KALTENBACH OPEN AIR: TAAKE   DIABOLICAL   FRANTIC AMBER   WALDSCHRAT   MORTAL STRIKE   MONUMENT OF MISANTHROPY   MOROS   EBONY ARCHWAYS  
18.08.2016 @ Kaltenbach Open Air

In diesem Jahr stand die elfte Auflage des Kaltenbach Open Airs auf dem Programm, somit ließen sich logischerweise viele Metalheads diese Gelegenheit nicht entgehen, um drei Tage lang tolle Musik zu hören, Freunde zu treffen und gemeinsam zu feiern.

Dieses Festival ist eine wichtige Institution innerhalb der österreichischen Metalszene und hat eine sehr wechselvolle Geschichte aufzuweisen. Nach vielen Problemen in den letzten Jahren scheint jedoch jetzt Ruhe und Stabilität eingekehrt zu sein.

Das Kaltenbach Open Air verbindet wirklich die ganze österreichische Metalszene und auch aus dem Ausland reisen immer wieder einige Fans an. Ich traf zum Beispiel eine junge Frau, die speziell für dieses Festival aus Israel anreiste. Auch der Wettergott war dieses Jahr großteils auf der Seite der Veranstaltung, denn abgesehen von kurzen Schauern am Freitag und Samstag blieb es weitgehend trocken, auch wenn die Nächte ganz schön kalt waren.

Und schon am Parkplatz bot sich der altbekannte Anblick. Die Zelte platzierte man wie gehabt entlang der Straße, aber auch auf der Skipiste platzierten sich mutige Camper – Schräglage beim Schlafen ist garantiert. In der zweiten Kurve befand sich die Bühne, und weiter die Straße entlang nach oben hatten auch wieder Händler ihre Stände - dort wurde vieles feilgeboten, was den Metalfans gefällt. Auch ein großer Teil der Camper fand oberhalb des Festivalbereiches Platz.





Innerhalb des Bühnengeländes waren in weiser Voraussicht Bierbänke unter Zelten und im Freien aufgestellt, falls die Metalfans einmal müde werden sollten. Neben zwei Getränkeständen wurde auch ausgiebig für das leibliche Wohl gesorgt. Es gab ein Kaffee- und Kuchenbuffet, bei dem für einen guten Zweck gesammelt wurde, und ein großes Verpflegungszelt, das ein üppiges Speisenangebot für Fleischtiger und –verweigerer im Angebot hatte. Auch Autogrammstunden waren vorgesehen, die von den Besuchern gerne angenommen wurden.

Erst sah es gar nicht so gut aus - strömender Regen und viele dunkle Wolken standen am Progamm, aber als die Opener EBONY ARCHWAYS pünktlich um 16.00 Uhr auf die Bühne kamen war der Spuk vorbei und trockenen Hauptes konnten sich die Leute aus den Unterständen hervorwagen um den flotten Sounds und dem druckvollen Gesang der Grazer Truppe zu lauschen. Die Spielweise war ziemlich hart, aber gelegentliche rockige Einlagen sorgten für Auflockerung. Zu Beginn waren nur wenige Besucher vor der Bühne, aber so nach und nach füllte sich der Platz. Das Grazer Quartett ist seit drei Jahren in Sachen Metal am Werk und veröffentlichte vor zwei Jahren das Debütalbum "Moonburnt", aus dem einiges zum Besten gegeben wurde, aber auch neue Tracks waren Teil der Setlist. Es dauerte ein bisschen bis Bewegung in die Leute kam, aber durch die große Spielfreude der Grazer tauten mit der Zeit alle auf, gingen ordentlich mit, und so wurde der Auftritt von EBONY ARCHWAYS doch noch ein gelungenes Erlebnis.





Setlist EBONY ARCHWAYS:

The Sadists Coffinhouse
Maggot Race
Pariah
Hero In A Tragedy
Wilderness
Blood.


Eine etwas weitere Anreise hatte die nächste Band hinter sich. MOROS stammen aus Vorarlberg und widmen sich seit längerer Zeit einem Mix aus Death und Thrash Metal. So war es nicht verwunderlich, dass die Jungs von Anfang an mit hämmernden Sounds und wechselvollen Growls viele Ohren zum Schlacken, und so manche Köpfe zum Kreisen brachten. Zwischendurch gab es auch ein paar ruhigere Einlagen mit gelungenen Gitarrenriffs. Sänger Mighty Mons war die Freude über die vielen Besucher vor der Bühne bei seinen Ansagen in "Vorarlberger Hochdeutsch" deutlich anzumerken. MOROS lieferten einen tadellosen Gig ab, und die Entscheidung war absolut richtig, die Jungs über den Arlberg auf den Semmering zu locken.





Setlist MOROS:

Souleater
Skeleton King
Breed Of The Earth
Satanic Oath
Drunken To The Bone
Psychotic Maniäcs
Lakeside Terrorfrönt


Einen noch deutlich weiteren Weg brachten MONUMENT OF MISANTHROPY hinter sich, um am Metalberg aufzuspielen. Die Truppe stammt aus Nizza/Frankreich, hat mit George Misanthrope jedoch einen österreichischen Sänger, der auch noch in anderen Bands die Vocals beisteuert, aber auch Gitarrist Johnny Patrascu hat österreichische Wurzeln. Als Bühnendeko gab es einen auf einem Gestell aufgehängten, brutalst verstümmelten Frauentorso, und das verhieß nichts Gutes. Und genauso brutal war auch der Death Metal, der den zahlreich anwesenden Leuten auf die Ohren geklatscht wurde. Zur knallharten Musik gab es variantenreiche Growls und das Publikum brauchte keine Extra-Einladung um bei diesen Sound ordentlich abzugehen. Die österreichisch/französische Connection hinterließ bei den meisten einen sehr guten Eindruck, und MONUMENT OF MISANTHROPY konnten sich nach diesem Gig sicher über eine Menge neuer Fans freuen.





Setlist MONUMENT OF MISANTHROPY:

Vegan Homicide
Malformation
Retarded Phrase Mongers
Pull The Plug (DEATH Cover)
Bring Me The Head Of LGG
Foreboding Of Evil
Entering A New State
Monument Of Misanthropy


Aber natürlich gab es auch nach diesen heftigen Klängen keinerlei Erholung für die Gehörgänge. Die Wiener MORTAL STRIKE brachten als einzige Band bereits letztes Jahr die Bühnenbretter am Kaltenbach Open Air zum Beben, und auch dieses Jahr konnten sich die Thrash-Metaller in stilechten Metal-Kutten über viele Fans vor der Bühne freuen, als sie bei einem tollen Intro nach und nach auf der Bühne erschienen. Erstmals war an diesem Tag auch der Fotograben gut gefüllt, und so konnten sich die Wiener nicht über mangelnde Aufmerksamkeit beschweren. Mit rasanter Spielweise und druckvollem Gesang wurden viele Mähnen zum Kreisen gebracht. Sänger Matthias zeigte sich als Energiebündel und fegte pausenlos über die Bühne. Ein kurzes technisches Gitarrenproblem wurde gekonnt überspielt. MORTAL STRIKE sind immer eine Bank für jedes Festival und ein Garant für beste Stimmung - das wurde an diesem Tag erneut unter Beweis gestellt.





Setlist MORTAL STRIKE:

Intro
Outburst Of Fury
One Against All
Against The Wall
MG 42
Here Comes The Tank
For The Loud And The Aggressive
Raining Blood


Auch die nächste Band stammte aus Wien, WALDSCHRAT sind Vertreter des Black Metals, und dementsprechend traten alle Musiker mit düsterem Corpsepaint auf. Bei einem kurzen Intro mit Sturmgeheul kamen nach und nach alle auf die Bühne und boten sehr druckvolle, aber auch melodische Sounds. Dazu steuerte Vocalist Sarolf intensives Growling bei. WALDSCHRAT arbeiten derzeit an einem neuen Album, dementsprechend wurden auch neue Songs präsentiert. Auf der Bühne stand ein Metallteil in Runenform mit aufgesteckten Räucherstäbchen, die man aber anzuzünden vergessen hatte, aber im Freien wäre der Duft ohnehin verflogen. Viele standen vor der Bühne und lauschten gebannt, aber genau beim letzten Song "Die Sterne Sangen Mir Ein Lied" setzte ein Platzregen ein, der die tolle Stimmung zerstörte, und die meisten unter schützende Unterstände vertrieb. Dennoch war dieser Gig asl gelungen zu bezeichnen, und das Wetter kann leider niemand steuern.





Setlist WALDSCHRAT:

Wer Wind Sät
Metropolis
Verfall Des Seins
Als Das Leid Das Land heimsuchte
Traum Und Zeit
Der Wind Hat Mir Sein Leid Geklagt
Die Sterne Sangen Mir Ein Lied


Der Regen dauerte zum Glück nicht sehr lange und so war es zumindest von oben her wieder trocken, als FRANTIC AMBER die Bühne enterten. Vielleicht gab es außer mir noch andere, die diese schwedische Melodic Death Metal Band noch nicht kannten, aber es war schon faszinierend, was die vier hübschen Mädels und ihr Drummer den durch den Regen nicht mehr so zahlreichen Besuchern um die Ohren knallten. Zur druckvollen und gelegentlich auch melodischen Spielweise steuerte Vocalistin Elizabeth Andrews tiefen Gesang und intensive Growls bei, und brachte das Publikum mit kraftvollen Ansagen zusätzlich auf Touren. Für den Abschluss hatten FRANTIC AMBER ein besonderes Schmankerl in petto - das CANNIBAL CORPSE-Cover "Hammer Smashed Face". Die Truppe setzte auch diesen Track toll um, und zog die Leute damit wohl endgültig auf ihre Seite.





Setlist FRANTIC AMBER:

Intro
Burning Insight
Bleeding Sanity
Soar
Self Destruction
Entwined
Drained
Wrath Of Judgement
Ghost
Hammer Smashed Face (CANNIBAL CORPSE)


Auch die nachfolgende Band kam aus Schweden und hatte harte Sounds im Gepäck. Seit vielen Jahren sind DIABOLICAL den Fans des Death/Thrash Metals ein Begriff und so war es nicht verwunderlich, dass der Platz vor der Bühne sehr gut gefüllt war. Bei einem ziemlich langen, wabernden Intro mit gesprochenem Text betraten die Musiker nach und nach die Bühne und blieben wie angewurzelt stehen. Nach dem Verklingen des Intros kam langsam Leben in die Truppe und sie präsentierten zu Beginn eher ruhige, jedoch sehr druckvolle Sounds mit teilweise hämmernden Drums, zu denen Sverker "Widda" Widgren, der auch als Vocalist bei DEMONICAL und CENTINEX im Einsatz ist, harte Vocals bzw. Growls beitrug. Kurze melodische Einspielungen zwischen einzelnen Tracks sorgten für Auflockerung, aber sonst wurden die Fans mit sehr harter Kost zufriedengestellt. DIABOLICAL planen offenbar ein neues Album, da auch neue Songs das abwechslungsreiche Set ergänzten. Als Einstimmung dazu wurde kürzlich eine EP mit dem Titel "Umbra" veröffentlicht, und auch die neuen Titel kamen sehr gut an. Damit hat sich auch für DIABOLICAL der Ausflug auf den Metalberg auf jeden Fall gelohnt.





Setlist DIABOLICAL:

Tremor
Decline
Requiem
Reincarnation Of The Damned
Diaspora
Fields Of Nihil
Into Oblivion
Eye
Metamorphosis


Eigentlich wären ja die niederösterreichischen Post Black Metaller ANOMALIE der letzte Gig des Abends gewesen, aber leider war ich zu erledigt, um noch so lange am Gelände zu bleiben. Das tat mir zwar sehr leid, aber ich hoffe doch sehr, dass es demnächst eine andere Gelegenheit gibt, die Jungs live zu erleben.
Deshalb bildeten TAAKE für mich den Abschluss des ersten Festivaltages. Kaum eine andere aktive Black Metal Band ist so umstritten, aber gleichzeitig auch so beliebt wie diese norwegische Truppe rund um Frontmann Hoest, bei dem man nie so genau weiß, was einen erwartet.

Die Vorfreude im Publikum war gewaltig und vielen dauerte der Umbau fast zu lange, obwohl am Kaltenbach Open Air der Zeitplan sehr straff eingehalten wurde. Als es auf der Bühne dunkel wurde und das Intro erklang, gab es in der Menge kein Halten mehr. Düster geschminkte Gestalten erschienen und begannen knallharte, druckvolle Sounds zu spielen, und Sänger Hoest fegte wie ein Wilder über die Bühne, sodass es nicht verwunderlich war, dass bald einmal ein Mikroständer in den Fotograben flog. Das überstanden jedoch alle Fotografen unbeschadet, aber die Vorsicht war geweckt, nachdem es noch mehrere Mikroständer auf der Bühne gab. TAAKE spielten einen Mix aus älteren und neuen Titeln und natürlich durften auch Tracks vom letzten Album "Stridens Hus" nicht fehlen. Bei manchen sorgte vielleicht Hoest´s T-Shirt mit einem Halbmond-Verbotsschild für Amüsement, aber dadurch verhallte auch sein "Allahu Akbar"-Ruf in der Nacht, ohne dass jemand vor Angst davon gelaufen wäre. Ansonsten ging der Gig skandalfrei zu Ende.





Setlist TAAKE:

Nordbundet
Du Ville Ville Vestland
Nattestid Ser Porten Vid 1
Over Bjoergvin Graater Himmerik 4
Hordalands Doedskvad 3
Orm
Fra Vadested Til Vaandesmed
Umenneske
Hordalands Doedskvad 1


Mittlerweile war es ganz schön kalt geworden, aber die meisten waren noch in Feierlaune - Kaltenbach ist halt nur ein Mal im Jahr und das muss schon begossen werden!


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Beitrag vom 31.08.2016
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