UNITED WE STAND: ELLENDE   WYRD   VANHELGA   BLAZE OF SORROW   DURKHEIM   UNHOLY ORDER  
06.01.2017 @ Explosiv

Etwas früher als tags zuvor ging es im Explosiv erneut in Sachen Black Metal los. Die Jesus-Fans erschienen an diesem Tag nicht, vermutlich hatten sie eingesehen, dass unter den Besuchern keine Seelen vor dem Verderben zu retten waren. Die Temperaturen im Freien waren immer noch frostig, im Saal war aber gut geheizt, trotzdem waren beim Opener noch nicht so viele Zuschauer anwesend.

Den Beginn im Lineup machten UNHOLY ORDER aus Wien, die seit 2011 in Sachen Black Metal aktiv sind und die Gelegenheit nützten, die Tracks von ihrer neuen EP “Interfectorem Lucis” den Besuchern zu präsentieren. Zu Beginn war es zappenduster im Saal, und so konnte man nur schemenhaft den Sänger SvarturSál erkennen, der in eine Kutte gehüllt, mit Totenkopf und Knochen in den Händen während des Intros ruhig auf der Bühne stand. Als es endlich ein bisschen heller wurde, waren die Utensilien bereits abgelegt und ab diesem Moment dominierten extrem harte, hämmernde Sounds und aggressive Growls. Die Gesichter der Musiker waren schwarz beschmiert, was die Klänge optisch noch vertiefte. Nachdem am Anfang nur wenige im Saal waren, wurde es dann doch deutlich voller, und die Leute gingen gut mit, sodass UNHOLY ORDER sich doch noch über einen gelungenen Gig freuen konnten.





Setlist UNHOLY ORDER:

Syke Netter
Weltekel
The Eternal Journey
Entfesslung
Silent Leges Inter Arma
Chaos Violence Extermination


Auch aus Wien stammte die nächste Band des Abends. DURKHEIM wurden ziemlich zur gleichen Zeit gegründet wie die Opener-Band, verzichteten jedoch auf düstere Optik. Die Truppe stellte auch unter Beweis, dass Black Metal nicht nur eine reine Männerdomäne ist – die blonde Gitarristin Nocturna war nicht nur ein Hingucker, sondern beherrschte auch ihr Instrument tadellos. DURKHEIM präsentierten sehr druckvolle Sounds mit melodischen Einlagen und dazu harten Gesang. Das Set bestand zum Teil vom Album von 2015 “Dehumanization”, es wurden aber auch mehrere neue Titel gespielt, die auf einem neuen Album veröffentlicht werden, was laut Ansage von Vocalist Kjetter bald der Fall sein soll. Es wurde auch die Freude betont, in Graz spielen zu können, und die Freude war auch auf Seiten des mittlerweile doch angewachsenen Publikums, das zu den Tracks von DURKHEIM gut abfeierte.





Setlist DURKHEIM:

Intro
Dehumanization
Enemy Within
Dystopia
Infinite Void
Secrete Realm
Garden Of Grief
Gustav
Historia Denagata


Als nächstes standen Gäste aus unserem südlichen Nachbarland Italien auf der Bühne. Die Atmosperic Black Metaller BLAZE OF SORROW veröffentlichten in den letzten zehn Jahren vier Alben, zuletzt 2015 “Eremita Del Fuoco“. Die Italiener präsentierten einen gelungenen Mix aus kraftvollen und sanften Sounds, zu denen Vocalist Peter manchmal mehr und dann wieder weniger harten Gesang beitrug. Das mittlerweile doch recht zahlreiche Publikum ließ sich von dieser Präsentation in den Bann ziehen, und man sah viele mit geschlossenen Augen, einfach nur den tollen Gig von BLAZE OF SORROW genießen.





Setlist BLAZE OF SORROW:

All `Ignoto
Il Passo Del Titano
La Conquista Del Cielo
Il Soffio Del Sole
Am Il Vento…
Eremita Del Fuoco
Empatia


Eine noch weitere Anreise hatte die nachfolgende Band hinter sich gebracht. VANHELGA stammen aus Schweden und widmen sich schon seit mehr als 15 Jahren dem Black Metal. Auch diese Truppe hatte ein neues Album namens „Ode & Elegy“ mit im Gepäck, konnte jedoch was die Setlist betraf durch die vielen Jahre fleißigen Schaffens aus dem Vollen schöpfen.

Schon bevor es richtig losging gab es Applaus für die Schweden, und als sie mit schwarz verhüllten Gesichtern zu spielen begannen, gab es im Publikum kein Halten mehr. Meist war die Spielweise eher ruhig, gelegentlich wurde aber auch etwas mehr Gas gegeben. Zu den tollen Melodien erklang wechselvoller Gesang, der den Tracks den besonderen Touch verlieh. Die Begeisterung über die Darbietung von VANHELGA zeigte sich an den vielen hochgerissenen Händen, und so mancher ließ die Mähne kreisen, und nach jedem Track gab es frenetischen Applaus.





Setlist VANHELGA:

Aftermath
Låt Snön Falla
Sorg
Saknad
Sommar
Med Mina Andetag
Handlingsförlamad
Sinister Longing
Abstinensens
Där Evigheten Inv
Skymingen


Um beim Hohen Norden zu bleiben - auch WYRD sind dort beheimatet. Die Jungs widmen sich seit fast zwei Jahrzehnten dem Black/Folk/Doom Metal, stammen aus Finnland und veröffentlichten auch kürzlich ein neues Album mit dem Titel “Death of the Sun”. Ohne Intro ging es gleich in die Vollen, und mit einer kurzen Band-Vorstellung in sattem Finnisch wurde das Publikum zum Lachen gebracht. WYRD boten druckvollen Black Metal, der großteils sehr rhythmisch war, und zum Mitbangen einlud. Eine Besonderheit war auch der zweistimmige Gesang von Bassist Niflungr und Gitarrist Narqath, der für viel Abwechslung sorgte. Neben den schönen Gitarrenriffs sorgten auch Keyboardklänge für Intensität, der sich kaum jemand entziehen konnte, und so konnten sich WYRD über ein fasziniertes Publikum freuen. Mit dem Versprechen, am nächsten Tag noch einmal zu kommen, verließen die Finnen die Bühne und sorgten etwas für Verwirrung. Die Lösung des Rätsels war, dass die Jungs auch unter dem Namen AZAHGAL Musik machen, und dieser Bandname fand sich auf der Running Order des Abschlusstages.





Setlist WYRD:

Death Of The Sun
Henkien Yossa
Man Of Silent Waters
Loitsulautau
Gotterdammerung
Autumn
Huldrafolk
Ashes Of Man And Oak And Pine
Aijeke


Das Finale dieses Abends war jedoch wieder ganz in österreichischer Hand. Eigentlich handelt es sich bei ELLENDE um das Solo-Projekt des Grazer Musikers Lukas der für Live-Gigs einige Musiker um sich geschart hat. Seit 2010 zelebrieren ELLENDE Atmospheric Black Metal, und vom kürzlich erschienenen Album “Todbringer” gaben sie an diesem Abend einige Titel zum Besten. Durch technische Probleme verzögerte sich der Beginn etwas, aber trotz der späten Stunde waren die meisten Leute dageblieben, um die intensiven Sounds zu genießen, die nach einem kurzen Klavierintro dargeboten wurden. Sänger Lukas trat mit furchteinflößend geschminktem Gesicht und umgehängten Knochen auf, und zeigte auf der Bühne vollen Einsatz und Hingabe. Diese färbte auch auf das Publikum ab, und viele genossen diesen Auftritt mit geschlossenen Augen. Damit war ELLENDE an diesem Tag ein perfekter Abschluss dieses Abends.





Setlist ELLENDE:

Intro
Verachtung
Rückzug In Die Innerlichkeit
Ballade Auf Den Tod
Der Letzte Marsch
Weltennacht
Verehrung
Zwischen Sommer Und Herbst


Weblinks:
www.facebook.com/Unholy-Order
www.facebook.com/DurkheimOfficial
www.facebook.com/Blaze-Of-Sorrow
www.facebook.com/officialvanhelga
www.facebook.com/wyrdhvnk
www.facebook.com/ellende.official



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Beitrag vom 23.01.2017
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