KALTENBACH OPEN AIR: UNLEASHED   TANKARD   IMPALED NAZARENE   INTERNAL SUFFERING   THULCANDRA   NUCLEAR VOMIT   SAKRILEG   CTULU   EPSILON    ASMODEUS    VULVATHRONE   HALO CREATION  
20.08.2016 @ Kaltenbach Open Air

So wie am Vortag startete das Programm am KOA wieder sehr früh, doch als um 11:30 Uhr HALO CREATION auf die Bühne kamen, konnte sich die Wiener Death Metal Combo über deutlich mehr Zuschauer freuen, als die Opener am Tag zuvor. Die Wiener mauserten sich in letzter Zeit zu richtigen Publikumslieblingen, dementsprechend war die Stimmung beim Gig von Anfang an bestens. Es wurde ein druckvoller Mix aus harten und melodischen Sounds geboten und die hübsche, blonde Frontfrau Eva Oswald growlte was das Zeug hielt, was man ihr aufgrund der bei den Ansagen sanft klingenden Stimme gar nicht so zutrauen würde. Vielen Fans war die halbe Stunde Spielzeit deutlich zu wenig, aber leider blieben die "Zugabe"-Rufe ohne Wirkung, da der straffe Zeitplan weitere Songs einfach nicht zuließ.





Setlist HALO CREATION:

Downward Path
Altered Normal Behaviour
Loss Of Reality
Army Of Annihilators
My Dark Passenger


Danach waren mit einem Mix aus Brutal Death Metal und Grindcore noch aggressivere Klänge angekündigt, aber kaum einer konnte sich zu diesem Zeitpunkt vorstellen, dass dieser Gig der unterhaltendste des Tages werden sollte. Statt vier Bandmitglieder erschienen nur drei Mannen auf die Bühne, und obwohl VULVATHRONE aus Slowenien kommen, sagte Gitarrist Hermanno in gutem Deutsch an, dass Sänger Jure Lindic wegen einer Syphilis-Erkrankung ausgefallen sei, und sie deshalb nur zu dritt anreisten. Allerdings hätte man vermutet, dass Hermanno selbst leidend wäre, da ein Fuß in einen Kuh-Pantoffel steckte, aber vielleicht war das doch nur Deko. Da meldete sich gleich einer aus dem Publikum, dass er ja als Sänger einspringen könnte, und wurde prompt auf die Bühne geholt. Damit ergab sich ein Gesangsmix aus Hermannos hoch kreischenden Vocals und den tiefen Growls des Gastsängers. Später wurde noch ein weiterer Gast-Vocalist aus dem Publikum geholt und dies alles wurde vom Quietschen eines Plastikschweinchens eines weiteren Zuschauers ergänzt. So wurde überraschend eine richtige Party aus diesem Gig von VULVATHRONE.





Setlist VULVATHRONE:

Intro
The Allure Of Domination
Psychopathia Sexualis
Cum Sucket
Porn, Porn, Porn
Kurva
Reduced To A Sexual Objeckt
Toilet Slut
Bitch, Suck My Tich!


Deutlich ernsthafter ging es bei der nächsten Band zur Sache. Seit zwei Jahrzehnten verfolgen ASMODEUS den Weg des Black Metals, manchmal recht aktiv, doch dann hört man wieder lange nichts von den Steirern. Nun scheint wieder mehr Leben in die Band gekommen zu sein, und vielleicht gibt es ja auch bald einmal ein neues Album - das letzte ist schließlich bereits zehn Jahre her.
So sehr sich alle über den Sonnenschein freuten, für Black Metal ist es leider nicht das optimale Ambiente, aber ASMODEUS machten das Beste daraus. Mit Corpsepaint und stachelbewehrter Kleidung betraten die Musiker bei einem Intro die Bühne und knallten dem zahlreich erschienenen Publikum knochenharten Black Metal um die Ohren. Die Drums hämmerten und zu treibenden Gitarrenriffs trug Sänger Desdemon extrem tiefe Grwols bei, und so gelang es ASMODEUS doch, ein bisschen Düsternis im strahlenden Sonnenschein zu erzeugen. Den Leuten gefiel auf jeden Fall was sie hörten und sahen, so dass der eine oder andere auch seine Mähne rotieren ließ.





Setlist ASMODEUS:

Inquisition Feuersturm
Pandemonium Revealed
A Forsaken Enchantment
Conspiracy Unleashed
Servitus In Aeternitatem
Summon The Horde


Aus Niederösterreich stammte dann die nächste Band. Die Death Metaller EPSILON sind seit knapp 13 Jahren unterwegs und konnten bereits eine gute Fanbase aufbauen, von denen sich einige am KOA einfanden. ESPILON präsentierten sich extrem heftig, mit knüppelnden Drums und aggressiven Growls von Sänger Josch, der erst kürzlich zu EPSILON gestoßen ist. Zwischendurch gab es auch rhythmischere Einlagen, die so manchen zum Mitbangen verleiteten. Was auffiel waren die einheitlich schwarzen T-Shirts der Musiker mit den Aufschriften "FLEISCH", "LEIB", "ORGAN" und "KRAFT", während auf dem Shirt des Sängers das Wort "NUTZMENSCH" stand. Dies bezieht sich auf einen Song des aktuellen Albums "Zu Richten", in dem es um den allgemeinen Umgang mit Lebewesen geht. Eine sehr gute Idee, den Fans damit die grundlegende Lebenseinstellung der Band näherzubringen.





Setlist EPSILON:

I Shall Feast On The Flesh Of My Enemies
Ein Zarter Hauch Von Menschlichkeit
Foxy Knoxy
(As Long As You) Submit To Supremacy
Witness My Transformation Evisceration
Can They Suffer?
Die Lebenden Und Die Toten
Nutzmensch


Dann gab es eine kleine Änderung in der Running Order, die ansonsten sehr genau eingehalten wurde. Der Auftritt der niederländischen Death Metal Band ABRUPT DEMISE, der eigentlich für den Nachmittag geplant war, wurde tief in die Nacht hinein verschoben, und dafür spielten CTULU eine Stunde früher. Danach waren SAKRILEG, die eigentlich das Festival beenden hätten sollen, schon an der Reihe. Die restliche Spielfolge für diesen Tag blieb jedoch glücklicherweise gleich.

Eine weite Anreise aus dem höchsten Norden Deutschlands brachten CTULU hinter sich, um am Metalberg aufzuspielen. Und die Jungs hatten einiges mitgebracht - metallene Aufsteller mit dem Bandlogo, Feuerschalen und allerlei andere Deko, die jedoch leider hinter Podesten auf der Bühne kaum zu sehen war. In der Mitte der Bühne platzierten sie eine verhüllte und gefesselte Gummipuppe. Die Musiker traten anonymisiert auf - in schwarze Kapuzenpullis und weiße Strumpfmasken mit schwarzen Flecken gehüllt. In musikalischer Hinsicht boten CTULU sehr drückende und rasante Sounds, deren knallharte Wirkung durch tiefe Growls noch verstärkt wurde. Das brachte der Truppe mehrere Headbanger und auch sonst viel Beifall, zudem vermutlich auch neue Fans ein, sodass sich die weite Reise ins Kaltenbachtal für die Nordlichter auf jeden Fall lohnte.





Setlist CTULU:

Serce Krwawe
Treibjagd
Gezeitenstürme
Totenhauswinde
Heerführer Der Herrenlosen
Serenadenhallen
Die Arkaden Von R´lyeh


Als nächstes gehörte die Bühne wieder einer heimischen Band. Seit ein paar Jahren sind die Kärntner Black Metaller SAKRILEG aktiv. Viele fanden sich vor der Bühne ein, und wer zuvor nicht am Gelände war, blickte etwas erstaunt drein, da laut Plan CTULU an der Reihe gewesen wären. Aber viele waren doch wegen SAKRILEG da und freuten sich, die Jungs zu so früher Stunde sehen zu können. Die schwarze Gesichtsbemalung hätte vielleicht im Dunklen besser gewirkt, aber am Ende kommt es ja auf die Musik an und die war wirklich vom Feinsten. Es wurde variantenreicher und drückender Black Metal mit starkem Riffing geboten, zu denen Ex-HELLSAW Gitarrist Almighty Isiul, der live Teil von SAKRILEG ist, beitrug. All das wurde von den intensiven Screams von Feanor Omega ergänzt. Die meisten Titel brachten einige Headbanger auf den Plan. Das Publikum und war schwer begeistert, und man kann nur hoffen, dass es noch öfter die Gelegenheit gibt, den Songs von SAKRILEG live zu lauschen - dann vielleicht auch hier: im Dunklen und deutlich länger.





Setlist SAKRILEG:

Samstag
Not All Those Who Wander Are Lost
Menschenscheu
Exile
Verloren
Die Sonne Weint


Nach so viel Düsternis im Sonnenschein stand wieder Lärm und Action am Programm. Die polnischen Death Grindecoreler NUCLEAR VOMIT kamen ohne große Einleitung auf die Bühne gestürmt und legten gleich einmal voll los. Die Polen haben zwei Sänger in ihren Reihen, die in unterschiedlichen Stimmlagen ihre Pigsqueals zu den hämmernden Sounds beisteuerten und voller Elan über die Bühne fegten. Und auch bei NUCLEAR VOMIT gab es wie bei allen Grindcore Bands des Kaltenbach Open Airs kein Halten unter den Besuchern. Es wurde gemosht was das Zeug hielt und kaum einer konnte ruhig stehen bleiben. Mit diesem Genre kann man live scheinbar nur gewinnen - bei kaum einer anderen Band verausgabten sich die Leute so gewaltig.





Setlist NUCLEAR VOMIT:

Pilnik W Sromie
Super Zdrowas Mario Bros
P.E.T.A.
Panckraut
Gorefuck
Obora
Nylon Bajtel
Casiopedal
Koryto
Gejsza Boner
Beaver Fever
Jihad Rock N Roll (BLOOD DUSTER Cover)
Cold Turkey (AHUMADO GRANUJO Cover)


Nach so viel Anstrengung brauchten die meisten wohl erst einmal was zu trinken um die Wasserspeicher aufzufüllen. Als THULCANDRA auf die Bühne kamen waren jedoch alle wieder fit und der Platz vor der Bühne war deutlich dichter besiedelt. Die Münchner Melodic Death Metal Band wurde wohl von Vielen bereits sehr herbeigesehnt und so war die Stimmung von Anfang an großartig. Zu druckvollen Sounds, Stakkato-artigen Drums und melodischen Einlagen ließ Vocalist Steffen Kummerer seine kraftvolle Stimme erschallen. THULCANDRA präsentierten einen Mix aus ihrem bisherigen Schaffen und natürlich durften auch Tracks vom neuesten Album „Ascension Lost“ nicht fehlen. Manche Titel wiesen einen großartigen Rhythmus auf, der perfekt zum Mitbangen geeignet war, was die Fans auch nur allzu gerne taten. Vielen war die Spielzeit viel zu kurz, aber vielleicht zieht es die Truppe ja doch bald wieder einmal nach Österreich – willkommen sind die Jungs auf jeden Fall!





Setlist THULCANDRA:

Night Eternal
Black Flags Of Hate
Ritual Of Sight
The Second Fall
Frozen Kingdom
Aeon Of Darkness
Spirit Of The Night


Die Kolumbianer INTERNAL SUFFERING sind für ihren Brutal Death Metal bekannt, und machten im Zuge einer Europa-Tournee auch im Kaltenbachtal Station. Bevor es los ging nahm Sänger Fabio Marin das Mikro und erzählte vom Missgeschick ihres Drummers Wilson "Brigadier" Henao, der sich bei einem Unfall die Hand gebrochen hatte und deshalb nicht auf diese Tour mitkommen konnte. Die Band entschloss sich daraufhin, die Drums aus der Konserve zu verwenden und die Gigs trotzdem durchzuziehen, da die Freude am Live-Spielen einfach überwog. Im Anschluss erklang ein bedrohliches Intro vom Band in Form einer Ansprache, und darauf folgten knallharte Sounds mit bösartigen Growls. Das Spieltempo war gewaltig und diese Energie übertrug sich auf das Publikum, wo viele ihre Mähnen rotieren ließen oder zumindest die Hände in die Höhe rissen. Auch wenn nicht die komplette Truppe antrat, so schafften es die Kolumbianer, die Besucher restlos zu überzeugen.





Setlist INTERNAL SUFFERING:

Intro
Chatoic Matrix
Colossal Vortex
Mighty Triumphant Return
Cyclonic Void Of Power
Choronzonic Force Domination
Summon The Gods Of Chaos
The Antiquary Horror
Monumental Crusade
Vatican Bombardment


Nicht viel weniger Aggressivität hatte die nachfolgende Band im Gepäck. Die Black Metal-Legende IMPALED NAZARENE veröffentlichte bereits zwölf Alben und damit gab es mehr als genug Stoff, um die 50 Minuten Spielzeit zu füllen. Bei einem eher ruhigen Intro mit gesprochenem Text betraten die Finnen mit Corpsepaint nach und nach die Bühne und starteten mit Vollgas in das Set. Zu hämmerndem und bretterndem Sound steuerte der bleich geschminkte und mit einem Kreuz auf der Stirn markierte Vocalist Slutti666 aggressive Growls bei. Zwischendurch gab es Ansagen, mit denen der Fronter die Menge zusätzlich richtig einpeitschte. Die vielen Headbanger flippten völlig aus und ich denke, ein besseres Publikum hätten sich IMPALED NAZARENE nicht wünschen können.





Setlist IMPALED NAZARENE:

Intro
Damation (Raping The Angels)
Armageddon Death Squad
Flaming Sword Of Satan
The Horny And The Horned
Tentacles Of The Octagon
Morbid Fate
Zero Tolerance
Vigorous And Liberating Death
We´re Satan´s Generation
Goat Perversion
Ghettoblaster
Motorpenis
Kali-Yuga
Total War - Winter War
And Ending With Art Of Overkill (MOTÖRHEAD Cover)


Danach stand wieder etwas weniger Ernst und Aggressivität auf dem Programm. Die Deutschen Thrash Metaller TANKARD zählen zu den Urgesteinen dieses Genres. Beim Song „El Condor Pasa“ von SIMON & GARFUNKEL betraten die Musiker nach und nach die Bühne und brachten dem Publikum donnernden Thrash Metal, der auch begeistert angenommen wurde, zu Gehör. TANKARD erwiesen sich als regelrechte Energiebündel, und besonders Sänger Gerre fegte wie ein Wilder über die Bühne. Bassist Frank Thorwarth zeigte sich besonders "Österreich-freundlich" und trug ein MORTAL STRIKE-Shirt. TANKARD strahlten große Begeisterung aus und die übertrug sich auf das Publikum, das frenetisch mitfeierte. So wurde dieser Gig zur großen Metalparty und als TANKARD vor dem Rausschmeißersong „Freibier“ solches für alle einforderten, gaben sich die Veranstalter geschlagen und es gab fünf Minuten lang Freibier für alle, womit sich TANKARD noch beliebter machten, als sie es ohnehin an diesem Abend schon taten.





Setlist TANKARD:

Zombie Attack
The Morning After
Fooled By Your Guts
Rapid Fire
Rules For Fools
Die With A Beer In Your Hand
Minds On The Moon
R.I.B. (Rest In Beer)
Metal To Metal
Not One Day Dead
Chemical Invasion
Alien
A Girl Called Cerveza
Rectifier
Freibier


Krankheitsbedingte Schwäche führte zur Ansage eines Veranstalters, die vielen einen gewaltigen Schrecken einjagte. UNLEASHED-Drummer Anders Schultz war schwer erkrankt und die Band überlegte lange, ob sie diesen Gig spielen sollten oder nicht. Um die Fans nicht zu enttäuschen, entschlossen sich die Schweden doch auf die Bühne zu gehen, allerdings mit der Option eventuell nicht das ganze Set zu spielen. Das wurde von den Fans mit Begeisterung pur aufgenommen und als sich Anders hinter sein Drumset schleppte, bekam er dafür donnernden Applaus. Bei einem Intro kamen dann nach und nach auch die anderen Musiker auf die Bühne und knallten dem begeisterten Publikum ihren Death Metal um Ohren. Die Hardcore-Fans sangen auch begeistert mit und wer nicht so textsicher war, riss die Hände nach oben oder ließ die Mähne rotieren. Auch wenn das Set um 20 Minuten kürzer war als geplant, so überzeugten UNLEASHED auf der ganzen Linie, und der besondere Dank galt Drummer Anders, der für die Fans durchhielt.





Setlist UNLEASHED:

Intro
The Final Silence
This Is Our World Now
If They Had Eyes
Winterland
Don´t Want To Be Born
The Avenger
Fimbulwinter
Defenders Of Midgard
Legal Rapes
To Asgaard We Fly
To Miklagård
Hammer Battalion
Execute Them All

Bis auf ein paar kurze Regenfälle blieb es weitestgehend trocken und der letzte Abend wurde vom Vollmond beschienen, was für eine ganz besondere Stimmung sorgte!

Und das wars also mit dem Kaltenbach Open Air 2016, und auch nächstes Jahr wird es eine Neuauflage dieses Festivals geben, dafür wurden auch am letzten Tag bereits wieder Tickets verlost. Wann genau der Termin sein wird ist aber noch nicht bekannt, schaut einfach regelmäßig auf die Seite der Veranstaltung. Das Kaltenbach Open Air ist ein wichtiger Treffpunkt für die Metalheads und nur wenn die Leute auch hinkommen wird es weiterbestehen. Wir sehen uns 2017 auf dem Metalberg!



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FOTOS + E-CARDS
www.kaltenbach-openair.at

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Beitrag vom 09.09.2016
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