EXILIA   PAIN IS    EBONY ARCHWAYS   IN CHAOS   UZZIEL    CROWHEART   ROADKILL  
29.04.2017 @ Explosiv

Zum ersten Mal fand nun in Graz im Explosiv das Eargazmic Festival statt. Hier wurde heimischen Bands eine Plattform gegeben um ihr Können zu demonstrieren, während EXILIA aus Italien den prominenten Headliner mimten.

Etwas seltsam war, dass die Running Order vorab geheim gehalten wurde, aber auf diese Art und Weise fanden sich schon früh Besucher ein, um nur ja nicht ihre Favoriten zu verpassen.

Pünktlich um 18.00 ging es dann los, und für einige wohl ein bisschen zu überraschend, denn bei den ersten Klängen waren ROADKILL noch ziemlich einsam in der Halle. Aber rasch wurden einige angelockt, und bald konnten sich die Steirer über viel Zuspruch aus den Reihen des Publikums freuen. Ein eiserner Fan ließ die Mähne zu den Speed Metal Riffs kreisen, aber auch die restlichen Besucher gingen gut mit. Mit witzigen Ansagen, wie etwa dass zum Abschluss ausnahmsweise eine schnelle Nummer gespielt würde, sorgte Gitarrist und Vocalist Peter für einige Lacher. ROADKILL nützten die kurze Spielzeit von 20 Minuten voll und zeigten sich als würdiger Opener des Abends.





Setlist ROADKILL:

Emotions
Rhythm Of Life
One Hell Of A Ride
Tribilin
Headlock (Premiere)


Völlig andere Klänge standen danach auf dem Programm. Die ebenfalls aus der Steiermark stammenden CROWHEART präsentierten ihren Symphonic Metal, und Vocalist Dave Slut zeigte sich düster geschminkt. Ansonsten war jedoch bei diesem Gig gar nichts so finster, nachdem sich Dave mit vielen lustigen Aussagen und entsprechender Gestik und Mimik Freunde machte. Die Konstellation mit Gitarre, Keyboard und Drums wirkte etwas eigen, wurde aber mit dem Fehlen des vierten Mannes erklärt. Nach dem opulenten Intro gab es wirklich gelungene Melodien mit einem Wechsel aus cleanen Vocals und Growling, was einen angenehmen Hörgenuss erzeugte. Die Jungs haben wirklich was drauf, und was diesen Gig betrifft wird mir wohl eines in Erinnerung bleiben – ich erlebte nie zuvor ein so lustiges Symphonic Metal Konzert, und die Gelegenheit dazu wird sich wohl auch nicht mehr allzu schnell ergeben.





Setlist CROWHEART:

Intro (Pulse)
What We Deserve
Cunt Machine
The Great Delusion


Nicht minder gut drauf war die – laut eigenen Angaben – hässlichste Boy-Band Österreichs! Gemeint sind damit UZZIEL, die seit vielen Jahren gern gesehene Gäste auf steirischen Bühnen sind. Die Death/Thrasher aus Oberösterreich konnten in den letzten Jahren durch zahlreiche Live-Gigs eine breite Fan-Base aufbauen. Die Leute gingen somit gut mit und der eine oder andere ließ auch seine Mähne kreisen, und alle vier Musiker zeigten vollsten Einsatz. Eine Sondereinlage leistete sich Mex, als er auf dem Rücken liegend und Bass spielend auf der Bühne dahinrutschte - diese war danach sauberer als vorher! Wenn UZZIEL so weitermachen, dann werden sie wohl bald die steirische Staatsbürgerschaft verliehen bekommen – Fans haben sie hier genug!





Setlist UZZIEL:

Dark Moments
This Fear
I Am Dying
Dementia
Like A God


In der nächsten Umbaupause wurde in der Mitte eine Art Skulptur aufgestellt, die mit Licht und Rauch für viel Atmosphäre sorgte. Diese war jedoch bei der nachfolgenden Band IN CHAOS gar nicht so sehr gefragt, denn bei den Thrash Metallern aus Niederösterreich war der Name auch Programm. Die Musiker präsentierten sich als Mönch, mit „blutbeflecktem“ Shirt und in „blutbeschmierten“ weißen Leggings mit umgehängten Ketten. Hämmernder Thrash Metal wurde gelegentlich von wesentlich rockigeren Klängen abgelöst und gesanglich beteiligten sich die beiden Gitarristen sowie der Bassist, was das Ganze sehr abwechslungsreich werden ließ. Mit vielen witzigen Ansagen wurden die Leute auf Touren gebracht, und irgendwann gab es pure Partystimmung, bei der jeder auf seine Kosten kam.





Setlist IN CHAOS:

Deadmans Request
Raquel
Dancefloor Of Hell
Spineless
Game Of Destruction
Sex & Pain


Die nachfolgende Band kannte ich bereits vom letzten Kaltenbach Open Air, und nach dem dortigen Gig von EBONY ARCHWAYS wareb die Musiker wohl nicht nur mir in bester Erinnerung, sondern auch den vielen Leuten, die in den Saal strömten. So konnten sich die Steirer von Anfang an über ein volles Haus freuen, und heizten den Leuten mit viel gehörig Druck und mitreißenden Gitarrenriffs sowie dem harten Gesang von Frontmann Michel Sedaghat ordentlich ein. In den ersten Reihen wurde gebangt was das Zeug hielt, andere wieder tanzten mit und so entwickelte sich die Sache zu einem einzigen Fest. Vielen ging der Gig wohl zu schnell vorbei, aber man kann davon ausgehen, dass EBONY ARCHWAYS bald wieder einmal irgendwo die Bühne rocken werden, und da kann dann erneut ordentlich abgefeiert werden.





Setlist EBONY ARCHWAYS:

The Sadists Coffinhouse
Terminal
Hero In A Tragedy
Blood
From The Depths I Call
Pariah
Pale Demon


Als sechste Band des Tages waren PAIN IS an der Reihe, deren Backdrop bereits bei den Vorgängerbands im Hintergrund zu sehen war. Die Kärntner Truppe startete in den letzten Jahren voll durch, und konnte sogar schon am weltberühmten Wacken Open Air auf der ganzen Linie überzeugen.

Elegant gekleidet betraten die Jungs die Bühne, Bassistin MaC bestach im sexy Outfit, und alle gaben von Anfang an Vollgas. Sänger Jerome Jaw legte ein Tempo auf der Bühne an den Tag, sprang herum und peitschte die Leute so richtig ein. PAIN IS konnten definitiv auch wieder an diesem Abend ihr Publikum vollends überzeugen.





Setlist PAIN IS:

Climax
Dont Let Us Down
One Set Go
Today
Left All Behind
What We Are


Die Zeit verging wie im Fluge, und schon standen die abschließenden Headliner am Programm. EXILIA stammen aus Italien und machen bereits seit mehr als 20 Jahren einen Mix aus Nu Metal und Rock. Bei einem sphärischen Intro kamen die Musiker nach und nach auf die Bühne. Der Gitarrist präsentierte sich mit schwarz/weiß bemaltem Kopf, der Rest der Band trat jedoch ohne düstere Optik auf. Sängerin Masha Mysmane, ein zartes kleines Persönchen mit blonden Dreads, ließ zu den relativ harten, flotten Sounds ihre sehr kräftige Stimme erklingen, und auch zwischendurch die Mähne rotieren. Sie war ein regelrechtes Energiebündel, das nicht nur ihre Musikerkollegen antrieb, sondern auch das trotz später Stunde noch immer zahlreiche Publikum, das sich sehr gerne in ihren Bann ziehen ließ und ausgelassen mitmachte.





So endete nach sieben Bands die erste Auflage des Eargazmic Festivals, das noch ein paar mehr Besucher vertragen hätte, aber für eine Premiere doch gut besucht war. Am 16.12.2017 wird es im Explosiv in Graz die Eargazmic Winter Nights geben – Bands sind aktuell dafür jedoch noch keine angekündigt, aber man kann davon ausgehen, dass auch da ein abwechslungsreiches Programm geboten werden wird.


Weblinks:
www.facebook.com/Eargazmic-Festival
www.facebook.com/ExiliaMusic
www.facebook.com/PainIs1
www.facebook.com/ebonyarchways
www.facebook.com/1NCHAOS
www.facebook.com/Uzzielmetal
www.facebook.com/crowheartofficial
www.facebook.com/Roadkillsyou





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Beitrag vom 31.05.2017
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