SONATA ARCTICA   LEAVES EYES   OMNIUM GATHERUM  
09.11.2016 @ Trocadero Theatre, Philadelphia

Nachdem sie Anfang Oktober gerade ihr neues Album herausgebracht haben, rocken SONATA ARCTICA mit ihrer „The 9th Hour World Tour“ Amerika. Wir waren für euch in Philadelphia im historischen Ambiente des Trocadero Theatre mit dabei, um schon mal vorab zu sehen, was euch bei den kommenden Konzerten in Europa erwartet. Bis 22. Februar habt ihr noch Zeit Tickets zu besorgen, denn dann quert die Tour unsere Alpenrepublik und macht Halt in der Szene Wien.

Zum Auftakt sorgte aber schon mal die finnische Melodic Death Metal Band OMNIUM GATHERUM für ordentlich Stimmung. Zu „The Pit“ gröhlte Frontmann Jukka Pelkonen gleich Mal ordentlich brutal ins Mic, während schnelle Gitarrenriffs und Drum Beats die Show einleiteten. Danach wurde es etwas ruhiger und melodischer und das Publikum begann langsam aufzutauen. Beim darauf folgenden Song „Skyline“ fingen sogar bereits die ersten an mitzubangen. Meist gibt es bei der ersten Band eines Abends noch nicht so viel Zustimmung, doch die Jungs verstanden es wirklich das Eis zu brechen. Hinzukommend war auch die dramatische Athmosphäre des Trocadero Theaters, das oft schon für Liveaufnahmen von Bands genutzt wurde, eine geeignete Location für dieses Setup.

Ein weiteres Highlight der Show war der Track „The Unknowing“, bei dem Jukka gleich zu Anfang alle darauf aufmerksam machte, dass man sich auf einen „Head Banging Song“ gefasst machen kann. Dementsprechend brutal rockten sie auch gleich los und passten ihre MelodyLines der dreckigen und über alles hinweg dröhnenden Voice des Sängers an. Dieser pushte die Menge noch weiter, bis alle im Einklang zu einem gewaltigen Death Metal-Hail ihre Hände erhoben und danach ordentlich mitbangten.





Die Abwechslung zwischen harten Riffings und leichten Melodien mit cleanem Gesang bildeten eine extrem gute Kombination und eine starke Motivation, welche die Menge sofort in ihren Bann zog. Zum Schluss schmetterten sie noch ihren Song „New World Shadows“, der trotz der schlecht abgemischten Soundqualität gleich tief unter die Haut ging. Vor allem die wallende Haarpracht von Bassist Erkki Silvennoinen war dabei ein schon fast hypnotischer Hingucker und der Track ein perfekter Abschluss für eine gelungene Show.

Danach kam mit der deutschen Symphonic Metal Band LEAVES EYES ein kompletter Stilbruch. Mit dem Song „Halvdan The Black“ eröffnete sich ein episches Musikszenario, das von dem opernhaften Gesang von Elina Siiraka eingeleitet wurde. Neben ihr sorgte der herumhüpfende Alexander Krull für die nötige Stimmung, bis sich auch dieser stimmgewaltig zu Wort meldete und Elina gesanglich ergänzte. Nicht nur mit ihrem knappen Outfit sorgte diese für Aufsehen, sondern auch die langsameren Nummern, wie „The Walking Eye“ konnten die Menge begeistern.





Vor ihrem Track „Fires In The North“ versuchte die Band das Publikum zu einer brutal schreienden Viking-Armee zu transformieren. Hier zeigten sich wieder Alexanders Animationskünste, der voller Power von einem Ende der Bühne zum anderen raste, während Elina performte. Höhepunkt der Show war der Song „Blazing Waters“, bei dem Alexander plötzlich in voller Ritterrüstung auf der Bühne erschien. Bewaffnet mit Schwert und Mikrofon brachte er die Fans in Ekstase. Dies stellte jedoch auch schon das Ende dar, welches mit dem Track „Haraldskvaedi“ besiegelt wurde.

Die Spannung im Saal stieg, als zum Intro die Melodie von “We Are What We Are“ ertönte. Gleich fiel einem auch der leuchtende Mic Ständer ins Auge der seine Farben wechselte und leicht mit einem Laser Schwert vertauscht werden könnte. SONATA ARCTICA starten mit den ersten beiden Tracks ihres neuen Albums “Closer To An Animal” gefolgt von „Life“ und das Publikum sang auch gleich lautstark mit. Doch erst beim Song „The Wolves Die Young” vom Vorgänger-Album, flippte die Menge dann total aus und ein Moshpit bildete sich, was bei Power Metal Konzerten sonst eher selten vorkommt. Richtigen Herzschmerz verursachte die ruhigere Ballade „Thallulah“, es fehlten nur noch die obligatorischen Feuerzeuge zum Mitschwenken.

Danach schmetterte Tony Kakko den Song „Fairytale“ vom neuen Album „The 9th Hour“. Eigentlich hatte er sich laut eigenen Aussagen bei diesem Song das größte Konzertpotenzial erwartet, doch das Publikum schien wohl nicht derselben Meinung zu sein. Im Gegensatz dazu kam es beim Klassiker „Full Moon“ fast schon zu Ausschreitungen in der Menge. Wirklich jeder konnte den gesamten Text und auch Tony bereitete der Song ziemlich viel Spaß. Er ließ das eigenartige Leuchtding, also den Laserschwert-Mic Ständer, links liegen und holte sich stattdessen einen normalen, mit dem er über die Bühne rockte, während Gitarrist Elias Viljanen ein Solo dahinschmetterte. Auch das Lied „Among The Shooting Stars” wurde von der Menge mit Begeisterung aufgenommen. Danach verschwand Tony plötzlich von der Bühne, um im neuen Outfit wider zu erscheinen.





Mein persönliches Konzert Highlight vom neuen Album war definitiv „We Are What We Are”. Beim darauf folgenden Song „The Power Of One” merkte man bereits, dass Tony ziemlich fertig aussah und mehrmals im Abseits der Bühne verschwand. Danach wurde es erstmal ruhig, bis die Menge „One more song!!“ zu kreischen begann und SONATA ARCTICA zurück ins Rampenlicht trat. Als hätten sie das Lied anlässlich der US Wahlen ausgesucht, spielten sie „I Have A Right“. Die Menge im Saal tanzte und tobte und Tony war nach der Zugabe ziemlich heiser und erklärte, dass er eigentlich ziemlich krank sei. Trotzdem gab er beim letzten Song „Don’t Say A Word“ noch einmal richtig Gas und ließ sich anschließend bei der Menge dafür gebührend feiern.

Setlist:

(Intro)
Closer To An Animal
Life
The Wolves Die Young
In Black and White
Tallulah
Fairytale
FullMoon
Among The Shooting Stars
No More Silence
Abandoned, Pleased, Brainwashed, Exploited
We Are What We Are
The Power of One
-
I Have A Right
Don’t Say A Word
(Outro)

Wir können dazu nur sagen „Job well done!“ und freuen uns auf das nächste SONATA ARCTICA-Konzert, diesmal dann in der Heimat.


FOTOS
www.sonataarctica.info

Veronica de Groot

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Beitrag vom 28.11.2016
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