RUSSIAN CIRCLES   HELEN MONEY  
19.11.2016 @ Arena

Am vergangenen Samstag spielte das US-amerikanische Instrumentaltrio RUSSIAN CIRCLES in der Wiener Arena ihr diesjähriges Österreichkonzert. Mit ihrem aktuellen Album „Guidance“ im Schlepptau bot man den anwesenden Fans ein ansprechendes Konzert. Die um die hinteren und oberen Ränge reduzierte große Halle war durchwegs gut gefüllt, wenngleich auch nicht ausverkauft.

Als Support-Act trat HELEN MONEY auf. Hinter diesem Künstlernamen verbirgt sich die kalifornische Cellistin Alison Chesley, die durch ihre Kollaborationen mit u. a. MONO, ANTHRAX und eben RUSSIAN CIRCLES in der Szene keine Unbekannte ist. Der Auftritt war grandios und insbesondere im Hinblick darauf imposant, dass es einer einzelnen Musikerin nur mit ihrem Cello und einem Effektgerät gelang, eine enorme Bühnenpräsenz zu entfalten und so die Halle in ihren Bann zu ziehen. Mit einer intensiven Performance, getragen von virtuosem Spiel und komplexen Kompositionen, bereitete sie ideal den Weg für RUSSIAN CIRCLES.





Die Chicagoer Band bewegt sich seit ihrem ersten Album 2006 mit beachtlichem Erfolg zwischen den Genres, bedient sich Stilmittel und Techniken sämtlicher Spielarten des Rock und Metal und wird dementsprechend irgendwo zwischen Post-Metal und Post-Rock verortet. Das „Post“ ist hierbei das zentrale Wort, denn wer RUSSIAN CIRCLES zuhört merkt schnell: die Kategorien bröckeln. Es handelt sich um Musik, deren Wirkung sich im Kopf entfaltet und im Körper manifestiert. Der Sound lässt sich sowohl als „technisch“ als auch als „roh“ bezeichnen und bot dem Publikum eine Möglichkeit sich in die Musik einzuklinken und die Gedanken freizulassen. Mit ihren Auftritten erspielte sich die Band über die Jahre einen Ruf als exzellente Live-Band und tourt inzwischen auch in Europa mit einer gewissen Regelmäßigkeit als Headliner.

Bei gutem Sound in der Arena lieferten die drei Instrumentalisten stark ab. Dass dabei wenig gesprochen wird ist nur konsequent. Die dargebotene Musik steht für sich und hallt im Zuhörer weiter nach. Peitschende Rhythmen treiben die Songs an, bevor diese in ruhigen, fast kontemplativen Passagen wieder heruntergebrochen werden und schließlich in eine beinahe physisch spürbare Spannung münden. Beim Blick ins Publikum wurde klar: Wer empfänglich ist, wird auf eine Tour de Force durch den Wirkungshorizont dieser Art von Musik mitgerissen. Kompliment an dieser Stelle auch an die Lichttechnik, die das Spiel der Band famos begleitete und eine dichte Atmosphäre schuf.





Setlist RUSSIAN CIRCLES:

Asa
Vorel
Deficit
309
Afrika
Harper Lewis
1777
Calla
Mládek
-
Youngblood


Bereits im Februar kann man RUSSIAN CIRCLES wieder in Österreich (Dornbirn) live erleben. Wer sich auf ein reines Instrumentalkonzert einlassen kann, darf sich auch dann auf ein intensives Konzerterlebnis freuen.
russiancirclesband.com

Stephan

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Beitrag vom 25.11.2016
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