NOVA ROCK: RED HOT CHILI PEPPERS   TWISTED SISTER   DEFTONES   BEHEMOTH   DRESCHER   DRAGONY  
13.06.2016 @ Pannonia Fields II

Vorherige Nacht am Abend hat es noch geregnet? Davon hat man wenig am letzten Tag des Nova Rocks gemerkt. Der Boden war trocken, die letzten Regentropfen auf den Zeltplanen auch schon verdunstet, also ein perfekter Start in Tag 4.

Wie jedes Jahr auf dem burgenländischen Festival startet der letzte Tag mit WENDIS BÖHMISCHE BLASMUSIK auf der Red Stage. Das Beste an der Truppe ist, dass es wie jedes Jahr Freibier gibt! Nach einer kurzen Ansprache des Veranstalters zapfte dann Promo Chef „Haubi“ das von der Otterkringer Brauerei zur Verfügung gestellte Bierfass an. Die Schlange zur Bier-Ausgabe wuchs und man konnte sich auf eine längere Wartezeit bis zum goldenen Hopfensaft gefasst machen.

Eine knappe Stunde später waren die im Jahre 2007 gegründete Wiener Band DRAGONY an der Reihe. Die im Power Metal angesiedelte Band legte sofort mit ihren Songs „Burning Skies“ und „Shadow Runners“ los. Auch wenn die Band zu einer sehr gottlosen Zeit spielten, waren dennoch schon viele Metalheads angereist. Die Band war mit Songs aus ihrem Debütalbum „Legends“ unterwegs und hatten unter anderem ihren bekanntesten, „The Longes Night“, mit dabei und zum Abschluss gab es noch „Alcador“ und „Wolves Of The North“ zu hören. Die Jungs legten einen optimalen Einstieg in den letzten Tag hin.





Setlist DRAGONY:

Burning Skies
Shadow Runners
At Daggers Drawn
Kiln Of The First Flame
Babylon
The Longest Night
True Survivor
Alcador
Wolves Of The North


DRESCHER, die nächste Band am Plan, sind ebenfalls Österreicher, dieses Mal aus Niederösterreich – Steinfeld. Wer sich unter der Band nichts vorstellen kann: sie spielen ein Crossover aus Thrash Metal und Volksmusik. Selbst nennen DRESCHER diese Kombination „Dresch Metal“. Mit den üblichen Instrumenten ausgestattet, betreten die Jungs die Bühne, gefolgt von einem Akkordeon, gespielt von Filip Rado, und legten passend mit dem Song „Dresch Quetschn“ los. Die Kombination von Metal und Volksmusik funktioniert hervorragend, vor allem mit dem Sound des Akkordeons macht es wahnsinnig viel Spaß, der Band zuzuhören. Zu „Dresch Quetschn“ gibt es übrigens ein relativ gutes Video auf YouTube zu sehen. Weiter ging es ohne viel Gerede mit „Der Gscheitling“, einem Track der musikalisch und namentlich sehr an den ersten Teil von Rambo erinnert. „First Blood“ heißt der nächste Titel und versetzte das Publikum noch einmal so richtig in Bewegung. Passend zu dem Genre Crossover gab es dann auch noch mit „Rock Me Amadeus“ einen Klassiker als Cover zu hören und die Menge sang fleißig mit. Da die Österreich leider nicht so viel Zeit auf der Bühne bekamen, war ihre Vorstellung mit den nächsten beiden Songs „Adrenalin“ und „Danke Fia Nix“ (hoffentlich nicht an die Fans gerichtet) schon wieder vorbei.





Setlist DRESCHER:

Dresch Quetschn
Der Gscheitling
First Blood
Rock Me Amadeus
Adrenalin
Danke Fia Nix


Mein eigentlicher Hauptgrund das Nova Rock 2016 zu besuchen, war neben ALICE COOPER die nächste Band: BEHEMOTH. Ohne auch nur ein einziges Wort in der gesamten Performance zu verlieren, bekamen wir genau das Bekommen was wir erwarteten. Technisch einwandfreien, polnischen Black beziehungsweise Death Metal. Passend zum Beginn von BEHEMOTH schob sich eine schwarze Wolke vor die Sonne und verdunkelte die Red Stage. Hammer Atmosphäre! Die drei Mann starke Band legte mit „Ora Pro Nobis Lucifer“ aus ihrem letzten Album „The Satanist“ los und das Publikum war von der Musik binnen Sekunden in den Bann gezogen. Mit einem simplen und durch Flammen verstärktes Bühnenbild stimmte Nergal die nächsten Tracks wie „Conquer All“ und „Messe Noire“ an. Natürlich durften die meiner Meinung nach besten zwei Songs der Band nicht fehlen. Diese wurden auch direkt hintereinander gespielt. Zuerst zeigten die blutverschmierten Musiker mit „Ov Fire And The Void“ dem Publikum wie technisch fehlerfreies Musizieren funktioniert. Danach kam der Top 1 Song „At The Left Hand Of God“. Der eine oder andere Ungläubige würde sogar behaupten, dass der Track besser als Luzifer selbst sei. Blasphemie!!! Nach einer kurzen Weihrauch-Einlage kamen wir auch schon gen Ende mit den Songs „Chant For Eschaton 2000“ und „O Father O Satan O Sun“.





Setlist BEHEMOTH:

Ora Pro Nobis Lucifer
Conquer All
Messe Noire
Decade Of Therion
Ov Fire And The Void
At The Left Hand Of God
Slaves Shall Serve
Chant For Eschaton 2000
O Father O Satan O Sun


Wie man es vom Nova Rock Festival gewöhnt ist, ist ein gewisses Genre mehr als genug vertreten. Die Rede ist natürlich vom Metalcore, den KILLSWITCH ENGAGE mit Begeisterung auf der Red Stage wiedergaben. Da wir eine größere Lücke in unserem Zeitplan hatten, wollten wir uns natürlich die erst 1999 gegründete Band nicht entgehen lassen. Die Jungs starteten mit „A Bid Farewell“ und legten mit dem neuen Kracher „Strenght Of The Mind“ noch einen nach. Es ist immer wieder eine Freude, Jesse Leach beim Singen, Schreien und Brüllen zu betrachten. An ihm kann man einmalig gut sehen, wie Spaß an der Arbeit aussieht. Weiter ging es mit Songs wie „Alone I Stand“, „Beyond The Flames“ und „Always“. Da die Jungs nicht allzu viel Zeit auf der Stage hatten, hielten diese sich mit den Worten kurz und sorgten dafür, dass das Publikum nicht wirklich Zeit hatte zu verschnaufen. Es ging Moshpit um Moshpit und die ein oder andere Wall of Death wurde auch gebildet. Zum Abschluss spielte KILLSWITCH ENGAGE noch „My Curse“ und den Ohrwurm „In Due Time“. Danach machten sie auch schon Platz für ihre Genre-Kollegen HEAVEN SHALL BURN.





Setlist KILLSWITCH ENGAGE

A Bid Farewell
Strength Of The Mind
Fixation On The Darkness
Alone I Stand
This Is Absolution
Beyond The Flames
Hate By Design
Always
My Last Serenade
Rose Of Sharyn
The End of Heartache
My Curse
In Due Time


Welcher Fan des Nu Metals hat noch nie von der Band DEFTONES gehört? Vermutlich keiner. Sie gelten unter anderem als Mitbegründer des soeben genannten Genres und waren als vorletzte Band auf der Blue Stage an Tag 4 des Nova Rocks zu sehen. Leider waren 20 Minuten versetzt auf der Red Stage TWISTED SISTER, so konnten wir uns nur die ersten paar Tracks geben. Den Anfang machte der Leadsänger Chino mit „Rocket Skates“ und „My Own Summer (Shove It)“. Höchst motiviert lief dieser die gesamte Zeit auf und ab auf der Stage und schwang das Mikrofon durch die Luft. Hier hat man wieder mal gesehen, zu was Panzertape nicht alles gut ist, denn das Mic war von Oben bis Unten zugetaped, sodass es bei seinen akrobatischen Wurfeinlagen nicht im Publikum landen konnte. Beim nächsten Song „Be Quiet And Drive (Far Away)“ sprang er von der Bühne in den Fotograben und begrüßte seine Fans. Danach stieg er wieder auf die Absperrung um einen genaueren Blick ins Publikum werfen zu können. Gegen Ende des Songs ging er zurück Richtung Stage und kletterte mit Hilfe eines Security wieder nach oben. Den Abschluss markierte dann „Swerve City“ und wir machten uns auf zum nächsten großen Highlight am Nova Rock 2016.





Setlist DEFTONES:

Rocket Skates
My Own Summer (Shove It)
Be Quiet And Drive (Far Away)
Swerve City
Rosemary
Diamond Eyes
You’ve Seen The Butcher
Prayers/Triangles
Digital Bath
Knife Party
Change (In The House Of Flies)
What Happend To You?
Around The Fur
Rubicon
-
Engine No. 9


Die Ehre den Abschluss auf der Red Stage machen zu dürfen, gebührte heuer niemand anderem als den Hard Rockern TWISTED SISTER. Daniel „Dee“ Snider und seine Gefolgsleute spielten dieses Jahr ihre letzte Tour unter dem Motto „Forty And Fuck It“. Am Schlagzeug war niemand Geringer als, ich zitiere Dee „die wohl größte Musikschlampe im Business: Mike Portonoy“. Als Intro gab es den Original Track von AC/DC „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock’n’Roll)“. Bei TWISTED SISTER würde an dieser Stelle schon eher passen „It WAS A Long Way To The Top“. Ohne viele Worte zu verlieren legte die Band mit dem Klassiker „What You Don’t Know (Sure Can Hurt You)“ nach. Vor dem jedem bekannten Track „We’re Not Gonna Take It“ erinnerte Dee mahnend an die Vorfälle in der Schwulenbar in Orlando. Er forderte alle Fans dazu auf, den Mittelfinger in die Höhe zu halten und zusammen mit TWISTED SISTER „We’re Not Gonna Take It“ zu singen. Dies war sehr schön anzusehen, als alle in einer Einheit den Song anstimmten. Vor „The Price“ gab es die nächste kleine Pause und Snider bedankte sich bei einigen Musikern, unter anderem natürlich bei OZZY OSBOURNE, persönlich. Diesem widmete er eine längere Rede und bedankte sich bei ihm für die Gründung der Metal Musik. Nach dieser Dankensrede forderte er erneut die Menschen auf, ihre Feuerzeuge und Handys in die Luft zu halten und allen verstorbenen Musikern die letzte Ehre zu erweisen. Zum Schluss gab es noch die Songs, auf die alle bereits gewartet haben, „I Wanna Rock“ und „S.M.F.“, zu hören.





Setlist TWISTED SISTER:

What You Don’t Know (Sure Can Hurt You)
The Kids Are Back
Burn In Hell
Like A Knife In The Back
Destroyer
You Can’t Stop Rock’n’Roll
I Am (I’m Me)
We’re Not Gonna Take It
The Fire Still Burns
The Price
I Believe In Rock’n’Roll
I Wanna Rock
S.M.F.


Den Abschluss auf dem Nova Rock 2016 machten niemand anderes als die RED HOT CHILLI PEPPERS. Anthony und seine Jungs begannen mit einem gemütlichen Jam als Intro für die letzte Show. Danach starteten sie so richtig in den Abend mit „Can’t Stop“ und „Dani California“. Wenn man sich eine etwas erhöhte Position suchte und einen Blick ins Publikum warf, kam es einem so vor, als wäre das gesamte Nova Rock anwesend. Ohne viele Worte zu verlieren ging es danach mit Songs wie „Ethiopia“ und „Nobody Weird Like Me“ weiter. Eines muss ich jedoch sagen, für mich ist und bleiben RED HOT CHILI PEPPERS eher eine Band die man im Auto hört. Ich finde die Band funktioniert live nicht sonderlich gut. Nichts desto trotz lieferten sie eine gute Show ab und wir genossen die bekannten Tracks wie „She’s Only 18“ oder aber auch „The Getaway“. Erst kurz vor dem Ende bekamen wir das wohl bekannteste Stück von ihnen zu hören: „Californication“. Nach einem kurzen Moment, wo die Fans „Zugabe“ riefen, kamen die Jungs natürlich noch einmal auf die Bühne und legten mit drei Songs noch einen oben drauf. Unter anderem mit den Tracks „Tonight“ und „Give It Away“. Bevor sie jedoch von der Bühne gehen durften, gab es noch das alljährliche Nova Rock-Feuerwerk zu bestaunen, welches meiner Meinung heuer etwas kleiner ausfiel als sonst. Zum Ende gab es dann nochmals einen Jam der Band zu hören bevor RHCP die Bühne verließen.

Setlist RED HOT CHILLI PEPPERS:

Intro Jam
Can’t Stop
Dani California
Scar Tissue
We Turn Red
Snow ((Hey Oh))
Ethiopia
Nobody Weird Like Me
Rain
Dark Necessities
She’s Only 18
Tell Me Baby
The Getaway
Californication
By The Way
-
Tonight
Under The Bridge
Give It Away
Final Jam


Wie jedes Jahr ist das Nova Rock ein gut geplantes und durchdachtes Festival, bei dem es kaum Pannen oder unvorhersehbare Aktionen gibt. Das Line Up wird aber dann doch leider von Jahr zu Jahr etwas schwächer was die „harte“ Musik betrifft. Auch die Wahl mit den RED HOT CHILI PEPPERS als großen Headliner kann ich nicht ganz nachvollziehen. Nichts desto trotz war es ein solides Festival mit einem Bonustag. Die absoluten Highlights für mich im Rückblick waren ALICE COOPER, TWISTED SISTER, BEHEMOTH und AMON AMARTH. Wenn die Veranstalter es so beibehalten, dass sie dennoch die eine oder andere Legende und Freunde der etwas härteren Musik einladen, bin ich auch nächstes Jahr wieder am Start!


FOTOS + E-CARDS
www.novarock.at

Bollwerk

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Beitrag vom 28.06.2016
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