QUEEN  
26.05.2016 @ Stadion

„Linz lebt“ war mein erster Gedanke als ich erfuhr, dass nach 17 langen Jahren das sogenannte Steel City Festival in die Landeshauptstadt zurückkehrt. Damals durften die großen AEROSMITH dem Publikum einheizen, doch seitdem ist viel Wasser die Donau hinunter geflossen und bei der Neuauflage durften sich die Fans diesmal auf QUEEN freuen die mit dem charismatischen Adam Lambert seit 2014 einen neuen Sänger am Start haben.

Das Wetter war gut, das Linzer Stadion sehr geeignet für ein Freiluftspektakel und die Vorfreude groß den beiden etwas in die Jahre gekommenen Herren und Legenden und letzten übrig gebliebenen Gründungsmitglieder Brian May und Roger Taylor einmal auf die Finger zu schauen. Von Sänger Adam Lambert, dem Finalisten von American Idol, war bisher ebenfalls nur Gutes zu hören und so stand einem fantastischen Abend nichts mehr im Wege.

Kurz nach 21 Uhr fiel der Vorhang mit dem Logo auf der gigantischen Bühne und die Anwesenden Fans sorgten für eine gewaltige Geräuschkulisse, auch wenn man sich weit mehr als 15 000 Zuseher erwarten durfte. QUEEN sind wohl größere Menschenmassen gewohnt doch sei es drum, die die da waren hatten von der ersten Minute an Spaß und durften ein Hitfeuerwerk sondergleichen erleben. Die Briten können ein schier unerschöpfliches Repertoire an Hits ihr Eigen nennen, wo man selbst ein fünf Stunden Konzert locker ausfüllen könnte. Den Anfang machte „One Vision“ bei dem Adam mit übergroßer SciFi-Brille und kultiger Nietenjacke die Bühne betrat. Der Sound wollte noch nicht so recht passen und der Herr oder die Dame an den Lautstärkereglern schlief anscheinend auch noch, doch nach lautem Beifall lief es bei der Rarität „Hammer To Fall“ schon wie geschmiert.





Wer Bedenken hatte, der Nachfolger des großen Freddie Mercury hätte vielleicht nicht das Zeug dazu ihn zu vertreten, der konnte seine Sorgen hier schon über Bord werfen. Adam Lambert ist ohne Frage der größte Glücksgriff und wohl die bestmögliche Alternative zur leider viel zu früh verstorbenen Legende, den Brian und Roger tätigen konnten. Charmant, gut gelaunt, sympathisch und mit einer genialen Stimme gesegnet, versuchte der 34-jährige US Amerikaner zu keiner Sekunde ein Freddie-Klon zu sein. Er brachte seinen eigenen Stil ein und drängte sich nicht in den Vordergrund sondern wechselte sich mit den restlichen Kollegen ab, wenn es darum ging mit den Fans vor der Bühne zu kommunizieren. Die Stimmen der Fans wurden bei Klassikern á la „Fat Bottomed Girls“, „Killer Queen“ oder dem rockigen „I Want To Break Free“ ordentlich beansprucht. Und wer kann bei solchen Hits schon still stehen? Dass nicht nur Adam gut singen kann bewiesen Roger Taylor beim grandiosen „These Are The Days Of Our Lives“ und Fönfrisur Brian May bei „Love Of My Life“.

Und wie angekündigt durfte auch Freddie Mercury nicht fehlen. Auf dem übergroßen Bildschirm auf der Bühne erschien Freddie und sorgte bei einem der größten Songs aller Zeiten, „Bohemian Rhapsody“, für Gänsehaut, da es schien als singe er persönlich mit. Selbst ein Duett mit Adam konnte bestaunt werden. Und noch ein weiterer musikalischer Held wurde gewürdigt, DAVID BOWIEs Portrait erschien im Hintergrund zu „Under Pressure“. Als Verstärkung an den Drums durfte ein gewisser Rufus Tiger Taylor, seines Zeichen Sohn von Roger fungieren und sorgte so für etwas Frische an einem kleineren Drumkit, das er stehend bediente, während Papa das klassische Schlagzeugset beackerte.





Adam Lambert hatte anscheinend einen ganzen LKW nur für Kleidung mitgebracht und so nutzte der Sänger die zwischenzeitlichen Gesangspausen für den einen oder anderen Kostümwechsel. Besonderes Schmankerl war die schrille Krone, die schon sein Vorgänger trug. Ein weiteres Gustostückerl war wohl der Highlander Soundtrack und das Liebeslied schlechthin, „Who Wants To Live Forever“, bei dem Mr. Lambert gesanglich noch einmal eine Schippe drauf legte und Freddie wohl wahrlich stolz gewesen wäre auf seine ehemaligen Mitstreiter sowie seinem Nachfolger, das Publikum war es auf jeden Fall wie man sehen und hören konnte. Auch "Radio Ga Ga" wurde gehörig abgefeiert. Ob Freddy wohl ahnte, dass heute noch mehr Schmarrn im Radio läuft als damals schon, als der den Text schrieb? Da passte es auch, dass sich gerade Ö3 anschickte, dieses Event zu supporten. Zwischendurch sorgten Brian mit einem grandiosen Gitarrensolo und Roger mit einem überraschend modern tönenden Drumsolo für Abwechslung, während im Hintergrund immer wieder mal Freddy bzw. diverse Musikvideos zu sehen waren.

Und so verflog der schöne Abend in Windeseile. Die Zugabe mit dem obligatorischen Hitfeuerwerk bestand aus „We Will Rock You“ und „We Are The Champions“, die beide nicht fehlen durften, forderten nochmal das lautstarke Publikum. Einziger Wehrmutstropfen, außer dass es wohl noch einige Stunden so weitergehen hätte können, war, dass es „The Show Must Go On“ aus Zeitgründen in Linz nicht in die Setlist schaffte.





Setlist QUEEN:

One Vision
Hammer To Fall
Seven Seas Of Rhye
Stone Cold Crazy
Fat Bottomed Girls
Play The Game
Killer Queen
I Want To Break Free
Somebody To Love
Love Of My Life (Brian May Vocals)
These Are The Days Of Our Lives (Roger Taylor Vocals)
Drum Battle
Under Pressure
Crazy Little Thing Called Love
Don’t Stop Me Now
Another One Bites The Dust
I Want It All
Who Wants To Live Forever
Last Horizon
Guitar Solo
Tie Your Mother Down
Bohemian Rhapsody
Radio Ga Ga
-
We Will Rock You
We Are The Champions

QUEEN kamen, sahen und siegten, wie man so schön sagt. Wer hier nicht dabei war, der hat definitiv etwas Großartiges verpasst und wer weiß, ob sich diese Möglichkeit noch einmal ergibt. Wenn Brian May und Roger Taylor rufen, keine Frage, ich wäre gerne wieder dabei. Eine weitere Ausgabe des Steel City Festivals mit vergleichbarer Prominenz wäre natürlich 2017 auch wieder wünschenswert.



FOTOS + E-CARDS
www.queenonline.com

AndyVanHalen
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Beitrag vom 30.05.2016
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