SLIPKNOT   SUICIDAL TENDENCIES  
26.01.2016 @ Stadthalle Wien

Auch wenn die Nu Metal-Pioniere SLIPKNOT nie wirklich weg waren, scheinen die Jungs rund um Corey Taylor, der ja auch immer wieder mit STONE SOUR unterwegs ist, mit ihrem neuesten Werk „.5: The Gray Chapter“ ihren zweiten Frühling zu erleben. Zahlreiche Tourneen sowie opulente Festival-Auftritte bestätigen dieses Tatsache. So machten die neun wahnsinnigen Maskenträger auch in der Wiener Stadthalle Halt und die Location wurde mühelos ausverkauft. Nachdem SLIPKNOT am Nova Rock alles abräumten, ließen wir uns natürlich diesen Gig auf keinen Fall entgehen.

Zuvor durften aber die US-Hardcore Veteranen SUICIDAL TENDENCIES das Publikum in Wien anheizen. Drummer Eric Moore stapfte auf die karg ausgestattete Bühne, brüllte lautstark ins Mikro, stellt damit die Band kurz aber effektiv vor und schon brach die Hölle los. Die restliche Band, angeführt von Mike Muir stürmten auf die Bühne und gaben Vollgas in jeder Hinsicht. Es wurde „You Can´t Bring Me Down“ als lautstarkes Statement auf die Zuschauer abgefeuert, während die Band wie wild kreuz und quer über die Bühne startete. Allem voran Mike wirkte wie ein wild gewordener Parkinson-Patient, der von einer Biene gestochen wurde und mit ADHS zu kämpfen hat. Was für eine Energie! Und die übertrug sich mühelos auf das ziemlich junge Publikum. Mit weiteren Krachern wie „Subliminal“ oder „Ain´t Gonna Take It“ brannten sich die Amis mühelos in den Köpfen der Zuschauer ein und hinterließen einen durchwegs positiven Eindruck. Doch mehr als knapp 45 Minuten hätten wohl einige nicht durchgehalten und so verabschiedeten sich die Energiebündel schon recht bald wieder hinter die Bühne um diese für den Headliner frei zu machen.





Setlist SUICIDAL TENDENCIES:

You Can´t Bring Me Down
Ain´t Gonna Take It
Possessed To Skate
Freedumb
Subliminal
Cyco Vision
How Will I Laugh Tomorrow
Pledge Your Allegiance

Die Herren aus Iowa machten es wieder einmal recht spannend. Mit einem dicken Vorhang, ausgestattet mit dem SLIPKNOT-Logo, verbarg man das, was sich wohl auf der Bühne befinden mochte und ließ die Zuschauer noch etwas zappeln, ehe man den Vorhang fallen ließ und sich zum Intro „Be Prepared From Hell“ ein fettes Bühnenbild präsentierte. Und wie gewohnt kam auch bei SLIPKNOT schnell Bewegung in die neun Musiker. Während Corey Taylor an der Front auf und ab ging, hinter seiner Maske Grimassen zog und die Zuschauer anfeuerte, flankierten ihn Mick Thomson und James Root an den Gitarren, während der neue Bassist, ebenso wie der Drummer, sich eher unauffällig im Hintergrund hielt. Dafür fuhren die restlichen Mitglieder an ihren Percussions und dem DJ-Pult auf ihren Plattformen unaufhörlich auf und ab und rotierten sogar immer wieder mal. Und als wäre das nicht genug, lenkte der fette Screen im Hintergrund noch mit diversen Visuals und verstörenden Videos ab.





Gefackelt wurde nicht lange, denn anstatt großer Reden oder sonstigen Verschnaufpausen knallte man einen Track nach dem anderen raus. Der neue Hit „The Negative One“, gefolgt von „Disasterpiece“ und „Eyeless“ hielt schon zu Beginn die Fans auf Trab und machte auch klar, dass sich SLIPKNOT seit der Festivalsaison auch über die Setlist Gedanken gemacht hat. Man ging in der Diskographie auf und ab, ließ so gut wie keinen Hit aus und holte die Fans mit dem Balladen-Duo „Killpop“ und „Dead Memories“, bei dem sich nicht nur die Band bei bestem Sound präsentierte, sondern auch Corey in Höchstform, die Zuschauer wieder etwas auf den Boden herunter, ehe man mit ein paar Hitsingles wieder mächtig Lärm und Bewegung in die volle Halle brachte.





„Wait And Bleed“ darf ebenso wie „Duality“ sowieso nicht fehlen und „The Devil In I“ dürfte sich mittlerweile auch schon einen Fixplatz ins Set erspielt haben. Corey richtete nur zweimal, und das aus gutem Grund, die Worte an die Fans, nämlich zum einen um sich für die soeben erhaltene Goldene Schallplatte aus Österreich zutiefst zu bedanken und zum anderen um die SUICIDAL TENDENCIES zu ehren, bevor man das Finale einläutete. Im Zugabenblock wurde es dank Klassikern wie „Surfacing“, „Left Behind“ und dem Rausschmeißer „Spit It Out“ keinen Deut leiser. Und nach gut 100 Minuten Vollgas, konnten viele Fans noch immer nicht genug bekommen, doch irgendwann muss auch Schluss sein und der verrückteste Maskenträger ins Bett.





Setlist SLIPKNOT:

(Be Prepared For Hell)
The Negative One
Disasterpiece
Eyeless
Skeptic
I Am Hated
Killpop
Dead Memories
Everything Ends
Psychosocial
Wait And Bleed
Duality
The Devil In I
Metabolic
sic
-
(Hell)
Surfacing
Left Behind
Spit It Out
(´Til We Die)

SLIPKNOT hatten in ihrer Karriere ihre Hochs und Tiefs, werden von den einen geliebt und den anderen gehasst – Fakt ist jedoch, dass die neun Männer aus Iowa in der Form ihres Lebens sind und live eine absolute Macht auf ihrem Sektor. Aber nicht nur was die gewaltige Energie betrifft sind SLIPKNOT absolut sehenswert, auch optisch kann sich dank allerlei Schnickschnack ein Gig der maskierten Truppe absolut sehen lassen.


FOTOS + E-CARDS
www.slipknot1.com

maxomer
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Beitrag vom 28.01.2016
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