INFERNO FESTIVAL: GORGOROTH   SAMAEL   ANAAL NATHRAKH   INSIDIOUS DISEASE   CROWBAR   INFERNAL WAR   DIABOLUS INCARNATE   VINTERBLOT  
14.04.2017 @ Rockefeller / John Dee, Oslo

Auch was das Wetter betraf sorgte der Freitag für eine Überraschung – zwischendurch schneite es, aber als es Zeit war zum Festival zu gehen, blieb alles trocken.

Diesen Festivaltag eröffnete eine Viking/Death Metal Truppe aus Italien mit dem Namen VINTERBLOT. Trotz der frühen Uhrzeit trafen schon relativ viele im John Dee ein um sich die Jungs anzusehen. Bei einem Intro betraten VINTERBLOT die Bühne und Sänger Vandrer hatte einen langen Stab mit Tierkopf in der Hand. Sofort ging es heftig zur Sache, jedoch mit einigen melodischen Einlagen, die durch knallharte Vocals unterlegt wurden, wurde nicht mit Abwechslung gespart. Die Besucher gingen sofort gut mit und genossen offensichtlich das Dargebotene. Vandrer bedankte sich auch für den großen Support und erzählte, dass sie in Italien noch nie vor so viel Publikum gespielt hätten, was wohl nicht nur für mich völlig unverständlich war, denn VINTERBLOT konnten in jeder Hinsicht überzeugen.





Setlist VINTERBLOT:

Throne Of Snakes
Stone Carved Silence
The Summoning
Unveiling The Night’s Curtain
Evoked By Light
Upon A Reign Of Ashes


Die Mainstage im Rockefeller gehörte zur Eröffnung des Tages den Norwegern. Die Death Metal Band INSIDIOUS DISEASE existiert zwar bereits seit 13 Jahren, es gab aber bisher nur ein einziges Album im Jahr 2010, aber nachdem am Inferno einige neue Titel gespielt wurden, deutete das darauf hin, dass wohl bald eine neue Scheibe auf den Markt kommt. In ihren Reihen fand sich auch ein nicht Unbekannter – Silenoz von DIMMU BORGIR verwirklicht bei dieser Band deutlich andere Gitarren-Sounds als bei seiner Stammtruppe. Ohne Intro wurde von Anfang an Vollgas gegeben, und zu den rasant hämmernden Drums und druckvollen Gitarrenriffs strapazierte Sänger Groo seine Stimmbänder bis aufs Äußerste. Obwohl nicht mehr der Jüngste, fegte Groo über die Bühne und peitschte das Publikum so richtig ein, sodass nach einer Weile in der noch nicht allzu gut gefüllten Halle die Stimmung immer besser wurde, und sich alle nur allzugerne mitreißen ließen. Dieser Gig war ein erfolgreiches Heimspiel für die Jungs.





Setlist INSIDIOUS DISEASE:

Secret Sorcery
Divine Fire
Nuclear Salvation
Rituals of Bloodshed
Value in Flesh
Facemask
Soul Excavation
An End Date with The World
Boundless

Eine sehr weite Anreise hatten DIABOLUS INCARNATE zu bewältigen, die als nächste die Bühnenbretter des John Dees zum Beben brachten. Die Black Metal Band aus Südafrika gibt es schon seit ein paar Jahren, allerdings wurde bisher noch kein Album veröffentlicht. Allerdings spielten die Jungs ein ausgiebiges Set. In richtiger Black Metal-Manier mit schwarz/weiß bemaltem Kopf trat nur der Drummer auf, der Rest der Band spielte in zivil. Mit furioser Spielweise und einer Bass-Drum die einen fast aus den Socken warf, brachten DIABOLUS INCARNATE die zahlreich erschienenen Leute dazu, gebannt zu lauschen. Sänger Dieter Engel ließ laut schreiende Vocals vom Stapel, und nur wenige melodische Einspielungen vom Band milderten ein bisschen das deftige Sounderlebnis. Auf alle Fälle lohnten sich die vielen Stunden im Flieger für das Quartett, und die Jungs nahmen wohl ausschließlich positive Erinnerungen an Norwegen mit nach Hause.





Setlist DIABOLUS INCARNATE:

Shadows Fall
Infernal Flames
Regnum Tuum Cicidit
13th Disciple
Decomposition
For All Eternity
Aborted
Transcendence


Der große Vorhang bei der Mainstage war vorgezogen und dahinter wurde eifrig für ANAAL NATHRAKH umgebaut. Die Grindcore-Band aus UK tourt immer wieder einmal durch Europa, und die Reihen vor der Bühne waren dicht gefüllt, als bei einem kurzen Intro die Musiker auf die Bühne kamen. Sänger V.I.T.R.I.O.L. kam erst ein bisschen später, und stürzte wie ein Wilder finster dreinblickend und aggressive Growls in die Menge schmetternd, über die Bühne. Zur rasanten Spielweise ließ man regelrechtes Drum-Gewitter, das Bewegung in die Menge brachte, auf die Leute los. Der Vocalist erzählte auch von einem Jubiläum, nämlich dass die Band zehn Jahre zuvor ihren ersten Auslands-Gig genau bei diesem Festival im Rockefeller spielte. Für die Security wurde er auch zur Herausforderung, da er Leute auf die Bühne holte, die dann über die Fotografen hinweg zum Stagediven eingeladen wurden. Das lief alles aber überraschend gesittet und ohne Verletzungen ab. Damit geriet dieser Gig zur Party der härteren Art, die allen Spaß machte.






Gar nicht spaßig ging es dann im John Dee weiter. Dort stand ernsthafter Black Metal aus Polen auf dem Programm. INFERNAL WAR blicken bereits auf 20 Jahre Bandgeschichte zurück, und durch den hohen Bekannt- und Beliebtheitsgrad war der Saal proppenvoll. Drummer Stormblast prügelte drauf los was das Zeug hielt und die anderen Musiker ergänzten mit knochenharten Sounds. Vocalist Herr Warcrimer steuerte tiefe, brüllende Growls bei, und dieses Erlebnis der besonders aggressiven Art brachte viele Leute zum Mitbangen, es waren durchgehend jede Menge Arme oben, und es wurde lautstark gejubelt. Geschwindigkeit und Rhytmen blieben relativ gleich und demnach zeigte man nur wenige Variationen, aber das war eben genau das, was von den Polen erwartet wurde. Man könnte es unter das Motto stellen: „Magie der knallharten Monotonie!“





SAMAEL haben zwar heute nicht mehr viel mit Black oder Death Metal zu tun, aber eine gewaltige Fan-Schar wartete bereits lange Zeit vor Beginn auf die Schweizer vor der Mainstage. Bereits seit 30 Jahren fasziniert diese Truppe mit Industrial-Klängen und spielte bereits weltweit Konzerte. In der Mitte der Bühne stand eine Kombi aus Synth- und Drumset, bei der sich Xy völlig verausgabte, der Rest der Band strahlte etwas mehr Ruhe aus, und vor allem Sänger Vorph beeindruckte durch sein imposantes Erscheinungsbild und die kraftvolle Stimme. Gitarrist Makro hatte ein halb schwarz/halb weiß geschminktes Gesicht und turnte ebenso wie Basser Drop über die Bühne. Auch wenn SAMAEL ein extremes Kontrastprogramm waren, so konnte das Quartett auf der ganzen Linie überzeugen, und die meisten hätten wohl gerne noch länger den stampfenden und wummernden Rhythmen gelauscht, aber vielleicht kommen die Schweizer ja bald wieder einmal in den Hohen Norden!





Setlist SAMAEL:

Black Trip
Celebration Of The Fourth
Son Of Earth
Rebellion
Baphomet’s Throne
Flagellation
Crown
Rite Of Renewal
Total Consecration
...Until The Chaos
After The Sepulture
Angel Of Wrath
Into The Pentagram
Shining Kingdom
Rain
Ceremony Of Opposites
My Saviour


Auch auf der John Dee Stage wurde danach von den schwarzmetallischen Klängen abgewichen, und das einzige Mal während des Festivals waren auf der kleinen Bühne die Musiker gut beleuchtet. Aber für die Sludge Metaller CROWBAR war dies auch das passende Ambiente. Dass die Amerikaner sehr beliebt waren, konnte man auch daran erkennen, dass sich schon lange vor Beginn einige in die erste Reihe stellten, was sonst nie der Fall war. Gleich beim Öffnen des Vorhanges ging so richtig die Post ab, und auch wenn der vollbärtige Sänger Kirk Windstein mittlerweile stark ergraut ist, so zeigte dieser keinerlei Schwächen. Ganz im Gegenteil, CROWBAR heizten den Fans so richtig ein, und Kirk ließ nicht nur kräftige Vocals vom Stapel, sondern auch die eine oder andere Ansage, wobei er ausdrückte, wie glücklich sie über diesen Gig in Oslo wären. Viele hatten die Hände oben und so mancher ließ trotz Platzmangel die Mähne kreisen, und so wurde diese Show ein einziges Fest und ein gelungener Abschluss des Festivaltages im John Dee.





Das Finale im Rockefeller war dagegen fest in Norwegischer Hand. Niemand Geringerer als GORGOROTH war angekündigt, eine Band die zwar schon seit 1992 besteht, aber durch spektakuläre Besetzungswechsel viele Veränderungen durchmachte. Daraus ergab sich für das Inferno Festival aber auch ein besonderer Gig, denn niemand geringerer als TAAKE-Mastermind Hoest übernahm den Part am Mikro, was mit gewaltiger Begeisterung aufgenommen wurde. Man startete mit einem bedrohlichen Intro und alle kamen mit düsterem Corpsepaint und Stachelmanschetten an den Armen auf die Bühne. Hoest hatte besonders lange Nägel dran, aber er machte trotzdem einige seiner üblichen Verrenkungen. Ob dies Verletzungen verursachte war nicht zu sehen, aber die intensiven Screams waren sicher nicht die Folge davon, sondern durchaus gewollt. Mit rasanten, druckvollen Songs animierten GORGOROTH das Publikum dazu, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, und die Reaktionen waren gewaltig.





Damit waren GORGOROTH ein mehr als passender Abschluss dieses Festivaltages, und zufrieden verließen die Besucher den Saal.


Weblinks:
www.facebook.com/gorgorothofficial
www.facebook.com/OfficialSamael
www.facebook.com/Anaalnathrakhofficial
www.facebook.com/InsidiousDisease
www.facebook.com/crowbarmusic
www.facebook.com/infernalwarofficial
www.facebook.com/diabolusincarnatemusic
www.facebook.com/vinterblotofficial




FOTOS + E-CARDS
www.infernofestival.net/no/Festival

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Beitrag vom 06.06.2017
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