sich offenbar Gedanken gemacht und sich voll ins Zeug gelegt diese teilweise schon über 30 Jahre alten Klassiker ins Hier und Jetzt zu transportieren. So machte selbstverständlich auch DIO´s Dauerbrenner „Holy Diver“ sowie der geniale Doom-Rocker „Children Of The Grave“ ebenso wie die eine oder andere Ozzy Nummer, allem voran das atmosphärische „Mr. Crowley“ unheimlich viel Spaß.





Zu erkennen war dies mühelos am Publikum, dass lautstark den einen oder anderen Song mitträllerte, headbangte oder einfach abtanzte. So fett der Sound auch war, HEAVEN2HELL mussten dennoch mit einigen technischen Gebrechen kämpfen und so fiel „No More Tears“ aufgrund eines widerspenstigen Samples durch den Rost und die eine oder andere Rückkopplung am Mikro tat nicht nur Konrad in den Ohren weh. Dank großer Bühnenerfahrung der alten Hasen auf der Bühne, ließ man sich die Laune aber nicht verderben und feierte die 90 Minuten durch. Konrad zeigte viel Bewegung, zog die eine oder andere Grimasse und führte charmant durchs Programm, während Gitarrist Lukas Eismay die Tony Iommi und Randy Rhoards Riffs mit einer Leichtigkeit aus dem Ärmel schüttelte als wären es die eigenen. Die Rhythmusfraktion in Form von Werner Bauer und LOXODROME Drummer Chris, die für die fette Soundwand mitverantwortlich waren, dürfen auch nicht unerwähnt bleiben. Wenn man an SABBATH und Co. denkt, dann möchte man klarerweise die Überhits "War Pigs" (mitsamt Sirene), "Neon Knights" und "Paranoid" nicht vermissen. Doch das abschließende Epos "Heaven And Hell" setzte dem Ganzen mühelos die Krone auf und sorgte erneut für Gänsehaut, auch ohne Ronnys einzigartiges Organ.





Ganz so stur sind HEAVEN2HELL in ihrer Songauswahl auch nicht und lockerten zwischendurch das Geschehen mit JUDAS PRIESTs Publikumsliebling „Breaking The Law“ auf, ehe man sich im doch recht langen Zugabeblock METALLICA, PANTERA, AC/DC und den hoffentlich im Februar noch lebend erscheinenden Lemmy und seinen MOTÖRHEAD Tribut zollte.

Setlist HEAVEN2HELL:

Intor
Iron Man (BLACK SABBATH)
Holy Diver (DIO)
Children Of The Grave (BLACK SABBATH)
I Dont Know (OZZY OSBOURNE)
War Pigs (BLACK SABBATH)
Neon Knights (BLACK SABBATH)
I (BLACK SABBATH)
Breaking The Law (JUDAS PRIEST)
Mr. Crowley (OZZY OSBOURNE)
Paranoid (BLACK SABBATH)
Bark At The Moon (OZZY OSBOURNE)
Heaven And Hell (BLACK SABBATH)
-
Sad But True (METALLICA)
Walk (PANTERA)
Hells Bells (AC/DC)
Ace Of Spades (MOTÖRHEAD)
Enter Sandmand (METALLICA)

Ein Abend voller Hits, Hymnen und Klassiker des Rock und Heavy Metal ging viel zu schnell zu Ende, ließ aber ansonsten keine Wünsche offen. Beide Bands legten sich voll ins Zeug und zollten mühelos ihren Idolen Tribut. Da man die eine oder andere Band, die ROCK IT präsentierten, sowieso nicht mehr live erleben kann und BLACK SABBATH oder METALLICA mittlerweile den Fan tief in die Geldtasche greifen lassen, kann man sich seine Lieblingssongs auch gerne mal mit einer Cover-Band abfeiern.


FOTOS + E-CARDS


maxomer
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Beitrag vom 09.12.2015
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