NIGHTBRINGER   AOSOTH   HETROERTZEN   PLAGA   OUTRE   LYCHGATE   STORMNATT   PORTAE OBSCURITAS  
21.11.2015 @ Spinnerei

Auch dieses Jahr gab es für die Freunde der schwarzmetallischen Klänge ein besonderes Event zur Einstimmung auf die angeblich stillste Zeit im Jahr, von der wir ja alle schon wissen, dass Stille da kaum vorherrscht - warum sie also nicht mit Black Metal füllen? Das dachten sich wohl die Veranstalter und so war die Spinnerei in Traun erneut Schauplatz der tiefschwarzen Klänge.

Erfreulicherweise fanden sich dieses Jahr mehr Besucher ein als bei der letztjährigen Auflage, eine positive Entwicklung - nur wenn reichlich Besucher kommen können Veranstaltungen auch weiterbestehen.

Bands aus mehreren Nationen hatten den Weg nach Traun gefunden, aber den Beginn machten zwei heimische Gruppierungen. Kurz nach 15.00 Uhr wurde es dunkel im Saal, dichte Rauchwolken stiegen auf und die Tiroler PORTAE OBSCURITAS betraten ruhigen Schrittes die Bühne, die mit einem Tischchen dekoriert war, auf dem man brennende Kerzen, ein Buch und drei Totenschädel liegen sah. PORTAE OBSCURITAS waren in Kutten gekleidet und im Gesicht düster bemalt bzw. verhüllt, sodass auch durch ihre Optik eine sehr unheimliche Stimmung entstand. Ihre Auftritte haben stets Ähnlichkeit mit einer Schwarzen Messe und die wurde auch hingebungsvoll zelebriert. Mit Räuchergefäß und Fackeln vertieften sie diese Stimmung und mit ihrer Mischung aus rasanter und melodischer Spielweise und dem sehr tiefen Gesang, konnten sie das trotz der frühen Uhrzeit schon das zahlreich erschienene Publikum in ihren Bann ziehen. PORTAE OBSCURITAS stimmten damit die Besucher bestens auf diesen Konzerttag ein und wohl nicht nur ich würde mich freuen, die Tiroler bald wieder live erleben zu können.





Setlist PORTAE OBSCURITAS:

The Grand Invocation
Manifestation Of Acheronian Trinity
Ascendant
Sapientia Occulta

Auch die nächste Band war aus Österreich – genauer gesagt aus Wien. Das Tischchen von PORTAE OBSCURITAS blieb auf der Bühne und zusätzlich wurde noch ein Kerzenleuchter und ein Totenschädel aufgestellt. Ihr extremes Corpsepaint blieb mir von einem vorherigen Auftritt noch gut in Erinnerung und das behielten STORMNATT auch bei. Auch ihrer extrem harten Spielweise sind die Wiener treu geblieben und der intensive Mix aus Growling und Klargesang von Sänger Mord fügte sich gut ein. Die Setlist beinhaltete ältere Titel und auch neue vom letzten Album „Omega Therion“ das letztes Jahr erschienen ist. Die Halle wurde mittlerweile noch voller und die Stimmung war durchgehend sehr gut. Auch die ersten Headbanger konnte man in Action sehen und so war dieser Gig für Band und Publikum ein voller Erfolg.





Setlist STORMNATT:

Wounds Of Worship
Deathmagick
Funeral Apocalypse
Omega Therion
Evangelist Of The Fall
Resurrection Of The Kult

Die erste nicht-österreichische Band des Abends waren dann LYCHGATE aus Großbritannien. Die Londoner sind noch nicht so lange aktiv, und es war der erste Auftritt in Österreich, obwohl ein Bandmitglied bereits letztes Jahr mit THE ONE beim Celebrare Noctem Fest war. Die Jungs waren in lange dunkle Mäntel gekleidet – Corpsepaint gab es keines. Dieser Auftritt war ein großes Kontrastprogramm zur vorherigen Band. Die Musik von LYCHGATE war deutlich atmosphärischer und ruhiger, und bei einem tollen Intro mit Glocken- und Orgelklängen betraten sie die Bühne. Orgelklänge waren auch zwischendurch immer wieder als Einspielung zu hören, aber durch den Einsatz von gleich drei Gitarren dominierten diese den Sound. Der Gesang von Greg Chandler bestand aus hohem und tiefem Growling und hat sich gut in den sphärischen Sound eingefügt. Für LYCHGATE war dieser Auftritt in Traun sicher eine gute Gelegenheit neue Fans zu gewinnen.





Setlist LYCHGATE:

Unto My Tempest
Davamesque B2
A Principle On Seclusion
The Illness Named Imagination
Dust Of A Gun Barrel
I Am Contempt
Sceptre To Control The World
Letter XIX

Von Großbritannien ging es nach Polen. OUTRE sprangen nach einer Absage relativ kurzfristig ein, um dem österreichischen Publikum ihre Spielweise des Black Metal zu präsentieren. Auf der Rückwand wurde ein Transparent aufgezogen und dann stürmten die Krakauer mit schwarz/weißem Corpsepaint auf die Bühne. Die Spielweise war deutlich härter als zuvor und der Sänger tobte wie ein Wilder über die Bühne. OUTRE veröffentlichten erst dieses Jahr ihr erstes Album und präsentierten bei dieser Gelegenheit mehrere Titel daraus. Offenbar waren viele Fans von OUTRE an diesem Abend in der Spinnerei, denn die Stimmung war von Anfang an gewaltig und man sah jede Menge Mähnen fliegen. Wer da nicht mitmachen wollte, der riss eben die Hände nach oben, sodass ein gewaltiges Fest aus dem Auftritt der Polen wurde, der für die meisten wohl viel zu kurz war. Aber vielleicht finden die Jungs ja bald wieder einmal den Weg nach Österreich – viele würden da sicher gerne wieder dabei sein.





Setlist OUTRE:

Chant 6 - Vengeance
Chant 3 - The Fall
Chant 4 - Lament
Chant 2 - Shadow
Only True Believers (Armagedda Cover)
Chant 7 - Arrival

Kaum einmal den Weg in unsere Breiten fanden bisher auch PLAGA. So wie OUTRE stammen die Jungs aus Polen, aber ihr Anreiseweg war um einige Kilometer weiter. Ohne Intro, jedoch mit schwarz/weißem Corpsepaint und stacheligen Armmanschetten ausstaffiert kam die Truppe auf die Bühne und gleich von Anfang an gab es im Publikum kein Halten mehr. Offenbar waren viele Fans aus Polen anwesend, denn bereits beim ersten Titel „Traby Zaglady Pt. II“ brüllte mir jemand im Publikum lautstark den Text ins Ohr. Ab da musste ich zurückweichen, weil in den ersten Reihen nur noch gebangt und geschrien wurde. PLAGA präsentierten eher ruhige aber doch sehr harte, stampfende Sounds und mit der kehligen, tiefen Stimme von Sänger Wojciech entstand ein sehr gelungenes Ganzes. Für die Fans hoffe ich, dass die Polen bald wieder einmal zu einem Konzert nach Österreich kommen – ich denke, viel besser kann es gar nicht laufen als an diesem Abend.





Setlist PLAGA:

Traby Zaglady Pt. II
Sznur
Smierc Cieplna Wszechswiata
Traby Zaglady
Goblet Of Bitterness

Was verbindet Chile und Schweden miteinander? Die Antwort heißt HETROERTZEN! In Chile gegründet haben sie mittlerweile ihren Wohnsitz nach Schweden verlegt, und so war nun der Weg für diese Band nicht mehr so weit, um uns ihre Art von Black Metal zu präsentieren. Zu Beginn kam bei einem klangvollen Intro Sänger Anubis in einem langen Umhang mit Kapuze auf die Bühne und trank mit viel Hingabe aus einem Kelch mit Blut – natürlich nicht ohne Spuren an seinem Hals und Kinn zu hinterlassen. Danach zog Anubis den Umhang aus, die anderen Musiker kamen auf die Bühne und präsentierten eine sehr dynamische Spielweise. An der Gitarre konnte man die einzige Musikerin dieses Abends erleben – Åskväder war düster geschminkt, zeigte viel Hingabe und stand ihren männlichen Kollegen um nichts nach. Sänger Anubis bot variantenreiches Growling und es fügte sich gut in die eher hämmernde Spielweise ein. Auch bei HETROERTZEN war der Saal sehr voll - ein gelungener Auftritt dieser internationalen Freundschaft.





Setlist HETROERTZEN:

Intro
Like The Serpent
Perpetual Eclipse Stigmata
Ardetha
Blood Royale
The Rose And The Cross
The White Priestcraft
Outro

Wahrhaft Teuflisches gaben auch die Franzosen AOSOTH zum Besten, und obwohl näher an Österreich zu Hause, waren sie auch sie bisher kaum bei uns für Live-Gigs. Bleich geschminkt betrat die Truppe die Bühne und sie gaben von Anfang an Vollgas. Sänger MkM stand im Kapuzenpulli auf der Bühne und mit seiner eigenwilligen, aggressiv wirkenden Stimme ergänzte er den harten Sound – dabei wickelte er das Mikrokabel mehrfach um seine Arme. Die Übergänge zwischen den einzelnen Titeln kamen stets vom Band und so gab es eine durchgehende musikalische Verbindung. Auch bei AOSOTH waren sehr viele Leute im Saal, die Stimmung war sehr gut und man konnte einige Headbanger erblicken – die beste Belohnung für die weite Anreise der Franzosen.





Setlist AOSOTH:

IV-1 An Arrow In Heart
III-1
IV-6 Ritual Marks Of Penitance
III-5
IV-3 Temple Of Knowledge

Die US-Amerikaner NIGHTBRINGER fanden bisher kaum einmal den Weg nach Österreich, obwohl sie bereits auf mehr als 15 Jahre Bandgeschichte zurückblicken können. Im Gegensatz zu manch anderer Amerikanischer Band haben NIGHTBRINGER ihre Verpflichtung ihren Fans und den Veranstaltern gegenüber eingehalten. Zu später Stunde als krönendes Finale dieses Abends betraten die Amerikaner in lange Kutten mit Kapuzen gehüllt bei einem mystischen Intro die Bühne und schufen mit ihrer tollen Mischung aus rasanter Spielweise und melodischen Zwischenspielen eine wunderbare Atmosphäre, der sich keiner entziehen konnte. Da NIGHTBRINGER bereits auf eine sehr lange Karriere zurückblicken können, wurde ein Mix aus vielen verschiedenen Alben geboten, wobei auch einige Titel aus ihrem letzten Werk „Ego Dominus Tuus“ nicht fehlen durfte. Dieser Auftritt von NIGHTBRINGER war ein perfekter Abschluss eines rundum gelungenen Abends. In einem Jahr soll es eine Neuauflage des Celebrare Noctem geben und man darf gespannt sein, wen die Veranstalter dann für dieses tolle Event gewinnen können.





Setlist NIGHTBRINGER:

Et Nox Illuminatio Mea In Deliciis Meis
Lantern Of Eden’s Night
Lucifer Trismegistus
I Am The Gateway
Womb Of Nyx
Where Fire Never Dreamt Of Man

Es gibt ja immer wieder welche die unken, dass der Black Metal am Untergehen ist – ein deutlicheres Lebenszeichen als die vielen Besucher in Traun könnte es jedoch zur Widerlegung dieser Meinung gar nicht geben.


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Beitrag vom 16.12.2015
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