URFAUST   SCHAMMASCH   LICHTBLICK  
18.02.2017 @ Viper Room

Seit bald 15 Jahren firmieren Musiker mit den Künstlernamen VRDRBR und IX unter dem Projekt URFAUST, und erreichten mit ihrem einzigartigen Atmospheric Black Metal einen gewissen Kultstatus. Liveauftritte der Niederländer sind wahre Raritäten, und so war es umso erfreulicher, dass URFAUST auch mal in den Wiener Viper Room kamen.

Das Konzert war bereits seit Wochen ausverkauft und der Veranstalter schaffte es dankenswerterweise auch, rechtzeitig die Spielzeiten der Bands online zu stellen, was ja leider oft nicht der Fall ist. So tummelten sich bereits eine Stunde vor Beginn immer mehr Leute vor dem Eingang, denn pünktlich um 19:30 wurden die Besucher in die Tiefen des Viper Rooms eingelassen. Bereits vorab wurde bekanntgegeben, dass an diesem Tag im Viper Room auf Wunsch der Bands das Rauchen verboten war, woran sich auch fast alle hielten.

Um 20:00 wurde es dann erstmals dunkel, ein äußerst stimmiges Intro ertönte, und die erste Supportband betrat in Rotlicht und Nebel gehüllt die Bühne. Die oberösterreichischen Depressive/Ambient Black Metaller LICHTBLICK entpuppten sich als eine perfekte Ergänzung zu den beiden anderen Bands des Abends. Nachdem die Oberösterreicher eine Weile nur zu dritt auftraten, präsentierten sie sich an diesem Abend zu fünft, was dem druckvollen aber sehr atmosphärischen Sound noch zusätzlich Intensität verlieh. Ebenso wie die Optik, die durch die schwarz beschmierten und in abgerissene Klamotten gehüllten Musiker sehr düster wirkte. Sänger Alex steuerte einen Mix aus cleanen Vocals und druckvollen Screams bei, bei denen er eine ausdrucksstarke Gestik an den Tag legte.

LICHTBLICK arbeiten außerdem derzeit an einem neuen Album, und davon wurde auch bereits ein Song zum Besten gegeben. Die doch schon recht zahlreichen Besucher konnten vollends überzeugt werden, so gab es jede Menge Applaus, und für die Band stellte sich dieser Gig sicher als ein wichtiger Schritt vorwärts heraus.





Setlist LICHTBLICK:

Schmerz reinigt
Have You Ever Felt
All The Light Is Gone
Feel Free
New Song


Gar nicht abgerissen, sondern in tolle Gewänder gehüllt, kam die nächste Support-Band auf die Bühne. Die Avantgarde Black Metaller SCHAMMASCH aus der Schweiz fanden bereits öfter einmal den Weg nach Österreich, und waren somit den meisten Besuchern bereits ein Begriff. Seit 2009 sind die Schweizer aktiv und hatten mit „Triangle“ ein neues Album im Gepäck, aus dem an diesem Abend auch einiges zu Gehör gebracht wurde. In blauen Nebel gehüllt nahmen SCHAMMASCH während eines kurzen, mystischen Intros, das direkt in den ersten Track überging, Aufstellung. Die Schweizer füllten den Raum mit eher ruhigen, aber sehr melodischen Sounds. Dazu ließ Sänger Chris S.R., der in ein besonders schickes Outfit stieg und durch ein schwarzes Gesicht und eine Haube eine besonders düstere Ausstrahlung bewirkte, seinen wechselvollen Mix aus tiefen, cleanen und aggressiv growlenden Vocals verlauten. Mittlerweile war es voll im Viper Room und alle lauschten gebannt der atmosphärischen Darbietung. Die meisten hätten den Schweizern wohl noch länger zuhören können, denn das Konzert fand viel zu früh sein Ende, aber vielleicht finden die Jungs ja doch bald wieder einmal den Weg nach Österreich – die Fans würden es ihnen danken.





Setlist SCHAMMASCH:

Consensus
Golden Light
Diluculum
Metanoia
Black But Shining
Awakening From The Dream Of Life


Im Anschluss war es endlich Zeit für den Hauptact, und die Fans im Viper Room mussten deutlich näher zusammenrücken. URFAUST begeistern seit dem Jahre 2003 die Fans mit äußerst atmosphärischem Black Metal, und beweisen stets, dass es außer einem Drummer und einem Gitarristen mit ausdrucksstarker Stimme nichts braucht, um zu faszinieren. Das Duo hatte an diesem Abend auch ein neues Album namens „Empty Space Meditation“, aus dem bei dieser Gelegenheit einiges zu Gehör gebracht wurde, mit im Angebot. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Bands verzichteten URFAUST auf jegliche Kostümierung. Drummer VRDRBR zog sein Shirt aus und streckte sich noch einmal kurz durch, Gitarrist IX griff zu seinem Instrument, und nach wenigen Minuten Soundcheck ging es auch schon los. Die Bühne wirkte ziemlich leer, wurde aber immer wieder in Nebelschwaden gehüllt und so entstand doch eine atmosphärische Szenerie. Auch musikalisch erzeugte man mit der minimalsitischen Instrumentierung eine oftmals sogar Gänsehaut erzeugende Atmosphäre, die ihresgleichen suchte und dem Namen URFAUST gerecht wurde. Beim Gesang gab sich IX passend zur Musik recht ruhig und streute nur selten ein paar aggressive Vocals ein. Das Publikum war hingerissen, nickte mit, und am Ende jedes Titels gab es frenetischen Beifall.





Setlist URFAUST:

Die Kalte Teufelsfaust
Auszug Aller Tödlich Feinen Krafte
Dämmert, Gelähmt /Und Mit Scheinbar Erloschenem Geist
Vom Geist Der Schwere
Meditatum II
Ragnarök Mystiker
Unter Töchtern Der Wüste
Gespinnst Des Verderbens
Der Halbtoten Dichters Schein – Existenz


Leider waren die Soundverhältnisse nicht gerade optimal. Vorne ging es noch ganz gut, aber im hinteren Bereich wurde der Sound immer wabernder, was total schade war. Dennoch ließen sich die Leute die Laune nicht verderben, und viele werden wohl nach dem Ende mit dem Wunsch, dass URFAUST möglichst bald erneut den Weg nach Österreich finden mögen, die Treppen hoch ins Freie gegangen sein.


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Beitrag vom 28.02.2017
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