RUNEN DER NACHT: FREEDOM CALL   WOLFCHANT   KNAAT   DRAGONY   HAMMERSCHMITT  
24.09.2016 @ Kitzmantelfabrik

Bereits seit vier Jahren besteht das Runen der Nacht Festival, allerdings wurde dieses Jahr zum ersten Mal in Vorchdorf gefeiert. Im letzten Jahr eher dem Black Metal zugewandt, starteten vergangenes Wochenende mehrere Power-, Pagan- und auch Melodic Death Metal-Bands. Die zwölf Bands, die zum Großteil aus Österreich und Deutschland stammen, brachten das Publikum abwechselnd zum Grölen. Wir haben uns für euch ins Getümmel gemischt und fünf Bands näher unter die Lupe genommen.

Dieses Jahr wechselte das Runen der Nacht Festival nicht nur wie schon erwähnt die Location, sondern es gab auch ein neues LineUp-System, das die Bands abwechselnd auf zwei verschiedenen Stages auftreten ließ. Da wir leider erst gegen 17:30 Uhr vor Ort ankamen, sahen wir nicht mehr viel von HAMMERSCHMITT, also begutachteten wir als erstes den Barbereich. Und dort fiel uns auch gleich die erste positive Überraschung auf: gute Preise und vor allem eine breite Auswahl an Getränken. Die Ladies testen auch gleich die Cocktailbar auf Herz und Nieren und waren sichtlich begeistert.

Setlist HAMMERSCHMITT:

Still on Fire
Rock Steady
Mean Streak
One Helluva Night
Sanctuary
Shout
Metalheads

Ein paar Minuten später standen wir auch schon vor der Main Stage und wurden von DRAGONY mit herzlichem Power Metal beschallt. Mit Songs wie „Wolfes Of The North“ und „True Survivor“ heizte die Gruppe rund um Siegfried „The Dragonslayer“ Samer die Stimmung an und die Menge wurde schnell größer. Was auch nicht verwunderlich ist, denn die Österreicher standen schon als Support für internationale Genregrößen wie BLIND GUARDIAN und POWERWOLF auf der Bühne. Mit ihrem authentischen Auftreten und den ansteckenden Songs legte die Band für uns einen perfekten Einstieg in den Abend hin. Auch wenn wir die Truppe heuer bereits auf dem Nova Rock 2016 gesehen haben und die Setlist sich kaum verändert hat, haben sich DRAGONY trotz des Größenunterschieds der Location im Vergleich zum Nova Rock voll ins Zeug gelegt. Es gab ihre bekanntesten Songs wie „Burning Skies“, „Shadow Runners“ und natürlich „Wolves Of The North“ zu hören. Auch wenn die Wiener nicht besonders viel Zeit auf der Bühne hatten, war es ein voller Genuss.






Setlist DRAGONY:

Burning Skies
Shadow Runners
Kiln Of The First Flame
Dr. Agony
True Survivor
Alcador
Wolves Of The North

Gegen 18:15 Uhr startete dann KNAAT auf der Side Stage. Die seit 2009 aktiven Pagan Metaller traten oberkörperfrei auf die Bühne und verführten das Publikum mit Songs aus ihrem Album „Die Lichtung“. Aktuell arbeiten die Jungs aus Deutschland an einem neuen Werk, das vermutlich noch ein bisschen auf sich warten lassen wird, da der neue Bassist die Band schon wieder verlassen hat. Davon merkte man allerdings nichts, denn KNAAT brachte die Menge zum Kochen! Was etwas schade war, war die schlechte Ton Qualität auf der Side Stage. Ich hoffe, dass die Veranstalter sich um dieses Problem kümmern werden, ansonsten werde ich diese Stage im nächsten Jahr erneut meiden müssen, da man direkt Kopfweh bekam, wenn man nicht ganz hinten stand. Abgesehen vom Ton konnten jedoch KNAAT wie schon im Jahr 2013 auf dem Runen der Nacht Festival überzeugen. Sie sind mit ihren Songs wie „Die Lichtung“ oder auch „Sturm Auf Windhelm“ (na wer kann da etwas verbinden?) aufgetreten. Ich freue mich bereits jetzt, die Jungs erneut live sehen zu dürfen.





Bereits beim Betreten der Bühne konnten WISDOM das Klischee bestätigen, dass Metaller sehr von ihren langen Haaren abhängig sind. Man konnte den Haar Spray direkt erschnüffeln, wenn die Jungs ihre majestätische Haarpracht beim Headbangen durch die Luft schüttelten. WISDOM ist eine der wenigen nicht österreichischen oder deutschen Bands die auftraten. Die im Jahre 2001 gegründete Band stammt aus Budapest und zum Glück durften die Jungs um Gabor Nagy auf der Main Stage auftreten, bei der der Sound um Welten besser war. Als Opener führte WISDOM mit „Somewhere Alone“ und „Heaven And Hell“ ins Set. Was die Musik der Ungarn so besonders macht, ist der langsame Sound jedoch mit richtig viel Kraft gespeist. Weiter ging es mit noch mehr guten Songs wie „Love Forevermore“ und „War Of Angels“. Die Bühnenshow war nicht besonders sehenswert, außer dass sich die Band Mitglieder wohl wirklich lieb haben, so hat Nagy den ein oder anderen von hinten mal umarmt und es wurde wahnsinnig viel gelacht.





Setlist WISDOM:

Somewhere Alone
Heaven And Hell
Judas
Age of Lies
Fallin Away From Grace
Live Forevermore
War Of Angels
Take Me To Neverland
Ravens Night

Dann war die deutsche Band WOLFCHANT an der Reihe, das Publikum zum Bangen zu bringen. Gegründet im Jahr 2003 von den Brüdern Mario „Lokhi“ und „Gaahnt“ Möginger sowie Mario „Skaahl“ und Daniel „Norgahd“ Liebl, touren die sechs Musiker nun mit ihrem neuen Album „Bloodwinter“ durch Europa. Durch Lieder wie „A Pagan Storm“ wird ihr Bezug zu Themen wie Nordischer Mythologie bis hin zur Naturmystik deutlich. Mich persönlich zog die Band sofort in ihren Bann, da sie sichtlich Spaß auf der Bühne hatten. Ihre Songs, die sie auf Deutsch und auch Englisch schreiben, verführen einen förmlich zum Headbangen. Etwas schade fand ich, dass sich die Jungs nicht bemalt hatten. Wer WOLFCHANT selbst und auch einige ihrer Artworks kennt, weiß mit Sicherheit auch von ihrem Corpse Paint. Darf man das überhaupt sagen bei Pagan Bands? Sei´s drum! Auf jeden Fall hätten diese eine viel düstere Stimmung, passend zu den Songs, erzeugen können. So blieben uns nur noch die musikalisch ausgezeichnet umgesetzten Songs wie „Bloodwinter“ oder auch „Never Too Drunk“ (was für eine Einstellung) und „Praise To All“.





Setlist WOLFCHANT:

Schicksalsmacht
Eremit
A Pagan Storm
Element
Bloodwinter
Naturgewalt
Am Schlachtfeld
Never Too Drunk
Call Of The Black Winds
Praise To All

Die letzte Band des Abends war für uns FREEDOM CALL, die schon in den ersten zwei Minuten ihres Auftritts eine bleibende Erinnerung hinterließen mit ihrer Frage „Habt ihr Lust auf Happy Metal?“. Ihre hymnenhaften Songs behandeln meistens Fantasy Themen aber auch kritische Gebiete wie Klimawandel und Mensch und Gesellschaft. Ihre Songs verkaufen sich auf der ganzen Welt und so erschien 2015 das Re-Release Album „Eternity-666 Weeks Beyond Eternity“, aber die Band arbeitet bereits fleißig an einem neuen Projekt namens „Master Of Light“. Ich muss zugeben, dass die Keyboard-lastigen Melodien wirklich gute Laune verbreiten. In diesem Sinne ist FREEDOM CALL wahrlich eine friedlich fröhliche Band! Dies konnte die Band auch im Verlaufe des gesamten Konzertes beweisen, indem diese immer wieder Grimassen schnitten und mit dem Publikum arbeiteten. So machten Songs wie „Tears Of Babylon“, „Freedom Call“ oder auch „Warriors“ gleich doppelt soviel Spaß. Ich würde sagen mit FREEDOM CALL haben die Veranstalter des Runen der Nacht einen Top Headliner gefunden. Ich habe auch schon die Übersicht verloren wie oft ich diese Truppe bereits gesehen habe! Wirklich immer wieder gerne.





Setlist FREEDOM CALL:

Union Of The Strong
The Eyes Of The World
Heart Of A Warrior
Island Of Dreams
Farewell
The Quest
Hammer Of The Gods
666 Weeks Beyond Eternity
Power & Glory
Tears Of Babylon
We Are One
Freedom Call
Bleeding Heart
Warriors
Land Of Light

Mit der Kitzmantelfabrik in Vorchdorf hat das Runen der Nacht eine tolle Location gefunden, noch dazu mit spitzenmäßigen Preisen sowie Merch-Ständen. Einen weiteren Pluspunkt heimst das Festival für die Running Order ein, denn man konnte sich jede einzelne Band ansehen ohne etwas zu verpassen. Zusätzlich waren die Veranstalter auch noch bemüht, Shuttle-Busse zu organisieren, um die An- und Abreise zu erleichtern. Wenn sie das Ton-Problem auf der Side Stage in den Griff bekommen, steht dem Festival auch in Zukunft wirklich gar nichts mehr im Wege. Jeder heimische Festivalgänger, dem das LineUp nur ansatzweise zusagt, sollte sich das Runen der Nacht Festival fix in seinen Kalender eintragen. Zum Schluss bleibt nur eins zu sagen: Wir kommen wieder!


FOTOS + E-CARDS
www.runendernacht.com

Bollwerk

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Beitrag vom 13.10.2016
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