SUICIDAL ANGELS   SKULLFIST   EVIL INVADERS   MORTILLERY  
24.10.2016 @ Viper Room

Nachdem bereits im Frühjahr das neue Album von SUICIDAL ANGELS erschienen ist folgt nun die gleichnamige „Division Of Blood“ World Tour. Zum European Assault rüsteten sich jedoch nicht nur SUICIDAL ANGELS zum Angriff, sondern auch drei weitere Bands sorgten für einige musikalische Überraschungen, die wir euch nicht vorenthalten möchten.

Zum Auftakt startete die kanadische Band MORTILLERY die neben ihrem thrashig-punkigen Sound, vor allem durch die stimmgewaltigen Vocals von Leadsängerin Cara McCutchen auffielen. Auch wenn die Band bei uns noch nicht ganz so bekannt wie in ihrer Heimat ist und daher die Anzahl des Publikums eher gering ausfiel, lieferten sie trotzdem eine powervolle Performance ab. Die brutalen Screams und die giftige Stimme der Sängerin übten eine gewisse Faszination aus, die mit Hilfe der beiden Gitarristen Alex Gutierres und Kent Quinlan an den richtigen Stellen unterstrichen wurde. Auch Bassistin Miranda Wolfe und Drummer Kevin Gaudet zeigten, dass die Band noch einiges an Potenzial besitzt.





Die musikalischen Höhepunkte der Show waren definitiv die Songs „Radiation Sickness“ und der etwas brutalere Song „Torture“, sowie „Shapeshifter“ vom gleichnamigen Album, zudem es außerdem seit kurzem ein neu veröffentlichtes Musikvideo gibt, das jedoch verglichen mit den anderen Tracks etwas softer ist. Obwohl das Konzert nach einigen Nummern bereits wieder zu Ende war, kann man nur sagen, dass es sich trotzdem gelohnt hat von Anfang bis Ende dabei zu sein.

Als nächste Band folgte mit EVIL INVADERS das unerwartete Highlight des Abends. Die relativ junge Gruppe aus Belgien fegte mit ihrem Sound über das Publikum hinweg und der Saal war plötzlich bis zum Bersten gefüllt mit einer Meute, die zu Old School Thrash Metal-Klängen ihre Schädel schwangen. Bei der kreischenden Stimme von Sänger und Gitarrist Jöe Anus kann Jeff Waters von ANNIHILATOR nur vor Neid erblassen. Bereits zu Beginn schmettern sie den Song „Pulses of Pleasure“ von ihrer neuen EP „In for the Kill“. Man merkt, dass in dieser Band ein unheilvolles Maß an Energie steckt, die eine neue Generation von High Speed Trash Metal beflügelt.

EVIL INVADERS ist definitiv eine Band die man live gesehen haben muss, um sie zu verstehen. Auch die aufeinander abgestimmte Performance von Gitarrist Max Mayhem und Bassist Joeri, machten die Show zu etwas besonderem. Die beiden neuen Songs „As Life Slowly Fades“ und „Raising Hell“ wurden zugleich vorm Publikum erprobt und mit lautstarkem Beifall von den Fans angenommen. Die schnellen Beats von Drummer Senne Jacobs lieferten ihr übriges, sodass sich das Publikum mit voller Begeisterung in den Moshpit schlug. Natürlich konnten wir bei dieser Band auch nicht umhinkommen nachzufragen was ihre Pläne für die Zukunft sind und haben uns deswegen mit dem deutschen Gitarrist Max Mayhem und Bassisten Joeri darüber unterhalten, darüber könnt ihr im bald erscheinenden Interview lesen.





Setlist EVIL INVADERS:

As Life Slowly Fades
Pulses Of Pleasure
Shot To Paradise
Raising Hell
Stairway To Insanity
Fast, Loud N Rude
Victim Of Sacrifice


Im Gegensatz dazu wirkte die Band SKULL FIST fast schon eine Spur ruhiger und zahmer als die Jungs von EVIL INVADERS. Die ebenfalls aus Kanada stammende Heavy Metal Band sorgte vor allem beim weiblichen Publikum für Ekstase. Drummer JJ Tartaglia und Sänger Zach Slaughter ließen es sich nicht nehmen oben ohne zu performen, was in dem kleinen stickigen Saal sicher auch seine praktischen Gründe hatte. Die offensichtlichen Flirtversuche des Sängers mit der blonden Schönheit in der ersten Reihe bleiben dabei nicht unentdeckt. Dies hinderte das Publikum jedoch nicht daran ordentlich abzurocken, vor allem als beim vorletzten Lied aus zwei Gitarristen plötzlich ein großer wurde. Auf den Schultern des anderen spielten beide weiter und die Stimmung war am Brodeln. Alle gängigen Heavy Metal-Klischees wurden von SKULL FIST bedient und die Musik war auch nicht schlecht. Als dann noch beim letzten Song der Bassist im Publikum verschwindet ist die Show perfekt, aber leider auch schon zu Ende.

Mit einem kompletten Stilbruch gehen SUICIDAL ANGELS an den Start, die sich in der brutaleren Ecke des Thrash Metal Genres bewegen. Obwohl die Mischung zwischen alten und neuen Songs relativ gut gelungen war muss man zugeben, dass das neue Album nicht unbedingt die gleiche Wirkung erzielt, wie die alten Songs. Zum Einstieg gibt es den Song „Capital Of War“ des neuen Albums „Division Of Blood“ und Sänger Nick Melissourgos heizt die Stimmung im Saal ordentlich an. Spätestens beim dritten Song, dem Klassiker „Bleeding Holocaust“, ist die Menge voll in Fahrt. Danach gibt es wieder ein paar Häppchen vom neuen Album.

Neben dem bestehenden Schlagzeuger Orfeas Tzortzopoulos und Bassisten Angel Lelikakis fiel einem auch der neue Gitarrist Gus Drax ins Auge, der seit diesem Jahr mit von der Partie ist. Auch wenn ein paar Tracks wie „Beggar Of Scorn“ noch wünschenswert gewesen wären, ging es wenigstens Richtung Ende des Konzerts noch einmal mit gewohnter Brutalität zur Sache und die Menge nahm Aufstellung zur Wall of Death. Bei „Reborn In Violence“ blieb dann kein Stein mehr auf dem anderen und das Publikum bangte sich zum nächsten Schädel-Hirn-Trauma.





Setlist SUICIDAL ANGELS:

Capital Of War
Bloodbath
Bleeding Holocaust
Division Of Blood
Image Of The Serpent
Seed Of Evil
Set The Cities On Fire
Front Gate
Eternally To Suffer
Reborn In Violence
Moshing Crew
Apokathilosis

Bei „Moshing Crew“ versammelte sich die Menge noch einmal in einem fetten Moshpit und genoss die Show in vollen Zügen. Den Schluss bildete der Song „Apokathilosis“ bevor die Show mit einem lauten Rums zu Ende ging und man wieder versuchte, sich trotz bestehendem Tinnitus, mit den anderen zu unterhalten. Definitiv ein gelungener Abend und ein guter Einstieg in die kommende Konzertsaison diesen Winter.


FOTOS + E-CARDS
www.suicidalangels.net

Veronica de Groot

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Beitrag vom 01.11.2016
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