UNITED WE STAND: AZAGHAL   ARCHGOAT   WALDSCHRAT   VARULV    WINTARNAHT   VOLTUMNA   KÂHLD  
07.01.2017 @ Explosiv

Auch der letzte Tag des United We Stand war von tiefen Temperaturen geprägt – leider nicht nur im Freien, auch in der Halle war die Heizung ausgefallen, und so wurde es zunächst wirklich zu einer Herausforderung für Bands und Besucher.

Leider fanden bei der ersten Band noch nicht besonders viele Fans in die Halle, nichtsdestotrotz betraten die Baden-Württemberger KÂHLD mit düster bemalten Gesichtern, während eines eher monotonen Intros, die nur mit einer Holzskulptur geschmückte Bühne, und ließen von Anfang an keinen Zweifel daran aufkommen, dass dieser Tag im Zeichen der härteren Rhythmen stand. So nach und nach kamen dann doch mehr Leute. Dementsprechend machte es sichtlich auch der Band immer mehr Spaß, den Besuchern ihren Mix aus hämmernden und rhythmischen Sounds mit intensiven Growls darzubieten. KÂHLD lieferten einen tadellosen Gig ab, der eindeutig mehr Besucher verdient hätte.





Setlist KÂHLD:

Cold Extinction
The Leader´s Army
No Fertile Ground For Seeds
Son-Of-The-Earth-Made Death
Prisoner Of Your Own Prison
Our Crumbling Plate


Ebenso einen weiten Weg hatten VOLTUMNA hinter sich gebracht, um im Explosiv aufzuspielen. Die Black/Death Metal Band aus Rom/Italien präsentierte sich optisch im Stil einer schwarzen Messe. Mitten auf der Bühne war ein Altar aufgebaut und daneben eine schwarze Kerze. Die Musiker traten mit düsterem Corpsepaint und in schwarzen Kutten auf, und gaben gleich von Anfang an Vollgas. Zur großteils hämmernden Spielweise steuerte Vocalist Zilath Meklhum einen variantenreichen Mix aus tiefen Growls und hohen Screams bei, und die Italiener zeigten vollen Einsatz und drückten auch die große Freude über diesem Gig deutlich aus. Zwischendurch gab es auch eine Art Beschwörung am „Altar“ und so wurde die Düsternis noch zusätzlich betont. Leider war es auch beim Auftritt von VOLTUMNA noch nicht besonders voll, aber diejenigen die da waren gingen sehr gut mit.





Setlist VOLTUMNA:

Teofagia
Bringer Of Light
Prophecy Of One Thousand Years
Lord Of Mayhem
Tages
Black Metal (VENOM Cover)
The Alchemist
Aruspice
Bellerofonte
Carnal Genesis
Measure The Divine
Roma Delenda Est


Aus Thüringen stammte die nächste Band und die Jungs hatten ganz schön zu tun, um die Bühne passend für die musikalischen Dinge die da kommen würden, zu schmücken. Da gab es viel Holz mit Tierschädeln und Ketten verziert, um auch optisch eine düstere Stimmung zu erzeugen. WINTARNAHT machen nach eigenen Angaben Archaic Black Metal, und ein Blick auf die Setlist zeigte schon, dass man von den Gesängen nicht viel verstehen würde. Alle traten mit düsterem Corpsepaint auf und Sänger Grimwald hielt das Mikro mit blutigen Händen. Zu hämmernden Sounds mit tollen melodischen Einlagen ließ Grimwald wechselvolle Vocals erklingen. Er sagte auch immer wieder einzelne Titel an und verwies auf das kommende neue Album. Ein besonderes Gustostück war ein Lied, bei dem Grimwald nur mit Gitarrenbegleitung sang, und alle lauschten gebannt dieser Darbietung. WINTARNAHT konnten sich auch über deutlich mehr Publikum freuen als die Band zuvor, die Stimmung im Saal war großartig, und dieser Gig brachte den Thüringern sicher viele neue Fans in Österreich.





Setlist WINTARNAHT:

Intro
Tôdhên Uoþal
Seþal Ûz Îs
þiu Sunnawenti
Zi Waltan
Rûnarûnôn
Ânagift þer Wintar
Eisenthal
Balwaz Gudam
Outro


Nachdem die drei ersten Bands des Tages weite Anreisen zu bewältigen hatten, hätten VARULV beinahe zu Fuß zum Explosiv gehen können. Diese Black Metal Band aus der Steiermark konnte in den vergangenen Jahren viele Fans gewinnen und ist mittlerweile fixer Bestandteil der Österreichischen Szene. Der Mikroständer war auch hier wieder geschmückt und die Musiker hatten sich in düsteres Corpsepaint und abgerissene Klamotten geworfen, um den düsteren Charakter der Musik noch zu unterstützen. Drummer Heimdall’s Auge wirkte mit Henkerskappe und Strick um den Hals besonders furchteinflößend. Nach dem Intro bekamen die Besucher hämmernde Sounds auf die Ohren, und die Screams von Vocalist Irrah Den Fryktelige sorgten zusätzlich für düstere Stimmung. Die Ansagen waren in breitestem Steirisch gehalten und es wurde auch ein neues Album mit dem Titel „Sagenlieder“ angekündigt. Die Stimmung war bestens und einige Fans feierten VARULV ordentlich ab, sodass dieses Heimspiel als glatter Erfolg zu verbuchen war.





Setlist VARULV:

Der Teufel
Irrlichter
King Of Dusk
Witchhunter
Knochenkult
Crimson Strars
Das Festmahl
Galgenblüten


Auch die nächste Band ist mittlerweile vom österreichischen Schwarzmetall nicht mehr wegzudenken. Mit ihrem Mix aus Black Metal und Neofolk konnten sich WALDSCHRAT bereits eine große Fanbase aufbauen und so war es nicht verwunderlich, dass sich zum Gig der Jungs viele im Explosiv einfanden. Auch WALDSCHRAT traten mit düsterem Corpspaint auf und als zusätzlicher Akzent wurden Räucherstäbchen entzündet, die jedoch etwas zu blumigen Duft von sich gaben. Zu den druckvollen und rhythmischen Sounds steuerte Vocalist intensiven Gesang bei und präsentierte seinen Weltschmerz. Es wurde ein neues Album angekündigt, aus dem bereits vorab Titel zum Besten gegeben wurden. All dies wurde vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen, und wer sich nicht zum Headbangen entschließen konnte, der riss eben die Arme nach oben. Nach dem Gig am Kaltenbach Open Air und dem am United We Stand werden WALDSCHRAT nun wohl endgültig wissen, dass sie auch in der Steiermark gern gesehene Gäste sind.





Setlist WALDSCHRAT:

Wer Wind Sät...
Metropolis
Verfall Des Seins
Als Das Leid Das Land Heimsuchte
Von Traum Und Zeit
Der Wind Hat
Freiheit


Eigentlich wären ja die Norweger TSJUDER Headliner des Samstagabends gewesen, aber die mussten leider aus gesundheitlichen Gründen absagen. Als würdiger Ersatz konnte ARCHGOAT gewonnen werden. Die Death/Black Metaller stammen aus Turku/Finnland und stehen für beinharte Sounds. Dieses Image wurde bereits beim Soundcheck unter Beweis gestellt, als Gitarrist Ritual Butcherer mit bösem Blick eine Bierdose in den Fotograben trat. Die Musiker traten mit Nagelmanschetten und düster bemalten Gesichtern auf, und als satanistisches Symbol hatte jeder ein aufgemaltes, auf dem Kopf stehendes Kreuz auf der Stirn. Das Trio präsentierte eine extrem harte Spielweise mit teilweise stakkatoartigen Drums, begleitet von den tiefen Growls von Vocalist Lord Angelslayer. Die Besucher gingen bei den dargebotenen knüppelharten Klängen begeistert mit, und viele ließen die Mähnen kreisen. Eigentlich hätte das Trio eine Stunde Spielzeit gehabt, beendeten den Gig aber aus nicht bekannten Gründen schon früher.





Setlist ARCHGOAT:

Invocation
Nuns, Cunts And Darkness
Lord Of The Void
Apotheosis Of Lucifer
Grand Luciferian Theophany
Blessed Vulva
The Apocalyptic Triumphator
Goat And The Moon
Goddess Of The Abyss Of Graves
Penis Perversor
Day Of Clouds
Rise Of The Black Moon
Hammer Of Satan


Die drei Tage vergingen wie im Flug und mit AZAGHAL war auch schon die letzte Band an der Reihe. Unter diesem Namen versteckten sich niemand andere als WYRD, die bereits tags zuvor die Bühnenbretter des Explosivs zum Beben brachten. Im Gegensatz zum Vortrag traten die die Musiker nun mit Stachelarmbändern und Corpsepaint auf und auch in musikalischer Hinsicht wurde wesentlich Härteres geboten. AZAGHAL nennen ihre Musik selbst Black Terror Metal, und da war der Name auch Programm. Meist war die Spielweise sehr hämmernd, mit zwischendurch eingestreuten rhythmischen Parts, die das zahlreiche Publikum zum Mitbangen brachten. Damit waren AZAGHEL der perfekte Abschluss dieses Festivaltages der härteren Klänge.





Setlist AZAGHAL:

Black Terror Metal
Kyy
Agios O Baphomet
De Masticatione Mortuorum
Pohjoisen Valkoinen Kuolema
Orja
Quetzakoatl
Kun Aurinko Kuoli
Reign
Mustamaa
Juudas
Verenjano


Wer danach noch nicht genug hatte, der konnte nach diesem Gig noch zur Aftershowparty in den Club-Q kommen, die am zweiten und dritten Festivaltag angeboten wurde.

Als Fazit des United We Stand 2017 bleibt zu sagen, dass wirklich großartige Bands beeindruckende Shows abgeliefert haben. Von Seiten der Veranstalter wurde alles getan, um es den Leuten so bequem wie möglich zu machen, und die Veranstaltung hätte locker noch ein paar Besucher mehr vertragen.
Mich würde es freuen, wenn es irgendwann eine Neuauflage dieses Festivals geben würde – und ich denke, so manchen anderen auch!


Weblinks:
www.facebook.com/kahld.official
www.facebook.com/voltumna
www.facebook.com/Wintarnaht
www.facebook.com/VarulVAustria
www.facebook.com/Waldschrat.Official
www.facebook.com/archgoat.official
www.facebook.com/AzaghalTerrorCult



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Beitrag vom 25.01.2017
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