TUSKA 2017: SABATON   DEVIN TOWNSEND PROJECT   SUICIDAL TENDENCIES   BRUJERIA   RATFACE   WINTERSUN  
30.06.2017 @ Suvilahti, Helsinki

Und wieder einmal trieb es uns in den Norden, dieses Mal erneut nach Helsinki, um das 20jährige Jubiläum des Tuska Festivals zu feiern. Für diesen Anlass durfte aus den Vollen der finnischen Musikkiste geschöpft werden und schon am ersten Tag fanden sich Exportschlager wie WINTERSUN, INSOMNIUM oder BAPTISM im LineUp, die Hauptacts auf den großen Bühnen lieferten aber die Nachbarländer Schweden und Norwegen mit SABATON und MAYHEM.

Wie immer top organisiert wurden über drei Tage insgesamt 37 000 Besucher durch das Programm gelotst. Die Einsatzkräfte am Einlass sowie an den diversen Getränkeständen waren gerüstet und alles verlief reibungslos und schnell und wir starteten an Tag 1 einmal einen Rundgang durch das ausladende Gelände. Wie schon die Jahre zuvor fielen einem sofort die Alkohol Areas ins Auge, von einem Absperrgitter getrennt durfte nur in diesen Bereichen Alkohol gekauft und konsumiert werden, durch die strategisch sehr mittig platzierten Areas konnte man aber auch von dort aus, wenn auch aus einiger Entfernung, auf die Tent und Radio Rock Main Stage sehen, auf der bei unserem Eintreffen schon die Melodic Death Metaller WINTERSUN vor einer beachtlichen Zuschauerzahl am Werken war.





Im hinteren Teil des Festivalgeländes standen wir dann vor der dritten Bühne, der Inferno Stage, die ein einer kleinen Halle war und ließen uns von den aus Helsinki stammenden RATFACE schon mal warmfeiern. Die Hardcore Punker rund um Frontshouter MC Respektor feierten ihr Heimspiel sichtlich, gaben schon mal ordentlich Gas und der erste Moshpit ließ nicht lange auf sich warten.

Danach zog es uns doch einmal testweise in die Alkohol Area, um in der Nachmittagssonne unseren halben Liter Koff-Bier um stattliche 7,50 Euro gebührend zu genießen. Dezent günstiger wäre eine Liter-Dose Karhu gewesen, die gabs zum Schnäppchenpreis von 14,50 Euro. Gefahr, dass das Bier warm würde bestand bei frühlingshaften Temperaturen um 18-20 Grad zum Glück auch nicht.

Und schon war es für uns an der Zeit, uns in der Tent Stage unters Publikum zu drängen, denn hier gaben sich und uns nun die Drogenbarone BRUJERIA die Ehre. Frontmexikaner Juan, der seit 1989 bereits seine immer wieder wechselnde multinationale Gruppe um sich schart, hatte mit seinen Mitstreitern ab den ersten Takten das Publikum auf seiner Seite, sodass auch hier bereits bei den ersten Tracks gemosht wurde. Zusätzlich gesellte sich eine Señorita mit auf die Bühne, die vom ersten Moment Vollstoff gab und mit den Schriftzügen auf ihren Unterarmen „Fuck“ & „Trump“ auch den Grundtenor des aktuellen Albums „Pocho Azlan“ auf die Bühne übertrug. Als der Titel „Viva Presidente Trump!“ angestimmt werden sollte, ließ es sich dann Juan natürlich nicht nehmen, um das Publikum zu „Fuck Donald Trump“-Sprechchören mit ausgestrecktem Mittelfinger anzufeuern. Und beim abschließenden 2000er Track „Marijuana“ fielen sowieso alle Grenzen.





Als wir dann nach der letzten BRUJERIA-Shout-Attacke mit der Menge aus der Tent Stage geschoben wurden, starteten auf der Main Stage auch schon die Hardcoreler SUICIDAL TENDENCIES in ihr Liveset. Mit im Gepäck ihr im Oktober erschienenes Album „World Gone Mad“, aber der Großteil der Setlist wurde mit älteren Songs bestritten. Kurz wurde von den Kaliforniern auch der alte PUDDLE OF MUD-Hit „She Fuckin‘ Hates Me“ angestimmt, was für dezente Verwirrung, aber auch verhohlenes Jubeln unter der Menge sorgte.





Danach gönnten wir uns eine Essenspause und machten uns auf den Weg zu den Fressständen, die schon von Weitem deutlich an den darüber kreisenden Möwenscharen erkennbar waren. Neben einem Überangebot an verschiedensten Burgern mit Pommes gab es auch einheimische Köstlichkeiten wie Rentierbällchen oder ein Teller frittierter Fische. PS: Rentierbällchen sind gar nicht so übel. Und wenn man sich dann endlich für ein Hauptgericht entschieden hatte, hieß es damit schleunigst unter die aufgestellten Partyzelte flüchten, da die Möwen schon gierig darauf lauerten, einige Happen von den Tellern für sich im Flug zu erkämpfen.

Von vielen vor der Bühne schon sehnlichst erwartet, betrat dann endlich um 20:45 Uhr Devin Townsend mit seinem viel bejubelten DEVIN TOWNSEND PROJECT die Bühne und bewies einmal mehr seine Livemacht. Schon der Einstieg ins Set verlief mit „Rejoice“ unter Unterstützung von Anneke van Giersbergen episch. Die Sängerin unterstützte das Set gleich bei drei weiteren Songs und die Gänsehautstimmung riss nicht mehr ab. Devin war sichtlich gut gelaunt und lieferte immer wieder Sager wie „The Sun is shining in your minds“, was das Ausnahmetalent noch ehrlicher und sympathischer erscheinen ließ und als mit „Higher“ der Gig des Masterminds beschlossen wurde, schien vielen die Spielzeit um einiges zu kurz.





Setlist DEVIN TOWNSEND PROJECT:

Rejoice (with Anneke van Giersbergen)
Stormbending
Failure
Deadhead
Supercrush! (with Anneke van Giersbergen)
March Of The Poozers
Kingdom (with Anneke van Giersbergen)
Ih-Ah! (with Anneke van Giersbergen)
Higher


Als erster Headliner des 3-tägigen Tuska Festivals stürmten dann nach einstündiger Umbaupause (klar, da müssen Panzer auf die Bühne gerollt werden) die schwedischen Heroes von SABATON energisch und unter frenetischem Jubel die Main Stage, angeführt von Grinsekatze Joakim Brodén. Und was soll man noch groß Worte über die Truppe verlieren. Scheint es doch, als würden die Power Metaller in den letzten Jahren auf jedem Festival und dazwischen noch beim durchgehenden Touren auf jeder Bühne stehen. Und auch hier am Tuska schlugen sie gleich beim ersten Kracher „Ghost Division“ vor versammelter Menge ein wie eine Bombe und es verging nicht viel Zeit und die ersten Pyros wurden abgefeuert sowie ließen die gereckten Fäuste und Hey-Chöre nicht lange auf sich warten. Die Videowall auf der Bühne sorgte mit Kriegs-Szenen zusätzlich für Stimmung, die Lichtshow war jeodch wegen der aktuellen finnischen Mitternachtssonne eher zweitrangig. Irgendwann passierte dann Joakim ein Missgeschick und seine Camo-Hose riss am Knie, worauf er sich dann lautstark über seine „Penis Aircondition“ freute. Ein Mitsing-Spielchen der Menge führte dann zum Song „Swedish Pagans“ und zwischendurch erzählte Joakim über seine Freude, dass die Band jetzt mal eine Woche Urlaub hätten. Dann gaben sie bei den letzten Songs nochmal so richtig Gas, Neuzugang Tommy durfte sogar mal an die Vocals und bewies auch außerhalb seines Symphonic Power Metal-Projektes REINXEED seine Stimmkraft. Den Abschluss bildete „To Hell And Back“ und mit einem riesigen Knall ging das stampfende Kriegsspektakel nach 90 Minuten zu Ende.





Setlist SABATON:

Ghost Division
The Art Of War
Blood Of Bannockburn
Attero Dominatus
Carolus Rex
White Death
The Last Stand
Swedish Pagans
Screaming Eagles
The Lost Battalion
Soldier Of 3 Armies
Winged Hussars
Gott Mit Uns
Night Witches
-
Primo Victoria
Shiroyama
Talvisota
To Hell And Back


Relativ zügig und mit den bei SABATON am Schluss abgefeuerten Glitzerschlangen im Gepäck, zog das Publikum von Dannen um in der Mitternachtssonne eine der vielen Aftershow Partys in der Innenstadt Helsinkis zu besuchen.
www.tuska.fi/en

Catrine
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Beitrag vom 08.07.2017
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