SERENITY    XANDRIA   JADED STAR  
05.02.2016 @ Central

Nachdem wir bereits SERENITY und JADED STAR zum persönlichen Treffen in Form eines Meet & Greet (Bericht dazu separat auf www.earshot.at) trafen und jeweils einen Song in Akustik-Gewand lauschen durften, waren wir natürlich schon heiß auf die eigentliche Show.

Was sich der Veranstalter dabei einfallen ließ, in eine sogenannte Symphonic Metal Night noch zwei Metalcore-Bands voran zu schieben, will mir beim besten Willen nicht plausibel erscheinen. Doch dank des VIP Events sowie einem ausführlichen Interview mit SERENITY, waren wir sowieso erst zu JADED STAR im umgebauten Hauptsaal des ehemaligen Kino Central in Linz anwesend. Einige Symphonic Metal Fans versammelten sich bereits vor der verhältnismäßig niedrigen Bühne, bei der auch auf Absperrungen verzichtet wurde, um das Erlebnis noch persönlicher zu machen. Die Griechen rund um Maxi Nil (Ex-VISIONS OF ATLANTIS gaben gleich Vollstoff und präsentierten gekonnt ihren heavy tönenden Symphonic Metal, der gut verspielt, aber auch bombastisch daher kam. Maxis stimmliches Volumen war dabei natürlich der größte Trumpf, aber auch so manch Hit vom im letzten Jahr veröffentlichten Debüt „Memories From The Future“ taten ihr Übriges dazu, die Zuschauer bei Laune zu halten. Diese dankten es den Griechen mit lautstarkem Engagement und Applaus.





Und dann war es auch schon Zeit für den ersten Headliner. Da SERENITY den Heimvorteil hatten, durften die deutschen Kollegen zuerst ihre 60 Minuten Stage-Time nutzen um die Linzer bei Laune zu halten. JADED STAR wärmten gut auf und XANDRIA nutzten mühelos den Schwung und setzten auch noch einen drauf. Bombastisch, fett und mit viel Elan tönte der nicht ganz saubere Sound aus den Boxen. Doch das störte weder Band noch die Fanscharen die abgingen, mit der Band feierten und sogar tanzten. Im Gegensatz zu den Vorgängern herrschte auch schon etwas mehr Bewegung auf und vor der Bühne. Frontfrau Dianne van Giersbergen, die 2013 Manuela Kraller ersetzte, fiel nicht nur durch ihre merkwürdige goldene Krone, sondern auch durch ihre Ausstrahlung und Stimmgewalt auf. XANDRIA spielten sich gekonnt und mit viel Abwechslung durch ihr Set und zeigten einmal mehr, dass sie zu den Großen des Genres in ihrem Land gehören und zu Unrecht oftmals unterbewertet werden.





Auf SERENITY war ich natürlich nach dem aktuellen Meisterwerk „Codex Atlanticus“ und der achtjährigen Abstinenz in Linz extrem gespannt. Und schon ging das Licht aus und das gleichnamige Intro ertönte, ehe man mit dem neuen Doppelschlag „Follow Me“ und „Sprouts Of Terror“ inklusive einiger Doublebass-Gewitter aber auch mit dem nötigen Symphonic-Anteil Vollstoff gab. Die Band war äußerst gut aufgelegt, Frontmann Georg Neuhauser bei bester Stimme und unentwegt am Grinsen, während die Band sich bewegungsfreudig gab und Bassist Fabio Di´Amore zu „Sprouts Of Terror“ ein paar fette Lead-Vocals schmetterte. Kurz die Fans begrüßt, etwas gescherzt und schon ging es weiter im Programm. Mit mit „Royal Pain“ vom Vorgänger und der bezaubernden Tasha, die Georg zur Unterstützung eilte und bis zum Schluss nicht mehr von seiner Seite wich, ging es einen Schritt zurück, ehe man das bombastische „Iniquity“ - ebenfalls vom neuen Album - intonierte. Das Hauptaugenmerk lag zwar am neuen Album, denn es folgte noch die QUEEN/MEAT LOAF-Hommage „The Perfect Woman“, doch man versuchte trotz der überaus und unverständlich knappen Spielzeit von 60 Minuten, die leider auch dem Veranstalter geschuldet war, so manch Klassiker einzubinden.





Doch zwischendurch versuchte Georg die Fans noch etwas anzukurbeln, um nach vorne zu gehen, so begrüßte er den sitzenden „Pensionistenverein“, der aufgefordert wurde, nach vorne zu kommen, während Tasha mit einem überaus flachen Oberösterreicher-Witz, den wohl nur Tiroler wirklich lustig finden, die Fans zu unterhalten versuchte. Als nicht der gewünschte Erfolg ausbrach, nahm der sympathische Frontmann das dann persönlich in die Hand und holte sogar die Leute hinten am Merch-Stand nach vorne, ehe man im Finale mit dem flotten „Legacy Of Tudors“, dem balladesken „Serenade Of Flames“ und dem großen Hit „Velatum“ nochmal ein abwechslungsreichen Hitfeuerwerk rausballerte.





Setlist SERENITY:

(Codex Atlanticus)
Follow Me
Sprouts Of Terror
Royal Pain
Iniquity
The Perfect Woman
Spirit In The Flesh
Legacy Of Tudors
Serenade Of Flames
Velatum

SERENITY sind eine Ausnahmeerscheinung in Linz. Keine Band in unseren Landen versteht es, so professionell, sympathisch und authentisch zu klingen wie der Fünfer aus Tirol. Nicht nur auf ihren fünf Alben können SERENITY mühelos mit den ganz Großen des Genres verglichen werden, auch live haben die Männer (und Frau) alles fest im Griff und sind jedes Mal wieder ein sehenswertes Erlebnis.


FOTOS + E-CARDS


maxomer
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Beitrag vom 11.02.2016
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