KARMøYGEDDON: BULLET   THYRFING   FEJD   BÖLZER   OCTOBER TIDE   FEAR THEORIES  
04.05.2017 @ Kopervik, Norwegen

Dieses Jahr fand in Kopervik/Norwegen bereits die 14. Auflage des Karmøygeddon Festival statt. Im Vergleich zu manch anderen skandinavischen Events ist dieses im Ausland nicht sonderlich bekannt, aber für viele Norweger ein Fixpunkt im Kalender.

Wenn man am nahegelegenen Haugesund Lufthavn landet, sieht man zuerst groß die Aufschrift „Welcome to the home of the Viking Kings“, womit einem klar vor Augen geführt wird, welch historischen Boden man betritt. Der erste norwegische König Harald Hårfagre soll angeblich hier begraben sein, und neben einem persönlichen Denkmal gibt es auch das große Monument „Haraldshaugen“, das als norwegisches Nationaldenkmal gilt.

Die Gegend rund um Haugesund und den Festival-Veranstaltungsort Kopervik ist so, wie man sich Norwegen vorstellt – viele kleine Holzhäuser, sehr grün, wildromantische Felsküsten und jede Menge Schiffe in den einzelnen Häfen.
Dadurch dass Kopervik doch relativ klein ist, gibt es nicht so viele Übernachtungsmöglichkeiten, aber durch das gut ausgebaute Bus-Netz war es kein Problem, aus der Umgebung zum Festival zu gelangen. Man hatte auch die Möglichkeit auf einem Schiff zu nächtigen - nicht weit von der Location entfernt lag die MS Sandnes fest vertäut im Hafen, und dort konnten die Besucher Kabinen buchen.

Was am meisten erstaunte war der Standort des Festivals – mitten in der Fußgängerzone in der Innenstadt, was bei uns definitiv nie möglich wäre, doch die Norweger haben offensichtlich ein deutlich besseres Verhältnis zum Metal.

Viele internationale und nationale Bands konnten für die zwei Bühnen am Karmøygeddon 2017 gewonnen werden. Die Scandic Stage war im Cafe MM untergebracht, und daneben, durch die Hanglage unterhalb, stellte man zwei Zelte auf – eines für Merch und Sitzplätze, und im zweiten, deutlich größeren gab es die Gassco-Mainstage, die jedoch nur am Freitag und Samstag bespielt wurde.

Am Donnerstag wurden ausschließlich auf der Scandic-Stage Auftritte durchgeführt, so wurde es ab 18.00 laut in der kleinen Location. Auf dem Weg in den Club legte man einen roten Teppich aus – in Norwegen verdienen sich Metal Fans wohl so eine Ehre! Für Bier und Verpflegung musste man an einem Stand Bons kaufen, und für 70,- Kronen waren 0,4 Liter Bier vergleichsweise billig. Das bei norwegischen Festivals übliche Gratis-Wasser an der Bar stand auch am zweiten Tag zur Verfügung.

Wen der Hunger plagte, der konnte im Cafe Burger und andere warme Speisen konsumieren. Damit musste man weder verhungern noch verdursten und den Festivalfreuden stand nichts mehr im Wege! Auch den Wettergott hatten die Veranstalter auf ihrer Seite – es gab an allen drei Festivaltagen strahlend blauen Himmel und angenehme Temperaturen

Oft müssen ja die Opener vor einer Handvoll Leute spielen, aber bei FEAR THEORIES war dies zum Glück nicht der Fall. Erklären ließ sich das damit, dass die junge Truppe aus Haugesund stammte, und somit ein Heimspiel hinlegte. Die Stimmung war von Anfang an bestens, und einige Hardcore-Fans feierten vor der Bühne zu den Hard Rock/Heavy Metal Klängen ordentlich ab und ließen die Mähnen rotieren. Es wurde beim Gig Quartetts auch schnell voll und die Musiker in ihren patchbesetzten Metal-Kutten zeigten vollen Einsatz, bei dem der Sänger oft einmal auf die Absperrung hüpfte, um den Leuten ordentlich einzuheizen. Die Jungs boten kraftstrotzende Sounds, vergaßen jedoch auch nicht auf ruhigere Instrumentalparts. Für die Fans war die halbe Stunde Spielzeit sicher zu kurz, aber FEAR THEORIES machten auf jeden Fall das Beste daraus.





Setlist FEAR THEORIES:

Enchantress
My Own Worst Enemy
Heroes Of Today
Vagabonds
The Predator


Die nachfolgende Band OCTOBER TIDE stammt aus dem benachbarten Schweden und hatte mit einem Mix aus Melodic Doom und Death Metal, etwas andere Klänge im Programm. Nach einem kurzen Live-Gitarren-Intro trafen harte Riffs auf ruhige Atmosphäre, zu der Sänger Alexander Högbom krächzend schreiende Growls vom Stapel ließ und die Leute gelegentlich von der Absperrung aus einpeitschte. Zwischendurch gab es einfühlsame melodische Einlage zu denen viele Besucher die Augen schlossen und zum Sound mitwippten. Trotz der Härte und der teilweise auch flotteren Gangart, war die Vorliebe zum Doom aber auch nicht zu überhören. Mit diesem Gig konnten OCTOBER TIDE auf der ganzen Linie überzeugen, und wohl auch den einen oder anderen neuen Fan gewinnen.





Setlist OCTOBER TIDE:

Swarm
Reckless Abandon
Our Constellation
The Custodian Of Science
12 Days Of Rain
Grey Dawn

BÖLZER aus der Schweiz beweisen bereits seit mehreren Jahren, dass es für kraftvollen Black/Death Metal nicht mehr braucht, als eine Gitarre, Drums und variantenreiche Vocals. Bei einem eher scheppernden Intro kamen die beiden Musiker auf die Bühne und boten eine gut abgestimmte Mischung aus hämmernden und rhythmischen Sounds, die von atmosphärischen Zwischenspielen aus der Konserve untermalt wurden. Vocalist KzR hatte das Mikro ziemlich hoch eingestellt, und ließ aus der hochgereckten Kehle abwechselnd cleane und dann wieder aggressiv growlende Vocals ertönen. Die Besucher genossen diese Darbietung und so gab es anerkennenden Applaus für die Schweizer, sodass sich jeder Kilometer Richtung Norden voll gelohnt hat.





Setlist BÖLZER:

The Archer
CME
Hero
Phosphor
Labyrinthian Graves
I AM III
Spiritual Athleticism
Entranced By The Wolfshook
Roman Acupuncture
Zeus Seducer Of Hearts


Nun wurde es voll auf der nicht sehr großen Bühne, denn die schwedische Truppe FEJD beseht immerhin aus sechs Mann. Dennoch ging der Umbau relativ schnell vonstatten, und bald wurde der Raum von gelungenen Folk Metal Klängen erfüllt. FEJD hatten neben den Standard-Instrumenten auch einige altertümliche wie Maultrommel, Bouzouki und ein eigentümliches Streichinstrument mit im Gepäck.

Die Truppe startete mit einem ruhigen Intro auf das druckvolle, sehr melodische Sounds, zu denen kräftige Vocals ertönten, folgten. FEJD spielten ein gut durchgemischtes Set bei dem natürlich auch Songs vom aktuellen Album „Trolldom“ nicht fehlen durften. Die zahlreich erschienenen Leute gingen begeistert mit, und auch ich selbst freute mich sehr darüber, FEJD endlich einmal live zu erleben, was ja aufgrund der eher wenigen Live-Gigs nicht so einfach möglich ist.





Setlist FEJD:

Härjaren
Gryning
Dis/Den Skimrande
Hednaland
Trolldom
Sigurd Ring
Drängen Och Kråkan
Offerrök
Yggdrasil


Nach dem folkigen Intermezzo standen härtere Klänge auf dem Programm. THYRFING zählen seit vielen Jahren zu den beliebtesten Bands im Bereich Viking/Black Metal und auch in Kopervik waren die Reihen bereits vor Beginn dicht gedrängt. Aufstelltransparente mit Schädeln strahlten neben den schwarz beschmierten Musikern düstere Atmosphäre aus. Nach dem bedrohlich wirkenden Intro wurden von Beginn an den Besuchern harte, dynamische Rhythmen auf die Ohren geknallt, und der mit Ketten behängte Sänger Jens Rydén ließ knochenharte Vocals aus seiner Gurgel entfliehen, wobei er gelegentlich auf die Absperrung kletterte und die Leute einpeitschte. Die Schweden schafften es problemlos, den Saal in einen kochenden Hexenkessel zu verwandeln, jedoch bleibt zu hoffen, dass man für nächste Tour endlich wieder eine neues Album einspielt.





Setlist THYRFING:

Mjölner
The Voyager
Digerdöden
Griftefrid
Sweoland Conqueror
Veners Förfall
Ty Mörkret Skall Falla
Far Åt Helvete
Storms Of Asgard
Från Stormens Öga


Den Abschluss des Abends bildeten BULLET, die eine musikalische Reise in die Zeiten des good old Rock´n´Roll darboten. Dies begann schon mit der Optik, denn Lederjacken und Wuschelfrisuren zeigten schon an, in welche Richtung es musikalisch gehen sollte. Bereits beim rockigen Intro gab es die ersten Rufer im Publikum, und BULLET ließen sich nicht lange bitten, und gaben von Anfang an Vollgas. Eine etwas seltsame Erscheinung gab der Sänger Dag Hell Hofer, der in einen Umhang mit Tierkopfdeko gehüllt, mit Lockenkopf, und die Augen hinter einer Sonnenbrille versteckt, krächzenden Gesang bot. Der ganze Gig stand unter dem Motto „Back to the Roots of Rock“ und die Schweden schafften es locker, den zahlreichen Besuchern dieses Feeling zu vermitteln und sie mitzureißen.





So endete der erste Festivaltag, der ein abwechslungsreiches Programm aufwies,
Die Veranstalter boten einen eigenen Shuttlebus nach Haugesund an, für den man die Tickets beim Merch-Stand kaufen konnte, und an diesem Abend fuhr ich auch mit diesem Bus zurück zum Hotel.

Im Bus wurde noch einmal ordentlich weitergefeiert und gegrölt, denn trotz der hohen Preise für Alkohol, hatten die meisten doch einiges intus.



Danke an das Karmøygeddon Festival und Freimen für die Bereitstellung der Fotos!
[Pics by Freimen] www.facebook.com/freimensphoto/




Weblinks:
www.facebook.com/bulletband
www.facebook.com/thyrfingofficial
www.facebook.com/Fejdofficial
www.facebook.com/erosatarms
www.facebook.com/octobertideband
www.facebook.com/FearTheories

karmoygeddon.no

Metalmama
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Beitrag vom 10.06.2017
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