DEAFHEAVEN   MYRKUR  
28.03.2016 @ Arena

Die US-Amerikaner DEAFHEAVEN widmen sich seit fünf Jahren intensiv dem Post Black Metal und waren auch sehr fleißig was Live-Auftritte betrifft - allerdings in erster Linie auf ihrem Kontinent, den weiten Weg nach Europa hat die Truppe bisher selten auf sich genommen. Kürzlich ist deren drittes Album "New Bermuda" erschienen und um diese neuen Songs und einen Überblick über ihr bisheriges Schaffen einem breiteren Publikum zu präsentieren, wagten DEAFHEAVEN vor ein paar Wochen doch den Sprung über den großen Teich. Dabei machten DEAFHEAVEN auch in Wien Station um die Arena mit ihren Klängen zu füllen.

Einlass an diesem Abend war erst um 20.00 und schon eine Weile davor hatten sich bereits viele bei der Location eingefunden um nur ja von Anfang an dabei zu sein. Augenscheinlich hatten sich viele spontan zu diesem Konzert entschieden, da die Schlange bei der Abendkassa länger war als die vor dem Einlass. Das Konzert fand in der Big Hall der Arena statt, die Treppe und der Balkon waren gesperrt und der Platz vor der Bühne dafür sehr gut gefüllt. Auch auffallend viele Besucher aus Nachbarländern waren anwesend.

Support war MYRKUR, eine Dame die sich dem melodischen Black Metal verschrieb und mit ihrem kürzlich erschienenen Album "M" für viel Aufsehen sorgte. Nachdem es sich bei MYRKUR ursprünglich um ein Soloprojekt der Dänin Amalie Bruun handelte, durfte man gespannt sein, wie die Umsetzung auf der Bühne gelingen würde.





Den Hintergrund der Bühne zierte ein großes Transparent mit dem Buchstaben "M" so wie er auch auf dem Album zu sehen ist. Der Mikroständer bestand aus miteinander verbundenen Ästen und es waren zwei Mikros daran befestigt.
Als die zierliche, blonde Amalie in ein schwarzes Kleid gehüllt auf die Bühne kam und dem Keyboard die ersten Töne entlockte, hatte die Dänin das Publikum gleich fest im Griff. Nach ein paar Minuten kam männliche Verstärkung auf die Bühne und die Herren hatten sich dem Genre entsprechend wild mit schwarzer Farbe beschmiert. Amalie demonstrierte jedoch nicht nur ihre Künste am Keyboard sondern auch der E-Gitarre Töne entlockt. Der Mix aus druckvoller Spielweise und hochmelodischen Sounds beeindruckte alle und als Amalie´s schöner Gesang dazukam, der sich gelegentlich auch in ein Growling verwandelte, war die Begeisterung im Publikum deutlich zu spüren. Bei einem Song unterstützte George Clarke von DEAFHEAVEN die Dame am Gesang. Zum Abschluss verließen alle Musiker die Bühne und Amalie ging zum Keyboard und sang das BATHORY-Cover "Song To Hall Up High". Dabei war es total still im Saal und alle lauschten gebannt, und als die Künstlerin mit einem Knicks die Bühne verließ, war der Beifallssturm gewaltig.

Setlist MYRKUR:

Den Lille Piges Død
Hævnen
Onde Børn
Jeg Er Guden, I Er Tjenerne (mit Vølvens Spådom Intro)
Mordet
Dybt I Skoven
Skøgen Skulle Dø
Skaði
Song To Hall Up High (BATHORY Cover)


Danach baute man die Bühne einfrig um und auch DEAFHEAVEN brachten ein großes Transparent mit, das den Hintergrund der Bühne schmückte. Da in der Arena dieses Mal kein Fotograben aufgebaut war und sich die Hardcore-Fans bereits die besten Plätze ausgesucht hatten, war es gar nicht so einfach, doch noch zum Fotografieren einigermaßen nach vorne zu kommen. Und genau diese Fans gingen von Anfang an voll bei der Musik von DEAFHEAVEN ab, sodass ein Verweilen in den ersten Reihen nicht ganz ungefährlich war. Die Sound war hart und druckvoll und Sänger George Clarke fetzte wie ein Wilder über die Bühne und trug seinen eher schreienden Gesang dazu bei. Jedoch nicht nur Hämmerndes boten die US-Boys, zwischendurch gab es tolle Gitarrensounds die begeistert aufgenommen wurden. Einspielungen vom Band dienten zudem zur Überleitung zwischen den einzelnen Songs.





Aber nicht nur die heftig mitbangenden Fans schlugen mich nach kurzer Zeit in die Flucht, auch die Lautstärke war bei DEAFHEAVEN einfach zu hoch eingestellt und nach ein paar Minuten schmerzten mir gewaltig die Ohren. Die meisten störte das aber scheinbar nicht wirklich und die Stimmung im Saal war dementsprechend wirklich super. Weiter hinten kam dann auch viel mehr der Black Metal-Sound zum Tragen, der vorne durch die hohe Lautstärke gar nicht so auffiel. Nach 75 Minuten verabschiedeten sich die Amerikaner unter frenetischem Beifall von der Bühne.

Setlist DEAFHEAVEN:

Brought To The Water
Luna
Baby Blue
Come Back
Gifts For The Earth
-
Sunbather
Dream House


DEAFHEAVEN und MYRKUR hüllten den Ostermontag in angenehme Düsternis und ein Blick in die zufriedenen Gesichter zeigte deutlich, dass es für die meisten ein äußerst gelungener Konzertabend erlebt wurde. Ich weiß ja nicht, wie die anderen Gigs auf dieser Tour waren, aber ich bin mir sicher, dass beide Bands danach wussten, dass sie jederzeit wieder in Wien willkommen sind.

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Beitrag vom 07.04.2016
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