SUMMER BREEZE: SABATON   AIRBOURNE   TESTAMENT   FEAR FACTORY   AT THE GATES   EXODUS   LORD OF THE LOST   TOXPACK   THE NEW ROSES   HIGH FIGHTER   IRON REAGAN  
18.08.2016 @ Festivalgelände

Es scheint schon fast Tradition zu sein, dass ab Donnerstag immer wieder deutschsprachige Bands wie TROLLFEST, FEUERSCHWANZ, KÄRBHOLZ oder STAHLMANN die Mainstage eröffnen. Dieses Jahr war es unter anderem an TOXPACK einen Festivaltag zu beginnen.

Die Berliner konnten bereits zur unchristlichen Stunde - die Band startete schon um 11 Uhr vormittags, um einige tapfere, wenn auch wahrscheinlich reichlich unausgeschlafene Fans vor die zu Bühne bitten. Der punkige Sound der Deutschrocker rüttelte die Zuschauer schnell wach und lud diese auch fleißig zum Mitsingen und –feiern ein. Wenn der eine oder andere noch im Zelt gammelte, war das aber auch kein Fehler, zu typisch und abgedroschen kamen mir TOXPACK vor.

Setlist TOXPACK:

Bellaria / Fünfzehn
Bastarde
Nichts Hören
Niemand
Problem
Friss
Was Uns verbindet
Cultus
Uhrwerk


Etwas kreativer war dann im Anschluss sicherlich der Sound von LORD OF THE LOST. Die Herren überzeugten mit ihrem abgefahrenen und absolut partytauglichen Industrial Dark Rock-Sound auf voller Länge. Die Songs der Hamburger gingen gut ins Ohr, regten zum Tanzen an und machten einfach eine Menge Spaß. Einen großen Grinser ins Gesicht zauberte dem Publikum das abgefahrene BACKSTREET BOYS Cover, das dem ganzen Gig noch die Krone aufsetzte. Vielleicht mag man in bratender Mittagshitze nicht die perfekte Atmosphäre für LORD OF THE LOST geschaffen haben, doch die Jungs konnten einen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass ein Wiedersehen – vielleicht zu spätererer Stunde im Zelt – nicht auszuschließen ist.

Setlist LORD OF THE LOST:

The Love Of God
Kill It With Fire
Black Lolita
Full Metal Whore
We´re All Created Evil
Six Feet Underground
Dry The Rain
Fists Up In the Air
Die Tomorrow
Everybody (Backstreet´s Back)
La Bomba


Ein paar Fetzen von den Dark Melodic Deathern OMNIUM GATHERUM von der Pain Stage konnten wir noch vernehmen, ehe wir uns sputen mussten, um die Eröffnung der Camel Stage mit HIGH FIGHTER erleben zu dürfen. Die Finnen legten eine solide Leistung hin und wurden ihrem Namen definitiv gerecht. So lockte man mühelos zahlreiche Fans vor die Bühne und motivierte auch genügend davon zum Headbangen was das Zeug hielt. Songs wie „The Pit“ oder „Skyline“ taugen auch absolut dazu, weshalb Fans der Truppe durchaus zufrieden sein durften.

Setlist OMNIUM GATHERUM:

The Pit
Ego
Skyline
Nail
The Unknowing
Frontiers
The Sonic Sign
New World Shadows
New Dynamic


Doch wie erwähnt, zog es uns zu den Doom/Sludgern HIGH FIGHTER aus Hamburg auf die C-Stage. Und was soll ich sagen Frontfrau Mona Miluski und ihre Kollegen aus Hamburg hielten in der knappen halben Stunde alle Versprechen, die sie mit ihrem Album „Scars & Crosses“ vor nicht allzu langer Zeit machten. Mona brüllt live nochmal eine Ecke aggressiver und der drückende Sound der Truppe, inspiriert von vielen Quellen, schlug ein wie nur was. Heftig, drückend, zäh, aber doch wunderschön präsentierten HIGH FIGHTER sich auf ihrem Summer Breeze Debüt, das einfach eine Menge Spaß machte und zeigte, was für ein Potential in der gerade erst gegründeten Band steckt. Da freut man sich auf jeden Fall auf weitere Live-Glanztaten, da der energische Auftritt mühelos den Platz vor der Stage füllte und viel Bewegung sowie Jubel auslöste.





Setlist HIGH FIGHTER:

Black Waters
In Veins
Blinders
Darkest Days
Scars & Crosses
2Steps Blueskill


Nach einer kurzen Verschnaufpause und allerlei Fressalien, die am SB immer wieder eine Qual der Wahl darstellen, ging es zurück zur T-Stage auf der IRON REAGAN neugierig machten. Unter dem Namen hätte ich mir ja einiges erwartet, doch sicher keinen so verrückten Mix aus Thrash, Punk, Hardcore und Crossover. Die Amis gaben von der ersten Sekunde an Vollstoff, ließen einen kaum verschnaufen und als Frontman Tony Foresta nach gefühlten drei Minuten meinte, dass das nun der fünfte Song war und noch weitere Folgen sollten, war ich wohl nicht der einzige, der einen Blick auf die Uhr werfen musste. Und Tatsache
- es waren nicht mehr als ein paar Minuten vergangen. Ehe man sich versah waren dann auch schon zehn Tracks rum und man kündigte ein zünftiges CANNIBAL CORPSE Cover an. IRON REAGAN sind heftig, kompromisslos und verdammt anstrengend, doch genau das macht die Amis auch irgendwie besonders und sympathisch





Setlist IRON REAGAN:

Bang Out
Obsolete Man
Government Surveillance
Tyranny Of Will
I Won´t Go
In Greed We Trust
Bet On Black
Eat Shit And Live
Insanity Plea(se)?
Spoiled Identity
Cycle Of Violence
A Skull Full Of Maggots (CANNIBAL CORPSE-Cover)
Miserable Failure
U Lock The Bike Cop
Walking Out
Your Kid´s An Asshole
Mini Lights
Close To Toast
Four More Years
Eyeball Gore


Und als wäre man noch nicht genug durchgethrasht, starteten dann auch schon EXODUS auf der Mainstage. Die Thrash-Legende hatte ebenso wenig Lust auf Kompromisse und zog mühelos ihr Ding durch. Die Rückkehr von Steve „Zetro“ Souza tat den BayArea Thrashern sichtlich gut und so feuerte man ein Thrashfeuerwerk ab das keine Wünsche offen ließ. Ob „Bonded By Blood“, „Body Harvest“, „Blacklist“ oder „War Is My Shepherd“ - EXODUS verstehen ihr Handwerk. Dennoch ließ es sich Steve nicht nehmen, die Fans hier und da nochmal zu 110% zu animieren und keifte seine Vocals stark wie eh und je aus seiner heiseren Kehle. Und so verflog auch diese Stunde wie nur was, ehe man mit „Strike Of The Beast“ das Set würdig beendete. Da mir noch einige Hits fehlten, weise ich gerne noch auf die kommende Tour mit OBITUARY hin, sofern der Fan am Summer Breeze einfach nicht genug bekommen konnte.





Setlist EXODUS:

The Ballad Of Leonard And Charles
Blood In, Blood Out
And Then There Were None
Deranged
Exodus
Body Harvest
A Lesson In Violence
Blacklist
War Is My Shepherd
Bonded By Blood
The Toxic Waltz
Strike Of The Beast


Die schwedischen Urgesteine und Erfinder des Göteborg Sounds, AT THE GATES, standen schon bald “at the stage” und gaben wie gewohnt Vollstoff. Die 2007 refomierten Nordmänner sind live auch heute noch eine Wucht und versprühen mit ihrem 90s Death Metal immer noch eine schier unbändige Energie, die man erlebt haben sollte. Tomas Lindbergs keifende Stimme, die sich nicht wenige Bands bis heute als Vorbild nehmen, hat nichts an Energie und Ausdrucksstärke verloren. Und Kracher wie „Slaughter Of The Soul“, „At War With Reality“ oder das heftige “Blinded By Fear” taten ihr Übriges, um die Show perfekt abzurunden. Dennoch dauerte etwas, bis das Publikum so richtig in Fahrt kommen konnte. Aber auch das bekam Tompa recht schnell in den Griff, so dass die tausenden Metalheads vor der Bühne bald abgingen und die Faust in die Luft reckten. AT THE GATES muss man einfach erlebt haben.





Setlist AT THE GATES:

El Altar Del Dios Desconocido (Intro)
Death And The Labyrinth
Slaughter Of The Soul
Cold
At War With Reality
The Swarm
The Circular Ruins
Under A Serpent Sun
Suicide Nation
Heroes And Tombs
Nausea
Eater Of Gods
The Book Of Sand
Blinded By Fear
Night Eternal


Wer etwas Abwechslung gebrauchen konnte, der durfte sich diese nachher an der Camel Stage abholen, denn dort rockten THE FOUR ROSES mit einem Mix aus klassischem, aber trotzdem zeitgemäßen Rocksound, der zum Abgehen einlud. Mit einem Schuss Glam-Rock konnten die Jungs aus Wiesbaden das Publikum auch schnell zum Tanzen und feiern einladen. Zwar standen schon mal mehr Leute vor der Camel Stage, doch THE FOUR ROSES zauberten den anwesenden Rock-Fans mühelos ein Lächeln ins Gesicht. Somit haben die Jungs aus Deutschland auf jeden Fall ihre Arbeit in der halben Stunde recht gut gemacht.

Setlist THE FOUR ROSES:

Thirsty
Gimme Your Love
Whiskey Nightmare
My Hate Survives
Devil´s Toys
Without A Trace


Apropos Rock: AIRBOURNE standen in den Startlöchern. Wenn jemand Rock in den Mund nimmt, dann muss er mittlerweile auch irgendwann AIRBOURNE ausspucken. Die verrückten Australier, die zu Beginn als AC/DC-Klon abgestempelt wurden, konnten ihre Vorbilder mittlerweile, vor allem was Energie und Elan betrifft, meilenweit überholen. Die Zuschauerzahlen mögen vielleicht noch immer weit kleiner sein, dennoch ist es ein Erlebnis Joel O´Keeffe beim Abgehen und Ausrasten zuzusehen. Wer die Jungs schon mal live gesehen hat, weiß, dass es da schnell kein Halten gibt. Vielleicht mag vieles der Show schon abgedroschen sein, denn wieder solierte er an der obersten Sprosse des Bühnenaufbaus, zertrümmerte eine Bier-Dose auf der Birne und exte auch das eine oder andere Hopfengetränk, doch das macht überraschenderweise in Kombination mit den energiegeladenen Krachern „Too Much, Too Young, Too Fast“, „Girls In Black“ und „Runnin´ Wild“ einfach immer noch einen ungeheuren Spaß. Fazit: AIRBOURNE gehen einfach immer.





Setlist AIRBOURNE:

Ready To Rock
Too Much, Too Young, Too Fast
Chewin´ The Fat
Diamond In The Rough
Girls In Black
Cheap Wine & Cheaper Women
Breakin´ Outta Hell
No Way But The Hard Way
Stand Up For Rock´n´Roll
Live It Up
Runnin´ Wild


Das nächste Highlight folgte auf der Pain Stage. Doch FEAR FACTORY war das Glück nicht hold. Gerade als die Cyber Metaller ihr Set mit dem Klassiker „Demanufacture“ starteten, ging der erste Regen, der sich bald in Sturzbächen über den Zuschauern ergoss, los. Hits gab es dennoch zu Genüge. „Shock“, „Edgecrusher“ und „Replica“ dürfen sowieso in keinem Set der Amerikaner fehlen, doch dank „Powershifter“, „Hunter Killer“ und „Archetype“ war klar, dass sich Burton C. Bell und Dino Cazarez hier ein tolles Best-Of überlegt haben. Natürlich wurde aber auch das aktuelle Werk „Genexus“ nicht vergessen. Leider mussten Viele wegen dem erwähnten Regen flüchten und trockene Kleidung organisieren. Die Show von FEAR FACTORY war als heftig und solide zu bezeichnen, einzig bei Bell krankt es immer noch an den cleanen Vocals, die in den letzten Jahren einfach nicht mehr so sitzen, was die Fans aber Dank den immer noch passenden brachialen Shouts, sicherlich verzeihen.





Setlist FEAR FACTORY:

Demanufacture
What Will Become
Shock
Edgecrusher
Powershifter
Soul Hacker
Regenerate
Hunter Killer
Archetype
Resurrection
Martyr
Replica


Auch hier gilt: SABATON geht immer. Die Jungs spielen sich seit knapp einer Dekade kontinuierlich an die Spitze des Power Metals und überzeugen mit grandiosen Live-Shows. Da war ein Headliner-Slot am Summer Breeze nur eine Frage der Zeit. Mag es an der Hitdichte liegen oder ob es einfach an der Zeit war, doch man ließ das „The Final Countdown“-Intro weg, startete aber wie gewohnt mit dem zweiten Intro „The March To War“ ehe man Joakim schon von Weitem: „We are Sabaton and this is Ghost Divisions“ brüllen hörte. Danach gab es kein Halten mehr. Der Kracher animierte sogleich die zu tausenden erschienen Fanscharen zum Mitsingen und Headbangen. „Far From The Fame“ holte danach vielleicht von der Geschwindigkeit her runter, doch die Stimmung wurde noch besser, was dem bombastischen Hit „Carolus Rex“ absolut zu Gute kam. Bald folgten die bekannten „Noch ein Bier“–Rufe, worauf Joakim natürlich auch schnell ein Kühles exte, ehe das Hitfeuerwerk weiter ging. Das Bühnenbild mit dem immer noch schicken Panzer explodierte immer mal wieder in Pyros und allerlei schnickschnack. Da SABATON knapp vor 23 Uhr starteten, kam auch der Releasetag vom neuen Werk „The Last Stand“ immer näher und wurde gegen Mitternacht logischerweise erreicht. Passend dazu gab es mit „Shiroyama“ und „The Lost Battalion“ auch schon etwas davon zu hören. Ansonsten beschränkte man sich auf munteres Scherzen und Tracks die jeder auswendig mitsingen kann. „Gott Mit Uns“ wurde erneut ohne den Fronter durchgezogen, denn wie man weiß sind die Gitarristn Chris und Thobbe, der die Band leider nach der Show verlassen wird, auch begnadete Sänger. Auch die schwedische Nummer von „Carolus Rex“ blieb erhalten. Dieses Mal traf es „A Lifetime Of War“ bzw. „En Livstid I Krig“, der sich herrlich frisch und als Dauerbrennern wie „Attero Dominatus“ oder „Primo Victoria“ anfühlt.





SABATON nutzten die 90 Minuten für eine bis aufs letzte Detail durchdachte Show, die immer noch eine Menge Spaß und ebenso Lust auf die kommende „The Last Tour“ machte. Den Abschluss machte mit lauter Fanbeteiligung das nicht überraschend dort platzierte „Metal Crüe“.

Mittlerweile weiß man exakt, was SABATON live bieten, doch irgendwie kann man davon einfach nicht genug bekommen und erwartet sich keine großen Überraschungen, zu denen die Band aber durchaus noch fähig ist. Wir sind gespannt, was die Herren sich für die genannte Tour noch einfallen lässt.

Setlist SABATON:

The March To War
Ghost Division
Far From The Fame
Carolus Rex
Swedish Pagans
Resist And Bite
Cliffs Of Gallipoli
Shiroyama
The Art Of War
Soldier Of 3 Armies
En Livstid I Krig
Gott Mit Uns
Attero Dominatus
The Lost Battalion
To Hell And Back
Night Witches
Primo Victoria
Metal Crüe


Wer noch Energie hatte, der hat sich definitiv das nächste Thrash-Urgestein in Form von TESTAMENT nicht entgehen lassen. Chuck Billy und seine Jungs sind aktuell extrem fleißig unterwegs und erzeugen überall wo sie auftauchen eine grandiose Stimmung. Mit Thrash-Granaten wie „Rise Up“, „Practice What You Preach“ oder „Disciples Of The Watch“ ist das aber ehrlich gesagt auch nicht schwer. Die Jungs waren extrem gut drauf und konnten das Publikum auch zur späten Stunde als letzte Band auf der Pain Stage mühelos zum Mitmachen animieren, auch wenn nicht mehr so viele wie bei SABATON anwesend waren. Das lag wohl auch daran, dass sich Mr. Billy auch dazu hinreissen ließ, die Fans zum Mitsingen zu bitten, was diese auch lautstark vollführten und eine weitere TESTAMENT-Show zu einem unvergesslichen Erlebnis machten. Aber nicht nur das trug zu einer starken Show bei auch die überraschend agile Performance der Band, bei dem vor allem Gitarrist Alex Skolnick auffiel, so dass man leicht vergessen konnte, dass man es hier eigentlich mit einer mittlerweile seit über 30 Jahren existenten Band zu tun hatte.





Setlist TESTAMENT:

Over The Wall
Rise Up
The Preacher
More Than Meets The Eye
Practice What You Preach
The New Order
Dark Roots Of Earth
Into The Pit
D.N.R. (Do Not Resuscitate)
3 Days In Darkness
Disciples Of The Watch
The Formation Of Damnation


Weitere abendliche Beschäftigungen außer Bier und Essen waren zu ganz später, oder sollte man vielleicht schon wieder früher Stunde sagen, standen noch THE BLACK DAHLIA MURDER, VIRTUE CONCEPT und die Düster-Meister SWALLOW THE SUN am Plan, die zweifelsohne auch noch einige Fans vor die Bühne lockten.


FOTOS + E-CARDS
www.summer-breeze.de

maxomer
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Beitrag vom 25.08.2016
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