UNITED WE STAND: ARCTIC SEA SURVIVORS   CARONTE   TARLUNG   NOCTURNE  
05.01.2017 @ Explosiv

Freunde des Black Metals können sich sicher noch an die vorige Auflage des United We Stand-Events in Graz erinnern. Schon damals trafen sich viele Fans der dunkelsten Klänge in Graz um gemeinsam zu feiern. Dieses Mal stand nicht nur ein einziger Tag auf dem Programm, sondern gleich drei. Die Veranstalter bemühten sich wirklich redlich, den Besuchern alles so bequem wie möglich zu machen. Normalerweise gibt es ja beim Explosiv kaum Parkmöglichkeiten, doch es wurde eine freie Fläche neben dem Explosiv angemietet, sodass die Besucher nur wenige Schritte in der Kälte bis zur Location hatten. Auch wurden vorab immer wieder Links zu Unterbringungsmöglichkeiten zu vernünftigen Preisen gepostet, um auch den weiter entfernt wohnenden Interessenten den Besuch dieses dreitägigen Festivals zu ermöglichen.

Veranstaltet wurde das United We Stand von Black Till Death e.V. sowie dem österreichischen Label Talheim Records, das damit den eigenen Bands die Chance zu Live-Auftritten gab, aber natürlich auch andere Bands zu diesem Event nach Graz einlud. Als Draufgabe wurden die Gigs der einzelnen Bands - sofern gewünscht - auch mitgefilmt, was fast alle gerne annahmen.

Im Barbereich des Explosivs konnte man nicht nur Merch erstehen, sondern es wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt. Das Angebot stellte Veganer ebenso wie Fleischesser zufrieden, und die angebotenen Burger im XXL-Format gabe es wie alles andere zu moderaten Preisen. Nachdem es alle drei Tage sehr kalt war in Graz, wurde auch das Angebot an Heiß-Getränken sehr gerne in Anspruch genommen. Damit waren die Rahmenbedingungen einfach perfekt, und dem Musikgenuss stand nichts mehr im Wege.

Offenbar hatte sich das Event auch in eher unüblichen Kreisen herumgesprochen, und so versuchten am ersten Abend zwei Jesus-Fans die Leute vom Besuch dieses unchristlichen, satanischen Festivals abzuhalten, was natürlich nicht gerade mit Erfolg gekrönt war, und so mussten die „Missionare“ unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Beim Warmup-Abend standen vier Bands am Programm. Den Beginn machten um 19:40 Uhr die Klagenfurter Black Metaller NOCTURNE, leider war es noch verdammt leer, als die Jungs die Bühne erklommen. An und für sich handelt es sich bei NOCTURNE nur um ein Duo, aber für Live-Gigs konnten Ex-HELLSAW-Gitarrist Isiul und zwei Jungs von der Kärntner Black Metal Band IRDORATH gewonnen werden, und so stand der Live-Präsentation der Tracks vom neuen Album „Nocturne“ und der Demo „Nahash“ von 2013 nichts mehr im Wege. Räuchergefäße und ein Totenkopf auf dem Drum-Podest sowie Sänger Essark mit dramatischen Gesten sorgten für düstere Stimmung. Glücklicherweise füllte sich der leere Platz vor der Bühne relativ rasch, und NOCTURNE konnten mit einem Mix aus harten und melodischen Sounds gepaart mit heftigen Growls die immer zahlreicher werdende Menge begeistern, und die Leute gingen von Minute zu Minute besser mit, sodass wohl vielen der Gig der Klagenfurter Jungs beinahe zu kurz erschien.





Setlist NOCTURNE:

Pert Em Kerh
Ama Lilith
Age Of Tam-Tu
He Before Whom The Sky Shakes
Into The Great Below
Nahash
Eleven


Der Rest des Abends stand im Zeichen des Doom Metals und den Beginn machten TARLUNG. Die Sludge Stoner Metal Doom Truppe aus Wien gibt es schon seit 2013, und hatte ihre neue EP „Void“ im Gepäck, die vollständig zum Besten gegeben wurde, und mit zwei älteren und einem neuen Track Ergänzung fand. Das Trio begann nach dem Soundcheck ziemlich unvermittelt zu spielen, sodass man erst nicht recht wusste, ob es schon losgeht oder nicht. Zur sehr ruhigen Spielweise mit teilweise vom Blues angehauchten Sounds und spärlichem Gesang, ließ sich doch eine erkleckliche Schar auf eine angenehme musikalische Reise entführen. Interaktion mit dem Publikum gab es nicht. Die Musiker wirkten völlig entrückt und abgesehen von einem „Vielen Dank“ zum Schluss wurden keine Worte an die Zuschauer verloren. Dennoch gab es viel Beifall für TARLUNG.





Setlist TARLUNG:

Earth’s Hunger
Apeplanet
Demon Sugar Blues
Void
Canis Majoris
Under A Leaden Sky
Karma


Auch die nachfolgende Band startete ebenfalls ohne jedwede Einleitung. CARONTE stammen aus Parma/Italien und widmen sich seit 2010 dem Shamanic Doom Metal. Die Italiener veröffentlichten letztes Jahr eine neue EP namens „Codex Babylon“, konnten jedoch durch mehrere Releases auf ein größeres Repertoire zurückgreifen. CARONTE spielten ruhige Klänge, die jedoch in ziemlich harte Sounds verpackt waren. Dazu ließ Vocalist Dorian Bones variantenreichen Gesang erklingen, der von aggressiv bis schmerzverzerrt viele Facetten aufwies. Auch Dorian ließ kaum Ansagen zu den Songs verlauten, aber bedankte sich zwischendurch bei den Leuten und dem Veranstalter. Oft stand er beim Singen mit dem Rücken zum Publikum und mit seinen Gesten verlieh Dorian den Tracks zusätzlich Theatralik. So mancher ließ zu den satten Sounds die Mähne kreisen, und durch diese positiven Reaktionen hatte sich die weite Anreise für CARONTE sicher gelohnt.





Setlist CARONTE:

Leviathan
Invocation To Paimon
Ode To Lucifer
Unknown
Wakan Tanka Riders
Temple Of Eagles
Black Mandala


Letzte Band des Abends waren ARCTIC SEA SURVIVORS. Diese Doom/Post-Metal Band aus Graz veröffentlichte bisher nur eine Demo. Das soll sich aber bald ändern und ein Debütalbum wird schon von den Fans sehnlichst erwartet. Und dass die Jungs bereits eine große Fanbase haben, konnte man am großen Publikumsinteresse deutlich ablesen. In Kapuzenjacken und mit durch schwarze Stoffmasken teilweise verhüllten Gesichtern, betrat die Truppe die Bühne, und zog von Anfang an mit eher langsamen und intensiven Sounds das Publikum in seinen Bann. Auf Vocals verzichteten ARCTIC SEA SURVIVORS völlig, und es gab auch keine Ansagen der einzelnen Songs. Hier sprachen nur die tollen Melodien und die reichten vollkommen aus um die Besucher zu begeistern. Hoffentlich dauert es nicht mehr allzu lange bis das Album endlich auf den Markt kommt um die atmosphärischen Songs auch zuhause genießen zu können.





Setlist ARCTIC SEA SURVIVORS:

Sima De Los Huesos
As We Drift I (Passing The Void)
As We Drift II (Graves On The Horizon)
As We Drift III (Into Barren Lands)
On Older Tides


So endete ein erfolgreicher Warmup-Abend und alle zogen hinaus in die eisige Kälte, aber damit waren viele schon bestens auf die beiden kommenden Tage voll Musik eingestimmt.


Weblinks:
www.facebook.com/ShrineOvNOCTURNE
www.facebook.com/tarlungband
www.facebook.com/ferociailluminata
www.facebook.com/Arctic-Sea-Survivors


FOTOS + E-CARDS
www.facebook.com/events/653906704767919

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Beitrag vom 21.01.2017
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