THE DEAD SOUTH   MAX MARIA PAUL   DAPONTE  
21.05.2017 @ DasBACH

Die Jungs von THE DEAD SOUTH konnten dank Youtube mit ihren beiden Alben ziemlich schnell weltweit Fans finden. Was auf den ersten Blick eigentlich wie ein Spaßprojekt erscheint, entpuppt sich bei nährer Betrachtung aber schnell als ernstgemeinte Band mit zahlreichen Hits, die natürlich auch live gehört werden möchten. Die Bluegrass/Folk/Southern Rock Band, die optisch aussieht als stammt sie direkt aus den Hinterlanden von Texas, stammt aber aus einer ganz anderen, wenn auch nicht sonderlich dichter besiedelten Gegend, nämlich aus Regina, Kanada.

Mit ihrem zweiten Album „Illusion & Doubt“ schafft es der Vierer nun auch auf ausgedehnte Tour durch Europa und machte dabei auch zum allerersten– und hoffentlich nicht letzten Male in Wien halt. DasBach war umgehend ausverkauft und versprach einen ausgelassenen Sonntagabend mit den vier "Hillbillys".

Doch zuvor durften die Wiener Indie-Pop-Alternative Rocker von DAPONTE ran, die mich aber nicht auf Anhieb für sich begeistern konnten. Zu alternativ und eigenwillig war mir das Material, doch der im Anschluss solo aufspielende Singer-Songwriter MAX MARIA PAUL, ausgerüstet mit Akustik-Gitarre, Mundharmonika und rauhem Organ, konnte da schon mehr überzeugen, wenn er auch auf die gut 30 Minuten nicht ganz das Niveau halten konnte.





Nichts desto trotz waren um 21: 35 die vier Kanadier im gestopft vollen DasBach gut aufgewärmt und bestens gelaunt, zumal sie unter ohrenbetäubendem Applaus empfangen wurden. Zunächst musste man sich aber kurz wundern, denn neben Bandleader, Sänger und Westerngitarrist Nate Hilts und Backgroundsönger und ebenfalls Gitarrist, der auch mal zur Mandoline greift, Scott Pringle, fehlten Banjo-Akkrobat Colton Crawford und Cellist Danny Kenyon, der vor allem durch seine Pfeiffmelodie bekannt ist. Natürlich gab es Ersatz und so standen ein neuer Herr sowie eine Dame am Banjo, die vermutlich nur temporär übernahmen, mit auf der Bühne und füllten die Lücken souverän.

Ohne Umschweife starteten die vier in ihr Set voller Southern-Rock, Country und Hillbilly Hits, die eine Menge Spaß machten und nicht selten mit einem Augenzwinkern versehen wurden, wie man zum Beispiel dem Kracher „Banjo Odyssey“, mit den Zeilen: „Mama said "She´s my brothers daughter" and I don´t even know who´s my father. I guess she´s my cousin but she needs some sweet lovin´ anyway!”, gut entnehmen kann. Dementsprechend scherzten die Herren zwischen den Songs immer munter vor sich hin, während sich die Dame eher im Hintergrund hielt, mit den Backings aber doch gut zum einen oder anderen Song passte. „The Bastards Son“ wurde dem Mischer, der an diesem Abend Geburtstag feierte, gewidmet und nicht selten frönte man sowohl textlich als auch physisch dem Alkohol. „One Armed Man“ oder der große Hit „In Hell I´ll Be In Good Company“ wurden auch recht bald abgefeuert, doch der Ersatz-Cellist musste sich vom Roadie Unterstützung holen, da er nicht pfeiffen kann, wie er zu seiner Schande zugeben musste. Dafür konnte er mit rauem, kraftvollen Organ seinen Vorgänger mühelos vertreten. Generell glänzten alle drei Mannen mit perfekter Stimme und sorgten damit für genügend Abwechslung, während das Songmaterial docht recht oft mit ähnlichen Rhythmen aus dem Country und Bluegrass Sektor auskommen musste. Ein Schuss JOHNNY CASH durfte natürlich aber auch nicht fehlen.





Hier und da wurde es aber dann neben den sonst recht ausgelassenen Rhythmen und Melodien recht melancholisch und im Finale nach gut 80 Minuten, die wie im Flug vergingen und zu denen die Fans allesamt gerne mitsangen, -klatschten und –feierten, verabschiedeten sich die Herren nach und nach, bis zuletzt Cello und Banjo sich noch duellierten, ehe das Banjo dann noch solo Vollgas gab und für erneuten Applaus sorgte. Doch die Kanadier ließen sich nicht lange bitten und kamen noch für zwei Zugaben in Form von „Travellin´ Man“ und „Long Gone“, die nochmal für Stimmung sorgten.





THE DEAD SOUTH sind nicht nur irgendein Youtube-Phänomen, sondern eine ernst zu nehmende Band, die das bei uns nicht sonderlich für die breite Masse gemachte Genre zugänglicher macht und einfach ein Gespür für starke Songs zum Mitsingen und Mitgehen hat. Wer die Jungs noch nicht kennt, der checkt die beiden bisher erhältlichen Alben an und hält nach weiteren Live-Shows Ausschau. Es lohnt sich!





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thedeadsouth.com

maxomer
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Beitrag vom 23.05.2017
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