TUSKA 2017: MASTODON   SONATA ARCTICA   APOCALYPTICA   BARONESS   DIRKSCHNEIDER  
02.07.2017 @ Suvilahti, Helsinki

Tag #3 in Helsinki zeigte sich dann wieder deutlich freundlicher. Die Sonne lachte vom Himmel und der Wind brachte eine angenehme Brise. Gut gelaunt und motiviert starteten wir aus der Innenstadt mit der Metro ein paar Haltestellen nach Suvilahti aufs Festivalgelände, um am heutigen Tag mit finnischen Größen, wie APOCALYPTICA und SONATA ARCTICA sowie den Headlinern MASTODON abzufeiern.

Beim Betreten des Geländes konnte man schon deutlich den Ex-ACCEPT Veteranen DIRKSCHNEIDER ins Mikro brüllen hören, der der frühen Stunde trotzte und schon eine gute Menge vor sich versammeln konnte. Beim Hit „Balls To The Wall“, bei dem Udo die Meute vor der Bühne zu Sprechchören animierte, erreichten wir dann die Bühne, feierten noch ordentlich mit und beim Outro von Frank Sinatras „I Did It My Way“ verließ die Truppe rund um die Reibeisenstimme die Bühne.





Dann hieß es schnell zur Tent Stage wechseln, denn dort warteten die Amerikaner BARONESS bereits auf ihren Einsatz. Der Platz vor der der Bühne wurde richtig knapp, denn eine große Menge wartete bereits auf die Progressive Metaller. Das Quartett rund um John und Peter an den Vocals, die beide auch die Gitarren bedienen, lieferten extrem ab und boten dem versammelten Publikum alles was das progressive Fanherz begehrt. Motiviert werkten sie sich durch Hits wie „March To The Sea“ und „Chlorine & Wine“, bevor nach einer Stunde mit „Take My Bones Away“ das Set beschlossen wurde.





Nach Beendigung des letzten Taktes strömte die Menge dann etwas benommen weiter zurück zur Main Stage, wo bei strahlendem Sonnenschein die Ausnahmecellisten von APOCALYPTICA mit ihrem 20 Years of „Plays Metallica by four Cellos“-Programm auf der Bühne standen. Mit einem lauten „Tuska“-Schrei stürmten die Musiker die Bühne, bevor auch schon „Enter Sandman“ angestimmt wurde. Die Fanschar sowie der Jubel war gewaltig und man wurde sofort von der Energie der Musiker mitgerissen. Weiter ging es mit ihrer Version von „Master Of Puppets“ und die Menge wurde von den blondmähnigen Eicca und Perttu mit ihren Bögen in der Luft zu immer lauteren „Hey“-Rufen animiert. Ihre Mähnen kreisten um die Cellos und bei „Fight Fire With Fire“ betrat auch Drummer Mikko die Bühne und bespielte auf seinem Drumset nicht nur die üblichen Geräte, sondern auch Ketten oder Rohre in verschiedenen Größen. Ruhiger wurde es erst wieder bei ihrer Version des Klassikers „Nothing Else Matters“, aber bei den nachfolgenden Krachern wurde wieder heftig mitgebangt, das Cello in die Höhe geschleudert und im Verlauf riss sogar mal eine Cellosaite, die aber innerhalb einer halben Minute von Eicca selbst auf der Bühne stehend aufgezogen wurde. Hier erkennt man deutlich die Profis. Nachdem bei „One“ am Ende nochmal richtig ins Gaspedal getreten wurde, war aber schon Schluss und es wurden nicht wie ich es vermutet hatte Saitenbögen ins Publikum geworfen, sondern Drumsticks und sich verabschiedet.





Setlist APOCALYPTICA:

Enter Sandman
Master Of Puppets
Fight Fire With Fire
For Whom The Bell Tolls
Nothing Else Matters
Orion
Escape
Battery
Seek & Destroy
One

Natürlich war im Heimatland von SONATA ARCTICA die Tent Stage im Anschluss gerappelt voll und zum Opener „Closer To An Animal“ wurden eine Reihe an römischen Lichtern auf der Bühne entfacht. Bei der Passage „Someone Knocks on the Door“ gab es dann sogleich den ersten Pyroeinsatz. Danach folgte der Hit „The Wolves Die Young” und Tony Kakko begrüßte die begeisterten Fans auf Finnisch und heizte die Stimmung noch weiter an, sodass beim nächsten Song „Full Moon“ das Publikum alleine zu singen begann und Tony erst später ins Lied einstieg. Bei der Show dominierten vor allem ältere Tracks, bei denen jeder Finne aus vollem Herzen mitsingen konnte. Neben dem Eröffnungssong, war vom neuen Album „The 9th Hour“ nur noch der Track „Live“ zu hören. Ansonsten wurden, mit Ausnahme der Ballade „Thallulah“, vorwiegend schnellere Tracks gespielt. Auch das Aufgebot an Feuerwerk, Flammen und Knalleffekten, kam auf keinen Fall zu kurz und sorgte für Überraschungen und Schrecksekunden. Man merkte, dass es bei diesem Konzert vor allem um den Spaß für die Fans ging, dies zeigte sich auch beim Einsatz von einem Dutzend aufblasbarer EMP Bälle, die durch das gesamte Zelt katapultiert wurden. Zum Schluss spielten SONATA ARCTICA wie bei allen Konzerten „Don´t Say A Word” und Tonys Fähigkeiten als Animateur kamen bei dem bereits bekannten „Vodka Outro“ zum vollen Einsatz.





Setlist SONATA ARCTICA:

Closer To An Animal
The Wolves Die Young
FullMoon
I Have A Right
Tallulah
Black Sheep
Misplaced
Life
Don´t Say A Word
Vodka

Und dann war es an der Zeit mit den heutigen Headlinern MASTODON Abschied vom Tuska-Festival zu feiern. Mit ungewöhnlichem Glockengebimmel wurden die Amerikaner eingeläutet und diese enterten vor riesiger Menge die von der Abendsonne beschienene Bühne. Vom ersten Takt von “Sultan´s Curse” an wusste man, dass hier alte Hasen am Werk sind. Gewaltig ging das Mammut auf die Menge los, lange und schwere Instrumentalteile wechselten mit dem kraftvollen und eindringlichen Gesang von Troy und Brent. Sunnyboy Troy war sichtlich gut gelaunt und hin und wieder zeigte sich sogar ein Grinsen auf seinem Gesicht, wohingegen Brent konzentriert wirkte, sich durch die Setlist schredderte und immer wieder sein Gesichtstattoo in die Abendsonne hielt. Solide wurde ein Track nach dem anderen vor der begeisterten Meute von den Giganten hinausgeschmettert und nur kurze Ansagen unterbrachen die gewaltige Stimmung. Fans der Truppe wurden dann sogar noch als Zugabe mit “Blood And Thunder” zufrieden gestellt, bevor die Livemacht unter frenetischem Jubel den Weg von der Bühne antrat.





Setlist MASTODON:

Sultan´s Curse
Divinations
The Wolf Is Loose
Crystal Skull
Ancient Kingdom
Bladecatcher
Black Tongue
Colony Of Birchmen
Ember City
Megalodon
Andromeda
Show Yourself
Precious Stones
Roots Remain
Chimes At Midnight
Steambreather
Mother Puncher
-
Blood And Thunder


Abschließend gönnten wir uns noch ein Aftershowbierchen, bevor um 22 Uhr das letzte Mal für dieses Jahr die Tore des Tuska Festivals hinter uns schlossen. Gerne laden wir uns wieder selbst nach Helsinki ein, wenn sich die Mitternachtssonne erneut hoch über das Land erhebt und die Metalfans nach Suvilahti strömen um teures Bier und großartige Bands zu genießen. Danke Tuska!
www.tuska.fi/en

Catrine
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Beitrag vom 11.07.2017
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