INFERNO FESTIVAL: CARCASS   DESTRUCTION   VENOM INC   HELHEIM   PILLORIAN   AZARATH   PANZERFAUST   AGE OF WOE  
13.04.2017 @ Rockefeller und John Dee, Oslo

Auch am zweiten Tag des Inferno Festivals meinte es der Wettergott nicht besonders gut, und so marschierte ich bei Regen und Wind zum Rockefeller/John Dee.

Die Bands spielen abwechselnd im Rockefeller und John Dee, und in zweiterem eröffneten AGE OF WOE auf der relativ kleinen und niedrigen Bühne den Tag.
Scheinbar konnten es die Schweden gar nicht mehr erwarten, und starteten überpünktlich mit einem Klavierintro vom Band ihren Gig. So sanft ging es dann allerdings nicht weiter, denn es folgten beinharte Sounds, die zwar eher langsam, aber dafür ziemlich bretternd mit kurzen melodischen Einlagen ausfielen. Sänger Sonny Stark, der leider meist in Dunkelheit gehüllt war, steuerte aggressive Screams bei, die gelegentlich von Bandkollegen mit nicht gar so harter Stimme ergänzt wurden. In der Setlist fanden sich natürlich auch Titel vom neuen Album „An Ill Wind Blowing“ zu denen die Leute ganz gut mitgingen. Allerdings hätten noch einige Leute Platz gefunden im John Dee, aber diejenigen die da waren, zeigten sich hochzufrieden mit dem Gig von AGE OF WOE.





Setlist AGE OF WOE:

Voices Of The Unheard
Cold Cycle
Red Eyes
Bad Blood
Halo Of Flies
No Remorse


Im Rockefeller wurde inzwischen alles für den Auftritt der Viking Metaller HELHEIM vorbereitet. Mit dem brandneuen Album „LandawarijaR“ im Gepäck enterten die Norweger bei einem opulenten Intro die Bühne, ehe der Großteil der neuen Songs an diesem Abend dem Publikum zu Gehör gebracht wurde. Mit einem Mix aus harten Sounds und eingängigen melodischen Einlagen, konnten HELHEIM das mittlerweile doch recht zahlreiche Publikum vollkommen in ihren Bann ziehen. Bei dem schnelleren Parts kam auch durchaus Leben in die Leute, und auch wenn die Headbanger die Ausnahme waren, so wurden doch viele Arme hochgerissen. Hinter dem Drumset hing eine Leinwand, auf die mystische Bilder projiziert wurden, um zusätzlich für Atmosphäre zu sorgen. HELHEIM konnten, wie jedes Mal wenn ich sie bisher sah, auf der ganzen Linie überzeugen, und sich über ein gelungenes Heimspiel freuen.





Setlist HELHEIM:

Ymr
Baklengs Mot Intet
Rista Blodørn
Synir Af Heidindomr
RaunijaR
Dualitet Og Ulver


Ganz andere Klänge standen danach im John Dee auf dem Programm. Die kanadischen Black Metaller PANZERFAUST strahlten schon durch ihren Bandnamen Aggressivität aus, und auch der in der Mitte aufgebaute Tisch mit brennenden Kerzen verhieß nichts Gutes. Das bedrohliche Intro tat sein Übriges, und als die Truppe rund um Vocalist Goliath, der diesen Namen aufgrund seiner mächtigen Erscheinung in der Armee-Lederjacke und mit schwarz verhülltem Gesicht zurecht trug, auf der Bühne erschien, wurde es erst einmal still. Dann knallte man knallhartes Gehämmer, das aufgrund der extremen Lautstärke alle niederbügelte, auf die Ohren der Zuscahuer. Dazu steuerte Goliath tiefe, aggressive Growls bei, die von kreischenden Screams des Bandkollegen ergänzt wurden. Das Publikum lauschte gebannt, zeigte jedoch wenig Reaktionen, trotzdem konnte man deutlich merken, dass den Leuten das Sturmgewitter gefiel, das PANZERFAUST niederprasseln ließen, und so hatte sich die weite Anreise für die Kanadier auf jeden Fall gelohnt.





Setlist PANZERFAUST:

The Day After Trinity
The Lord Is A Man Of War, The Lord Is His Name
Render Unto Eden
The First Con Man, The First Fool
The Jerusalem Syndrome
Axis Mundi


Den nächsten starken Gig lieferte die 2015 von den drei Ex-VENOM-Mitgliedern Mantas, Abaddon und Demolition Man ins Leben gerufene Band VENOM INC. Als der für den Umbau vorgezogene Vorhang zur Seite geschoben wurde ging es ohne Verzögerung los. Den Leuten wurden thrashige Sounds in teilweise rasantem Tempo zu Gehör gebracht, und dazu steuerte Demolition Man kräftige Vocals bei. Von Altherren war da nichts zu spüren, das Trio zeigte mehr Einsatz als so manche junge Truppe, und konnte damit sehr viel Beifall einheimsen. Das Set bestand großteils aus alten VENOM-Songs, und man konnte deutlich bemerken, wieviel Spaß es den Briten machte, diese zu spielen. Die Beliebtheit dieser Songs äußerte sich auch in lauten „VENOM“-Rufen aus dem Publikum, das bei diesem Gig die sonstige Norwegische Ruhe vermissen ließ, und stattdessen massenweise die Mähnen kreisen ließ oder zumindest die Hände nach oben riss. Vor allem der Dauerbrenner "Black Metal" sorgte für extra Freude und lautstarke Chöre. Damit wurde dieser Auftritt zu einem einzigen Fest für alle!





Setlist VENOM INC.:

Rip Ride
Leave Me In Hell
Angel Dust
Live Like An Angel
Don´t Burn The Witch
Blackened Are The Priests
Carnivorous
Poison
7 Gates Of Hell
Inomine Satanas
Bloodlust
Countess Bathroy
Black Metal


Im John Dee standen danach wieder deutlich härtere Klänge am Programm. Polen brachte ja in den letzten Jahren einige hochkarätige Bands im Bereich des Black und Death Metals hervor, und so fanden sich viele ein, um sich von AZARATH die Ohren freihämmern zu lassen. Die Truppe hatte ja mit Drummer Inferno keinen Unbekannten in ihren Reihen – schließlich haut der auch bei BEHEMOTH in die Trommeln. Mit einem Intro hielt man sich gar nicht erst lange auf, sondern ging gleich in die Vollen! Mit bretternder Spielweise, heftigen Riffs und tiefem, kehligem Growling erzeugten die Polen eine reichlich aggressive Stimmung. Was auffiel war, dass der blutbeschmierte Sänger sich ständig vorbeugte. Des Rätsels Lösung war, dass die Texte neben der Setlist am Boden klebten. Offenbar gab es bei den Vocals einen Besetzungswechsel, und so musste der Neue öfter einmal nachschauen. Ansonsten kamen AZARATH sehr gut an und viele hätten gerne noch mehr von der Truppe gehört. Aber vielleicht gibt es ja bald wieder eine Gelegenheit dazu.





Setlist AZARATH:

Supreme Reign Of Tiamat
Holy Possession
Doombringer
At The Gates Of Understanding
Christscum
Legacy Of Tyrant Goat
Whip The Whore
Sacrifice Of Blood
Let My Blood Become His Flesh
Baptized In Sperm Of Antichrist
For Satan My Blood


Auf der Mainstage standen danach wieder die Zeichen auf Thrash Metal. DESTRUCTION gehören seit Jahrzehnten Jahren zu den beliebtesten Vertretern dieses Genres, und so konnten sich die Deutschen über dicht gedrängte Reihen vor der Bühne freuen. Bei einem kurzen Intro stürmten die Musiker die Bühne, und schon jetzt sah man ihnen die Freude an, auf diesem Festival spielen zu können. DESTRUCTION zelebrieren dieses Jahr 35jähriges Jubiläum und so etwas ist ja schließlich ein Grund zum feiern. Die Deutschen präsentierten ein gut durchgemischtes Set aus Hits und Klassikern unter denen sich natürlich auch einige Nummern von der neuen Scheibe „Under Attack“ befanden. Sänger Schmier wechselte ständig zwischen den drei aufgestellten Mikros hin und her, und fügte den Old-School Thrash Metal Tracks seine typischen und kräftige Vocals bei. Die Leute gingen gut mit und der eine oder andere ließ auch die Mähne kreisen. DESTRUCTION können eindeutig jedes Festival aufmischen – man muss sie nur lassen!





Setlist DESTRUCTION:

Under Attack
Curse The Gods
Nailed To The Cross
Mad Butcher
Dethroned
Life Without Sense
Total Desaster
Thrash Attack
Black Death-Invincible Force Medley
Second To None
Chainsaw -> The Butcherstrikes
Thrash Till Death
Bestial Invasion (Outro)


Viele fielen in eine tiefe Trauerphase, als das Ende von AGALLOCH bekanntgegeben wurde, aber nun haben die Leute wieder Grund zur Freude – zumindest John Haughm ist wieder da, und führt mit PILLORIAN den musikalischen Weg von AGALLOCH weiter. Dazu wurde auch ein neues Album mit dem Titel „Obsidian Arc“ geschaffen, das im Zuge einer ausgedehnten Tour vorgestellt wurde. Einer dieser Tour-Stopps war am Inferno Festival, und im John Dee war es schon einige Zeit vor Beginn ziemlich voll. Zwei Transparente mit dem aus gefesselten Händen bestehenden Album-Artwork standen auf der Bühne, und alles war in dichten Nebel gehüllt. Nach einem soften Beginn ging es druckvoll weiter, und PILLORIAN präsentierten genau den atmosphärischen Mix, der erwartet wurde. John fügte noch kräftige Vocals bei, und viele Leute standen einfach nur mit geschlossenen Augen da und genossen die Darbietung. PILLORIAN überzeugten auf der ganzen Linie, und werden wohl in Zukunft immer und überall willkommen sein.





Setlist PILLORIAN:

By The Light Of A Black Sun
Archaen Divinity
Forged Iron Crucible
A Stygian Pyre
The Vestige Of Thorns
Dark Is The River Of Man


Den Abschluss des ersten Festivaltages im Rockefeller machten die Melodic Death Metaller CARCASS. Auch diese Jungs können schon auf viele Jahre Bandgeschichte zurückblicken, und die Beliebtheit der Briten konnte man deutlich an der prallgefüllten Location erkennen. Ein Transparent mit dem Artwork vom letzten Album „Surgical Steel“ von 2013 hing im Hintergrund, und da werden sich wohl so manche gedacht haben, dass es wieder einmal an der Zeit für was Neues wäre.
Bei einem Gitarrenintro nahm so nach und nach jeder seinen Platz auf der Bühne ein, und von Anfang an konnten sie die Leute im Publikum zum Abfeiern animieren. Mit der dynamischen Spielweise und den rhythmischen Sounds wurde auch der einen oder andere zum Mitbangen animiert. Teilweise ging es ziemlich rasant zur Sache, und tolle Gitarrenriffs und kraftvoller Gesang rundeten die Sache ab. CARCASS stellte einen gelungenen Abschluss für diesen gemischten Festivaltag.






Weblinks:
www.facebook.com/OfficialCarcass
www.facebook.com/destruction
www.facebook.com/VenomIncOfficial
www.facebook.com/helheimnorway
www.facebook.com/Pillorian
www.facebook.com/AzarathBand
www.facebook.com/PANZERFAUST.BM.OFFICIAL
www.facebook.com/ageofwoe


FOTOS + E-CARDS
www.infernofestival.net/no/Festival

Metalmama
Weitere Beiträge von Metalmama


Zurück

Beitrag vom 23.05.2017
War dieser Bericht
interessant?

Diesen Beitrag bewerten:
  
Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: