ZAKK WYLDE   JARED JAMES NICHOLS  
01.06.2016 @ Posthof

Nach genau 20 Jahren brachte Gitarrenlegende ZAKK WYLDE, bekannt durch sein Schaffen für OZZY OSBOURNE und seine Combo BLACK LABEL SOCIETY, den Nachfolger zu seinem Solo-Akustik Album „Book Of Shadows“ auf den Markt. „Book Of Shadows II“ will natürlich auch live gehört werden und so schnappte der bärtige Hüne seine Kollegen und brach auf seine Reise durch Europa auf.

Zuvor durfte aber ein gewisser JARED JAMES NICHOLS mit seinen Jungs ran. Das Trio passte als Support für den Amerikaner bestens. Bluesiger Rock mit Southern Flair, rauchiger Stimme und viel Energie wurde gut 45 Minuten lang von den sympathischen Herren geboten. Zwar war der Auftritt auf die gesamte Distanz stellenweise etwas langatmig, doch Jared und seine Mannen gaben sich reichlich Mühe, den Posthof, der halbwegs gut gefüllt war, kräftig anzuheizen. So wurde das Publikum auch gerne mal eingebunden und angefeuert, während man das Material bei gutem Sound und einer angenehmen Atmosphäre präsentierte. JARED JAMES NICHOLS hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Fans von Zakk und kann auf eine mehr als solide Show zurückblicken.





Die Sorge, dass man mit zwei Akustik-Alben im Gepäck womöglich eine etwas langatmige Show hinlegen würde, wurde bereits nach dem opulenten und spannenden Intro wie weggeblasen. Zakk und seine Jungs erklommen die Bühne und hatten das Publikum sofort fest im Griff. Von Lagerfeueratmosphäre und Akustik-Klampfe keine Spur, der Meister riffte sich durch „Sold My Soul“, das um Ecken zackiger daher kam als auf Platte. Mit „Autumn Changes“ und „Tears Of December“ ließ man gleich zwei neue Nummern auf die Menge los. Zwischendurch solierte Zakk auch gerne mal bis zu fünf Minuten ohne auch nur eine Sekunde Langeweile aufkommen zu lassen. Als er dann die Gitarre hinterm Kopf weiter malträtierte, jubelte die Meute, doch Mr. Wylde, der poste, riffte und überzeugte, trieb es noch weiter und sprang einfach mal so ins Publikum, begleitet von vier Roadies, die sein Gitarrenkabel über die Fans halten mussten, und wanderte in das Zentrum des Saals, um dort unter den Fans noch weiter die Klampfe zum Aufheulen zu bringen. Der Amerikaner ließ aber nicht nur die Gitarre sprechen, sondern setzte sich auch mal an das Klavier, während Kollege Dario Lorina stellvertretend die Gitarre würgte. Erst im späteren Verlauf holte man die Akustik-Gitarre, an der sich Zakk und Dario abwechselten, raus und sorgte für die erwartete Lagerfeuer-Atmosphäre, zu der Zakk auch stimmlich überzeugen konnte. Dass hier klar die Instrumente und Musik im Vordergrund standen, unterstrich auch, dass der Bandboss erst gegen Ende hin einmal das Wort ergriff und das auch nur, um die Band, die hauptsächlich aus BLACK LABEL SOCIETY Mitstreitern bestand, gebührend und mit dem einen oder anderen Joke vorzustellen.





Ein weiteres Highlight war sicher die virtuose Darbietung mit der Mundharmonika des Multitalents, die den Southern-Flair nochmal aufleben ließ. Dass der Kalifornier verdammt stolz auf sein aktuelles Werk ist bestätigte er darin, dass die letzten drei Songs – allesamt Highlights – von eben genau diesem stammen. Die Ballade „The King“ stellte das Klavier in den Vordergrund „Lost Prayer“ zeigte die emotionale Seite des Zakk und das abschließende „Sleeping Dogs“, das er mit Corey Taylor aufnahm, kann getrost als Überhit bezeichnet werden. Die 90 Minuten vergingen wie im Flug und danach verabschiedete sich die Truppe gebührend und ausgiebig von den Fans.





Setlist ZAKK WYLDE:

Sold My Soul
Autumn Changes
Tears Of December
Lay Me Down
Road Back Home
Yesterday´s Tears
Guitar Solo
Between Heaven and Hell
Darkest Hour
Throwin´ It All Away
Dead As Yesterday
Eyes Of Burden
Way Beyond Empty
The King
Lost Prayer
Sleeping Dogs

ZAKK WYLDE bestätigte an diesem Abend erneut, dass er trotz fast 50 Lenzen eine energische Live-Show zu zelebrieren vermag und ein absolut charismatischer sowie sympathischer Zeitgenosse, der trotz seines Erfolges auf dem Boden geblieben ist.


FOTOS + E-CARDS
www.zakkwylde.com

maxomer
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Beitrag vom 03.06.2016
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