ARKONA   METSATÖLL   DALRIADA  
14.12.2015 @ Szene

Die Russischen Pagan-Metaller ARKONA gingen wieder auf große Headliner-Tour durch Europa und am 14.12.2015 machten sie in der Szene Wien Station. Leider gab es einige Verwirrungen rund um diese Tour. Als Support-Band war auf den Tickets die Band SVARTSOT angekündigt, auf der Running-Order war sie jedoch nicht mehr zu finden, was bei einigen für lange Gesichter sorgte, die zu gerne die Dänen wieder einmal live erlebt hätten. Leider war die Szene an diesem Abend bei weitem nicht voll, aber so war wenigstens genug Platz für Moshpits, ohne die es bei so einem Konzert nie abgeht.

Mit DALRIADA wurde jedoch mehr als adäquater Ersatz gefunden und die Ungarn betraten als erste die Bühne der Szene. Diese Truppe aus Sopron kann bereits auf einige erfolgreiche Jahre zurückblicken und ist bekannt für ihre schwungvollen Auftritte. Die Jungs rund um Sängerin Laura Binder waren in folkloristische Kostüme gehüllt und hatten sich teilweise Felle umgeworfen und mit der Bühnendeko im Stil ihres letzten Albums ergab sich ein stimmiges Bild. Bei einem flotten Intro betraten sie die Bühne und die Stimmung im Publikum war von Anfang an gut. DALRIADA sind dafür bekannt, dass sie in ihrer Landessprache singen, aber dennoch ließen sich einige im Publikum nicht davon abbringen mehr oder weniger mitzusingen, auch wenn sie keine Ahnung hatten, was dabei herauskam. Laura wirbelte über die Bühne und stimmlich hat sie vom Kuschelgesang bis zum Growling alles hören lassen. Einmal präsentierte sie sogar eine Art Schuhplattler, ob der auch in Ungarn üblich ist, konnte ich jedoch nicht ausforschen. Die Spielweise war temporeich und glich einem wilden Ritt durch die Puszta. Man konnte bei DALRIADA deutlich erkennen, wie viel Spaß ihnen dieser Auftritt gemacht hat und so wurde mit Unterstützung des Publikums ein einziger Mulatschak daraus – ein Fest für Aug und Ohr!





Setlist DALRIADA:

Intro
Amit Ad Az Ég (Álmos Búcsúja)
Dózsa Rongyosa
Napom, Fényes Napom
Áldás
Ígéret
Borivók Éneke
Hajdútánc


Die zweite Support-Band waren die Estnischen Folk Metaller METSATÖLL, die schon sehr lange nicht mehr den Weg in unsere Breiten gefunden haben. Ich persönlich hatte zwar zwei Mal das Glück sie in Helsinki zu sehen, aber vermutlich war dieser Auftritt der Esten für die meisten eine Premiere. Nichtsdestotrotz waren die meisten im Saal, als die Jungs aus dem Hohen Norden auf die Bühne kamen. Auch METSATÖLL singen in ihrer Landessprache und haben eine sehr druckvolle Spielweise an den Tag gelegt, die von der kräftigen Stimme von Markus "Rabapagan" ergänzt wurde. Aber nicht nur er sang, sondern auch Varulven hat sich mit seiner extrem tiefen Stimme am Gesang beteiligt. Nebenher hat der Mann eine ganze Menge Soundeffekte beigetragen und ein großes Repertoire seltsam anmutender Instrumente mitgebracht. Am Mikroständer war ein Lederbeutel mit allerlei Flöten befestigt und neben ihm lagen Dudelsack, eine Art Zither und eine seltsame Geige, denen Varulven tolle Töne entlockte. In Wien hatten die Esten auch noch etwas zu feiern – ihr Soundmann hatte Geburtstag und ihm wurde eine Kerze und eine womit auch immer gefüllte Flasche von der Bühne bis zu seinem Platz durchgereicht, dazu sang das Publikum lauthals „Happy Birthday“. Auch wenn METSATÖLL vielleicht vor diesem Abend unbekannt waren, so konnten man an den zufriedenen Gesichtern deutlich ablesen, dass viele gerne noch mehr von den Esten gehört hätten und man kann nur hoffen, dass es dieses Mal nicht so viele Jahre dauert, bis sie sich wieder nach Österreich verirren.





Setlist METSATÖLL:

Lööme Mesti
Külmking
Metsalase Veri
Must Hunt
Küü
Kivine Maa
Sõjahunt
Vaid Vaprust
Saaremaa Vägimees
Tõrrede Kõhtudes
See On See Maa
Hundi Süda Sees
Sajatus
Metsaviha 2


Danach war es Zeit für den Hauptact des Abends: ARKONA haben sich durch viele Auftritte in den letzten Jahren eine große Fangemeinde erspielt und so war es nicht verwunderlich, dass die Reihen vor der Bühne deutlich dichter wurden, als die Russen endlich auf die Bühne kamen. Wie immer waren sie in traditionelle Gewänder gekleidet nur bei Sängerin Masha gab es eine Veränderung. Sie hat mittlerweile keinen Pelz mehr umgehängt, sondern steht im tollen Lederoutfit mit Kapuzenjacke auf der Bühne. Allerdings steht Masha nur sehr selten, die meiste Zeit ist sie wie ein Wirbelwind unterwegs, und man fragt sich wirklich, woher dieses zarte Persönchen die Energie nimmt. Die Stimmung war von Anfang an sehr gut, obwohl man nach wie vor bemerkt, dass die Songs vom letzten Album „Yav“ nicht so gut ankommen wie die älteren Werke. Beim dritten Song „Goi, Rode, Goi!“ gab es den ersten Moshpit und ab da waren alle in Feierlaune. Bei den ruhigeren Titeln wie „Slav´sja, Rus´!“ wurde andächtig gelauscht und bei den flotteren ordentlich gemosht. Als die ersten Töne von „Stenka Na Stenku“ erklangen, bildete sich im Publikum sofort ein großer Kreis und Masha war völlig verblüfft, dass sie das Publikum erst gar nicht zur Wall of Death auffordern musste. Ich denke, das war dann anscheinend bei den vorhergehenden Konzerten etwas anders. Beim letzten Titel „Yarilo“ wurde noch einmal gehüpft und gemosht was das Zeug hielt und danach verließ ein rundum zufriedenes Publikum den Saal. Ein perfektes Ende für einen äußerst gelungenen Abend!





Setlist ARKONA:

Yav´
Ot Serdtsa K Nebu
Goi, Rode, Goi!
Liki Bessmertnykh Bogov
Zakliatie
Na Strazhe Novikh Let
Slav´sja, Rus´!
Sva
Katitsia Kolo
Vozrozdenie
Pamiat
Stenka Na Stenku
Yarilo


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Beitrag vom 08.01.2016
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