KALTENBACH OPEN AIR: EXODUS   INSOMNIUM   FORGOTTEN TOMB   SKYFORGER   RECTAL SMEGMA   HARAKIRI FOR THE SKY   STEEL ENGRAVED   AGE OF AGONY   INSANITY ALERT   MOSFET    STORMRAGE   PRAY FOR PAIN  
19.08.2016 @ Kaltenbach Open Air

Am zweiten Tag stand bereits um 11:30 Uhr die erste Band auf der Bühne. Leider mussten sich PRAY FOR PAIN mit relativ wenigen Zuschauern zufrieden geben - die meisten Leute waren wohl noch zu erledigt vom ausgedehnten Feiern am Vortag. PRAY FOR PAIN präsentierten sich reichlich hart und dazu gab es aggressiv schreienden Gesang von Vocalist Mephisto, der wie ein Wilder über die Bühne flitzte und die Leute einpeitschte. Das wurde von den Fans belohnt und bald konnte man schon einige Mähnen rotieren sehen. Die Texte fielen einigermaßen brutal aus und mit einer fragwürdigen Aussage gegen Feministinnen in Bezug auf den Track "Fuck Feminism" wurden die weiblichen Besucher dezent verärgert. Die armen Männer haben es halt so schwer, seit die Frauen selbständig geworden sind, aber würde es den Feminismus nicht geben, dann könnte ich hier nicht von ihrem Auftritt berichten.





Setlist PRAY FOR PAIN:

Drowned And Pound
Kill A Man
Budan
Daddy´s Home
Don´t Expect Mercy
Deflowered At Birth
Fuck Feminism
Soul Sellout


Absolut nicht frauenfeindlich ging es bei der nächsten Band zu. STORMRAGE stammen aus Salzburg und verbinden Düsternis mit einem Mix aus Death und Thrash Metal. Dass dies sehr gut funktioniert, stellte sich rasch heraus. Auf der Bühne gab es einen mit einem Tierschädel geschmückten Mikroständer und Sänger Heimo Zlöbl zierte sich mit einer Kette aus Tierknochen. Alle Musiker waren grün/schwarz beschmiert und wäre der Gig nicht im Sonnenschein gewesen, hätte wohl alles reichlich düster gewirkt. Aber auch bei Tageslicht wirkten die druckvollen Sounds mit den tiefen Growls sehr angenehm dunkel, so konnten STORMRAGE die Leute vor der Bühne damit in ihren Bann ziehen. Die Salzburger hätten sich auf jeden Fall mehr Besucher verdient, aber bei so langen Festivaltagen kommt es oft vor, dass so mancher Besucher nur für ein paar wenige Bands unter dem eigenen Pavillon hervorkriecht. Von dieser Truppe gibt es bisher leider kein Album, aber nicht nur ich stellte fest, dass es diese Musik durchaus wert wäre, auf einen Silberling gebannt zu werden, um öfter einmal die Möglichkeit zu haben, der Musik dieses Quintetts lauschen zu können.





Setlist STORMRAGE:

Rage Of The Storm
Humanimal
Frames Of Evil
The Conjuring
Hunters Lust


Es finden sich nicht immer nur aufstrebende Bands bei Festivals ein, gelegentlich nützen auch manche die Gelegenheit dazu, um würdig Abschied zu nehmen. Dies traf auf MOSFET zu, die beschlossen, nach 13 gemeinsamen Jahren dieses Projekt zu beenden. Die fünf Oberösterreicher zeigten jedoch bei ihrem letzten Auftritt keinerlei Zerfallserscheinungen, sondern knallten den doch zahlreich erschienenen Fans harte Sounds mit ebensolchem Gesang um die Ohren. Dies wurde auch von vielen zum Anlass genommen um ein letztes Mal mit ihnen ordentlich mit zu bangen und Vocalist Philipp Essl brüllte oben ohne seinen aggressiven Gesang ins selbst mitgebrachte Spezialmikro. MOSFET legten einen würdigen Aufritt auf die Kaltenbach-Bühnenbretter, und für die Fans bleiben trotz der Auflösung zum Glück noch die Alben der Truppe, um in Zukunft in Erinnerungen zu schwelgen.





Setlist MOSFET:

BBQ
Angel´s Piss And Devil´s Jism
The Maschine
Road Song
Diarrhoea Werewolf Part 1
Sexbot
Metal Maniax


Für Traurigkeit blieb jedoch nicht viel Zeit, denn wie man bereits an den witzigen Transparenten erkennen konnte, stand als nächstes Spaß am Programm. Die Innsbrucker INSANITY ALERT machen bereits seit fünf Jahren die Bühnen mit derben Späßen und hämmernden Sounds unsicher, und so war es nicht verwunderlich, dass Sänger Heavy Kevy in einer (nicht verschnürten) Zwangsjacke auf der Bühne erschien. Der Typ schnitt seltsame Grimassen, schrie ins Mikro und fegte über die Bühne! Im Publikum ging von Anfang an die Post ab, und nachdem Heavy Kevy ein Schild mit der Aufschrift "Mosh!" in die Höhe hielt, wurde der Aufenthalt vor der Bühne fast lebensgefährlich. Auf die Musik kam es in diesem Fall gar nicht so sehr an, INSANITY ALERT sind ausgezogen um harten Klamauk zu betreiben, was sie auch beim Abschlusstrack, dem IRON MAIDEN-Cover "Run To The Pit" klar zum Ausdruck brachten. Auch wenn das vielleicht auf Alben nicht so rüberkommt - live stehen die Tiroler für das Motto "Just for fun", und so etwas bringt die Festivalbesucher in Schwung und hebt den Bierkonsum, um verlorene Energie aufzutanken.





Setlist INSANITY ALERT:

Glorious Thrash
Twist Off Betrayal
Desinfektor
Crucified By Zombies
Zongo Vs. Eyeball
Alcohol (GANG GREEN Cover)
The Claw (Of All That Is Evil)
F.U.N.
Weedgrinder
Blunt In/Blunt Out
Confessions Of A Crabman
Pact With Satan
Macaroni Maniac
Mankind Eraser
Run To The Pit


Wie heißt es so schön - Auf Spaß folgt der Ernst! Und das war auch am Kaltenbach Open Air der Fall. Die Death Metaller AGE OF AGONY nahmen die Anreise aus Ungarn auf sich, um dem österreichischen Publikum knallharte Sounds um die Ohren zu schmeißen. Am Beginn war es noch etwas leer vor der Bühne, aber so nach und nach füllten sich die Reihen und es kam immer mehr Stimmung auf. Das Spieltempo war meist rasant, die Drums sehr hämmernd und dazu steuerte Kálmán "Kálmi" Pápai heftiges, tiefes Growling bei. Damit passte die Musik perfekt zu Titeln wie "Panzer Metal", da doch eine Art Gefechtsstimmung erzeugt wurde, die den einen oder anderen im Publikum zum Mitbangen brachte. AGE OF AGONY nahmen sicher einen sehr guten Eindruck von den österreichischen Metalheads mit in die Heimat, und umgekehrt konnten die Ungarn mit diesem Gig viele neue Fans dazu gewinnen.





Setlist AGE OF AGONY:

The Korps
Raiders
Jabloniec Pass
Sabotage
The Last Division
Panzer Metal
Stormtroopers
The Silent Tomb
Panzer Metal
On The Way Of Hate
Death Metal Artillery


Aber nicht nur harte Bandagen fanden sich im Lineup des Kaltenbach Open Airs, auch die Freunde des Heavy Metals wurden bedient. Dazu waren STEEL ENGRAVED aus Bayern angereist, aber leider stand dieser Gig von Beginn an unter einem schlechten Stern, bzw. einer bösen Regenwolke, die die meisten Leute unter die diversen Unterstände vertrieb. Aber davon ließen sich die Bayern nicht abhalten und lieferten einen tadellosen Gig ab, und zeigten deutlich die große Freude, die ihnen dieser Auftritt in der Steiermark machte. Zur flotten Spielweise gab es satte Keyboard-Sounds und Marco Schobers relativ hohen Gesang - also all das was zu ordentlichem Heavy Metal gehört. Einige Leute harrten trotz des Regens tapfer vor der Bühne aus und feierten mit STEEL ENGRAVED, und wäre es nur ein bisschen trockener gewesen, so hätten sich die Bayern sicher über deutlich mehr Publikum freuen können.





Setlist STEEL ENGRAVED:

Desert Uprising
Forlorn Empire
Solitary Mission
The Opressed Will Fly
Stainless Steel
Godspeed
I Am The War


Zum Glück wurden dann die Regenwolken weniger und kamen den Rest des Festivals nicht mehr zum Vorschein. Es war Zeit für Durchstarter innerhalb der österreichischen Metalszene. Die Black Metal/Post Rocker HARAKIRI FOR THE SKY tourten zuletzt eifrig und konnten damit eine große Fanbase aufbauen, und so war es nicht verwunderlich, dass es erstmals an diesem Tag richtig voll war vor der Bühne. Bei einem Intro und nur noch leichtem Regen kamen die Musiker auf die Bühne und konnten von Anfang an das Publikum gefangen nehmen. Zu den satten Sounds gab es tolles Gitarrenspiel und als Gegenpol den harten Gesang von Vocalist J.J.

HARAKIRI FOR THE SKY boten einen Mix aus schnellen und langsamen Titeln und natürlich durfte auch etwas Neues vom kürzlich erschienenen Album "III: Trauma" nicht fehlen. Vielen waren wohl die 40 Minuten Spielzeit zu wenig, aber es wird ja weitere Möglichkeiten geben, dieser Truppe ausgiebig zu lauschen.





Setlist HARAKIRI FOR THE SKY:

Calling The Rain
Burning From Both Ends
Funeral Dreams
Lungs Filled With Water
Jhator


Den meisten Besuchern war wohl noch der Auftritt von GUTALAX im letzten Jahr in Erinnerung und so war es nicht verwunderlich, dass sich im Publikum auch einer zum Abfeiern in einen weißen Schutzanzug geworfen hatte. Viele fanden sich vor der Bühne ein und als die niederländische Truppe RECTAL SMEGMA die Bühne betrat und mit aggressivem Goregrind loslegte, gab es unter den Leuten kein Halten mehr. Zu den hämmernden Sounds sang und grölte Vocalist Yannic, während er über die Bühne sauste. Nicht weniger rasant ging es im Besucherraum zu, da wurde gemosht was das Zeug hielt, und da der Boden stellenweise vom Regen aufgeweicht war, konnte sich so mancher nach diesem Gig über eine neue Schlammdeko freuen. Ich weiß nicht, wie die Musik von RECTAL SMEGMA auf CD wirkt, aber live macht sie den meisten einfach einen Riesenspaß.





Setlist RECTAL SMEGMA:

Sacred Semen Altar
Double D Deathpunch
Fuckface
2 Girls 1 Cupcake
Gnork
Boftygrinder
Shit Squirting Sandy
Ballad Of Balls
Zombie zuigtocht
Slime Swine Swing
Creme Bukkake
Animal Panic Porn Planet
Kruisvocht In Spijkerbroek
Retardo Ricardo
Captain Kut


Weniger Klamauk, aber mindestens ebenso druckvolle Rhythmen standen als nächstes auf dem Programm. Die Letten SKYFORGER sind innerhalb der Pagan Metal Szene äußerst beliebt und waren dieses Mal die einzigen Vertreter dieses Genres auf dem Kaltenbach Open Air. Dass die Truppe auch unter den Metalberg-Besuchern viele Fans hat, wurde beim Anblick der großen Menge vor der Bühne ersichtlich.
Bei einem ruhigen Intro kam erst einmal nur Bassist Edgars "Zirgs" auf die Bühne und intonierte mit kräftiger Stimme. Danach erschienen auch die anderen drei Musiker in altertümlichen Gewändern und begannen energiegeladenen Sounds zu spielen, zu denen Fronter Pteris "Peter" kräftigen Gesang beisteuerte. SKYFORGER sind musizierende Geschichtenerzähler und befassen sich viel mit der Geschichte ihrer Vorfahren. Pteris erzählte auch immer wieder einen kurzen Schwank über den Inhalt der einzelnen Songs. Auch wenn das Kaltenbach Open Air nicht unbedingt das Festival für Pagan-Bands ist, konnten SKYFORGER auf ganzer Linie überzeugen, und nicht nur ich hoffe sehr, dass die Letten bald wieder einmal den Weg nach Österreich finden.





Setlist SKYFORGER:

Ei Skija Skija / Oh Rise, Rise (Intro)
Senprusija / Old Prussia
Kauja Garozas Sila /Battle At Garoza Forest
Sešas arprata Dienas / Six Days Of Madness
Cusku Sieviete / The Woman of Serpents
Ramava / Romuve
Pulkvedis Briedis / Colonel Briedis
Gada Isaka Nakts / The Shortest Night of the Year
Kad Usinš Jaj / When Usins Rides


In der Zwischenzeit begann bereits die Abenddämmerung und damit gab es die perfekte Umrahmung für die nächste Band. FORGOTTEN TOMB sind Vertreter des Black/Doom Metals und bildeten damit einen starken Kontrast zu den vorherigen Bands. Bei einem volksliedartigen Intro betraten die vier Italiener die Bühne und begannen mit sehr ruhigen, melodischen und doch drückendem Spiel. Dazu ließ Herr Morbid seine harte und kraftvolle Stimme erklingen, wodurch sich ein gelungenes Ganzes ergab, mit dem das zahlreiche Publikum fasziniert wurde. Aber nicht nur bedächtige Tracks wurden zum Besten gegeben, auch flottere Titel waren Teil des Sets, denn gelegentlich setzte Drummer Asher seine Sticks in rasantem Tempo ein. Den vielen Zuhörern gefiel ausnehmend gut was sie zu hören bekamen, denn wer schon zu müde zum Headbangen war, der nickte immerhin kraftvoll mit.





Setlist FORGOTTEN TOMB:

Deprived
Negative Megalomania
Daylight Obsession
Hurt Yourself And The Ones You Love
Disheartenment / Alone / Steal My Corpse (Medley)


Um beim Thema Highlights zu bleiben – ein weiteres stand als nächstes auf dem Programm. Die Finnen INSOMNIUM starteten nach dem Erscheinen ihres Erfolgsalbums „Shadows Of The Dying Sun“ voll durch und standen schlagartig auf den Wunschlisten aller Konzert- und Festivalveranstalter. Deshalb konnte sich das Kaltenbach Open Air glücklich schätzen, die Finnen in die Steiermark locken zu können. INSOMNIUM begannen ohne langes Intro und konnten von den ersten Klängen an begeistern. Sänger Niilo Sevänen erfreute zusätzlich mit einer kurzen Ansage auf Deutsch, in der er die große Freude betonte, auf diesem Festival spielen zu können, verlegte sich später aber doch wieder aufs Englische. INSOMNIUM zeigten vollen Einsatz, und im Publikum herrschte Begeisterung pur. Demnächst erscheint ein neues Album der Finnen namens „Winter´s Gate“, und im Zuge dessen werden die Finnen auch wieder nach Österreich kommen. Über eine leere Halle werden sich INSOMNIUM dann sicher nicht beschweren müssen.





Leider schaffte ich es auch an diesem Tag nicht zur letzten Band, TAXIDERMIST, so waren EXODUS mein Abschlussgig an diesem Tag, und die US-Thrasher wurden von der großen Publikumsmenge schon lange vor dem Auftritt regelrecht herbeigeschrien. Bei einem druckvollen Intro kamen die Musiker so nach und nach auf die Bühne und gaben von Anfang an Vollgas. Auch wenn die Band seit ewigen Zeiten existiert, so zeigten die Musiker kein bisschen Altersschwäche, und besonders Sänger Steve "Zetro" Souza fegte wie ein Junger über die Bühne und riss damit alle mit. Alle demonstrierten große Spielfreude und knallten den Leuten ihre Tracks um die Ohren. Keiner konnte sich dieser Dynamik entziehen und so wurde dieser Gig ein voller Erfolg. Es stellte sich als eine wirklich gute Entscheidung heraus die US-Truppe in die Steiermark zu holen und EXODUS waren die Krönung dieses tollen Festivaltages.





Setlist EXODUS:

The Ballad Of Leonard And Charles
Blood In, Blood Out
Scar Spangled Banner
And Then There Were None
Children Of A Worthless God
Piranha
Deranged
Exodus
Body Harvest
A Lesson In Violence
Blacklist
War Is My Shepherd
Bonded By Blood
The Toxic Waltz
Strike Of The Beast



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FOTOS + E-CARDS
www.kaltenbach-openair.at

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Beitrag vom 07.09.2016
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