WAVE GOTIK TREFFEN: COPPELIUS   ARTWORK   ERIC FISH & FRIENDS   VERSENGOLD   SKÁLMÖLD   BIFRÖST  
16.05.2016 @ Leipzig

Leider war auch der Beginn des Abschlusstages eine sehr nasse Angelegenehit, also was macht man, wenn man nicht permanent im Regen stehen will? Man geht ins Museum!

Aber erst einmal gings ab in die Ausstellung im Leipziger Hauptbahnhof zum Thema "25 Jahre Wave Gotik Treffen". Diese war für alle zugänglich und es wurden viele Fotos und auf hohen Säulen auch einige Kleidungsstücke ausgestellt. Man konnte viel rund um die Ereignisse nachlesen, die es in diesem Viertel-Jahrhundert gab.





Da der Regen noch immer nicht aufgehört hatte, setzte ich mich in die Straßenbahn und fuhr zum "Grassi-Museum für Musikinstrumente und Angewandte Kunst". Dieses große Museum steht bereits seit Jahren immer den Festivalbesuchern kostenlos offen und diese Möglichkeit nahmen auch viele Leuten in Anspruch. Was in diesem Museum sehr positiv auffiel, war das fachlich kompetente Personal, die für allerhand Fragen offen waren und diese ausführlich beantworteten.

Das war es aber dann auch mit Kultur - als nächstes stand wieder Musik am Programm. Mit der Straßenbahn ging es zum Felsenkeller, wo bei meiner Ankunft bereits BIFRÖST eifrig dabei waren, den Besuchern ordentlich einzuheizen. Die Österreicher haben ja gerade in Deutschland eine sehr große Fanbase und so war es nicht verwunderlich, dass der Felsenkeller zu dieser frühen Stunde schon sehr gut gefüllt war. BIFRÖST präsentierten ein abwechslungsreiches Set und gaben auch Songs vom neuen Album "Mana Ewah" zum Besten was die Fans vor der Bühne zum begeisterten Mitfeiern animierte. Was zu diesem Zeitpunkt keiner wusste - es war das Abschiedskonzert von BIFRÖST, denn wenige Tage danach gab die Truppe ihre Auflösung bekannt.





Setlist BIFRÖST:

Normannenzorn
Odins Söhne
Am Pfahle
Statuen In Eis
Waffenbruder Niedergang
In Todes Angesicht
...Um Frei Zu Sein
Mana Ewah
Mönch

Auch die nächste Band war bekannt für dynamische Klänge. SKÁLMÖLD sind ja gerne einmal auf Tour und so konnten sich auch die Isländer über viele Fans vor der Bühne freuen. Mit flottem Viking/Folk Metal brachten die nordischen Recken zahlreiche Köpfe zum Kreisen, und wer von den Anstrengungen der letzten Tage bereits zu müde zum Bangen war, gab Begeisterungsrufe von sich und riss dabei die Hände in die Höhe. SKÁLMÖLD präsentierten ein druckvolles Set mit allerlei melodischen Einlagen und variantenreichem Gesang, an dem sich gleich vier Leute beteiligten. Viele würden sich wohl gewünscht haben, dass der Auftritt der Isländer länger gedauert hätte, aber bei der Motivation von SKÁLMÖLD wird es sicher bald wieder eine Gelegenheit geben, den Jungs zu lauschen und mit ihnen abzufeiern.





Setlist SKÁLMÖLD:

Intro
Árás
Gleipnir
Fenrisúlfur
Að Hausti
Með Drekum
Miðgarðsormur
Narfi
Hefnd
Að Vetri
Kvaðning

Danach wechselte ich wieder ins Heidnische Dorf. Zum Glück hatten sich die Regenwolken inzwischen verzogen und so war es möglich VERSENGOLD im Trockenen zu erleben. Die Bremer Jungs zeigten sich von Anfang an von der fröhlichen Seite, die sich voll aufs sehr zahlreich erschienene Publikum übertrug, und so gab es nur beste Stimmung und richtige Party-Laune. Die sieben Bremer spielten einen Mix aus den vielen Alben der Vergangenheit, aber natürlich durften auch Titel vom aktuellen Werk "Zeitlos" nicht fehlen. Viele konnten bei den einzelnen Songs mitsingen und wer nicht so textsicher war, verlegte sich eben aufs Mitklatschen. Den Abschluss bildete ein Medley aus verschiedenen Songs und da durfte auch ein Hinweis auf die mitgebrachten CDs und T-Shirts am Merch-Stand nicht fehlen. Wieder einmal schafften es VERSENGOLD alle mitzureißen und man kann nur hoffen, dass die fröhliche Truppe auch bald wieder einmal zu uns nach Österreich kommt.





Danach wurde es auf der Heidenbühne wieder etwas ernsthafter, da ERIC FISH & FRIENDS an der Reihe waren. Der SUBWAY TO SALLY-Frontmann betreibt ja seit einigen Jahren dieses Side-Projekt und das mittlerweile auch sehr erfolgreich. Mit seinen Mitstreitern Rainer Michalek, der auch viele Gesangsparts übernahm, und Gerit Hecht bot ERIC FISH einen Mix aus Cover-Songs wie etwa "Rebell Yell" von BILLY JOEL, und eigenen Werken dar. Für den Herbst wurde ein neues Album angekündigt, das den Titel "Mahlstrom" tragen wird und natürlich wurde auch daraus etwas zum Besten gegeben. ERIC FISH wechselte bei jedem Lied das Instrument um die Sounds zu erzeugen, die ihm am Herzen liegen. Dementsprechend viele gab es auf der Bühne. Dem Publikum gefiel der Auftritt, das konnte man an der großen Menge sehen, die bis zum Ende vor der Bühne ausharrte und auch viel Begeisterung zeigte.





Als nächste waren ARTWORK an der Reihe. Dabei handelt es sich um ein deutsches Musikprojekt von Jochen Schoberth, der auch Chef des Labels Etage-Music ist.
Irgendwie war der Beginn bereits sehr eigenwillig. Es wurde eine Weile umgebaut und auf einmal begann eine Dame in weißer Korsage mit finsterem Blick und sehr opernhafter Stimme zu singen. Eine Weile wusste man nicht, ob das jetzt schon der Beginn war oder noch der Line-Check, aber offenbar gehörte es doch schon zum Konzert. Die Musik war sehr ruhig und extravagant und man bemerkte deutlich, dass der Schöpfer dieser Melodien nicht viel Wert auf Eingängigkeit, sondern viel mehr auf Wirkung legte. Die Dame verließ nach einer Weile die Bühne und es betrat stattdessen ein schwarz gekleideter Herr, der auch seine extrem hohe Stimme erklingen ließ, die Bühne. Einigen waren diese Musik-Kreationen wohl zu experimentell, so war es nicht verwunderlich, dass sich die Reihen vor der Bühne nach und nach lichteten.





Den Abschluss des Wave Gotik Treffens 2016 bildeten für mich COPPELIUS, aber einige andere werden sicher noch die ein oder anderen Dancefloors unsicher gemacht haben. Obwohl es mittlerweile bitterkalt war, konnte sich die Truppe über sehr viel Publikum freuen, aber nach der Ernsthaftigkeit der Vorband stand wohl vielen der Sinn nach etwas Spaß, und der sollte wirklich nicht zu kurz kommen. Butler Bastille eröffnete die Vorstellung mit einer Laterne in der Hand und nach und nach kamen alle sechs Musiker auf die Bühne. Die Herren präsentierten sich in Frack und Zylinder und zeigten von Anfang an vollen Einsatz. COPPELIUS haben einige ungewöhnliche Instrumente in Gebrauch wie Cello, Klarinetten oder Kontrabass und besonders die beiden Klarinettenspieler zeigten sehr viel Einsatz. Dass dabei ein Zylinder verloren ging, störte den Musiker nicht besonders in seinem Eifer. COPPELIUS präsentierten ein lustiges Set mit vielen Spaßeinlagen wie etwa gesungenen Ansagen mit Mini-Keyboard-Begleitung oder dem Erzählen witziger Geschichten. So wurde der Abschluss des Wave Gotik Treffens ein richtiges Fest für alle Anwesenden. Wirklich schade ist, dass COPPELIUS sich entschlossen haben, dieses Projekt vorerst einmal auf Eis zu legen – wie soll die Welt ohne ihre gepflegten Späße auskommen?





Setlist COPPELIUS:

Bitten Danken
Luftschiff
Time Zeit
Zu Dir
Urinstinkt
I´d Change
Reichtum
Phantom
Moor
Creator
Locked Out
Contenance
Killers/Prowler
Gumba
Experiment
Handschuh

Das wars mit dem Jubiläums-Wave Gotik Treffen in Leipzig!
Auch nächstes Jahr werden wieder viele Fans der Schwarzen Szene nach Leipzig pilgern, um wenigstens vier Tage lang alle inneren Sehnsüchte und Bedürfnisse auszuleben – oder einfach nur Spaß zu haben!
Pfingsten in Schwarz hat in Leipzig Tradition und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern!



www.facebook.com/CoppeliusHilft
www.facebook.com/EricFishandFriends
www.facebook.com/Versengold
www.facebook.com/skalmold
www.facebook.com/bifroestaustria
www.grassimuseum.de


FOTOS + E-CARDS
www.wave-gotik-treffen.de

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Beitrag vom 21.06.2016
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