THE DEAD DAISIES   THUNDERMOTHER   HOMELESS KINGS  
27.06.2017 @ Rockhouse

Vor ausverkauftem Haus, gaben sich die verwelkten Gänseblümchen ein Stelldichein der Güteklasse 1A.
Der lokale Support, HOMELESS KINGS, fiel leider dem Hunger und der Parkplatzsuche zum Opfer. Also startete mein Konzertabend erst um 20:45 mit THUNDERMOTHER.

Das schwedische Frauen-Quartett (Band wurde von Gitarristin und Chefin Filippa, nach dem Split mit den vier Ur-Donnermüttern, mit drei Neubesetzungen weitergeführt), das sehr im 70er Hardrock verhaftet ist, spielte ihr Set eigentlich einwandfrei durch, aber irgendwie fehlte, obwohl es musikalisch rockte, irgendwie das Feuer auf der Bühne. Die Intro-Riffs bei jedem Song scheinen allesamt aus der Schublade der Young-Brüder zu kommen und die neue Sängerin erinnert stark mit ihrer Stimme und auch dem Aussehen an Elin Larrson von den BLUES PILLS. Aber so richtig zündete das Rock-Paket nicht. Trotzdem wurde das Publikum gut unterhalten und auf das Kommende eingestimmt.





Um 22 Uhr gingen dann die Lichter aus und das Intro (ein Mix aus „Whole Lotta Love“ und „War Pigs“) erschallte. Dann ging es sofort mit „Long Way to Go“ los und vom ersten Takt an war klar, dass da geballte Perfektion auf das Publikum zukommen wird. Ist ja auch nicht verwunderlich bei Namen wie John Corabi (MÖTLEY CRÜE), Doug Aldrich(DIO, WHITESNAKE) oder Marco Mendoza (THIN LIZZY, BLUE MURDER). Die Herren haben ihr Handwerk gelernt und zeigten den jungen Bands (aber auch mancher alten) wo der Hammer hängt oder die Vase für die frischen Gänseblümchen im Regal steht. Und das wurde auch vom Publikum mit Stimmung erster Kajüte vom Anfang bis Ende belohnt. Songs zum Anheizen des Publimus wie „Make Some Noise“ waren da gar nicht nötig. Die Setlist ähnelte sehr derer auf dem vor Kurzen erschienen Live-Album “Liver And Louder“ und wurde immer wieder von Cover Songs aufgepäppelt. Da zeigen sich auch die Stärken dieser „All Star Band“. Die eigenen Songs haben sicherlich Potential aber die richtige Spielfreude zeigte sich bei Nummern wie „Fortunate Son“, „We’re An American Band“, „Join Together“ oder „Helter Skelter“ (auch nicht verwunderlich, dass sie diesen Song im Programm haben, denn eine gewisse Ähnlichkeit Herrn Corabis mit Herrn Manson sind nicht von der Hand zu weisen). Hier hörte und sah man, dass hier Freunde auf der Bühne standen, die ihr Handwerk verstehen und Freude haben die Fans zu unterhalten. Auch bei der Vorstellung der Bandmitglieder wurde bei jedem einzelnen ein bekannter Song angespielt („Heaven And Hell“, „Run To The Hills“ „Honky Tonk Woman“ usw.) Bei der Vorstellung erfuhr man auch, dass Gitarrist David Lowy aus familiären Gründen nach Australien zurück musste. Er wurde aber kurzerhand von Yogi Lonich (BUCKCHERRY) ersetzt, der anfänglich eher etwas verloren auf der Bühne stand, sich aber zusehends von den anderen anstecken ließ und immer mehr aus sich herausging. Musikalisch war bei ihm sowieso nichts zu bemängeln. Marco Mendoza wagte auch zwischen dem Zähne blecken und einen Jahresvorrat an Plektren hinauswerfend, den Gang durchs Publikum und überließ sogar einem Fan seinen Bass und der stimmte sogleich “Iron Man“ von BLACK SABBATH an, was ihm sichtlich gefiel und er noch einen Rucksack voll Plektren ins Publikum warf.

Setlist:

Intro: Whole Lotta Sabbath (Whole Lotta Love / War Pigs Intro)
Long Way To Go
Mexico
Make Some Noise
Fortunate Son (CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL)
SongAand A Prayer
We All Fall Down
Lock ’n’ Load
Last Time I Saw The Sun
Drum Solo
Join Together (THE WHO)
All The Same
With You And I
Band Intros (Snippets Of Honky Tonk Woman,…)
Mainline
Helter Skelter (THE BEATLES)
-
We’re An American Band (GRAND FUNK RAILROAD)
Midnight Moses (THE SENSATIONAL ALEX HARVEY BAND)
Highway Star (DEEP PURPLE)

Nach den normalen zwei Zugaben gab es dann noch eine grandiose Version von DEEP PURPLE’s „Highway Star“ als Sahnehäubchen auf diesen wirklich geilen Konzertabend. Einziger Wermutstropfen war das unnütze Gitarrensolo von Doug und das noch unnützere Drumsolo von Brian Tichy. In dieser Zeit hätte man noch drei klasse Nummern interpretieren können.

thedeaddaisies.com

Catrine
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Beitrag vom 03.07.2017
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