SUMMER BREEZE 2017: DESTRUCTION   AMON AMARTH   POWERWOLF   VOMITORY   STEVE´N´SEAGULLS   NIGHT DEMON  
16.08.2017 @ Festivalgelände

Das berühmte bayrische Festival namens Summer Breeze feiert dieses Jahr 20-jähriges Jubiläum und hat sich dafür so Einiges ausgedacht, aber auch verändert. So lud man zunächst viele Stammtgäste, wie die mächtigen HEAVEN SHALL BURN, AMON AMARTH, DARK TRANQUILLITY oder END OF GREEN, ein, die bereits zum zehnten Mal in Dinkelsbühl (bzw. damals Abtsgmünd) auf einer der Bühnen standen. Dazu kam, dass man den Mittwoch, der seit langem traditionell als Nuclear Blast Label Night geführt wurde, dieses Mal auf der T-Stage mit fast ausschließlich „Surprise Acts“ füllte.

Bei unserer Ankunft am Mittwoch gegen frühen Nachmittag zeigte sich für uns zunächst am Camping-Platz ein gewohntes, und bestens organisiertes Bild, auch wenn der Weg zum VIP Camp etwas mit Stau belastet war. Doch direkt am Gelände, sollte sich so Einiges ändern. Zunächst kündigte man ja bereits an, dass es keine Pain- und Main-Stage mehr gäbe, dass die sogenannten Summer- und Breeze-Stages nun ein und die selbe seien, verwunderte uns dann doch. Das Ding sollte zwar erst am Donnerstag zum Einsatz kommen, wirkte aber mit seinen übergroßen Dämonen, die die Bühne flankierten, schon von Weitem mächtig. Der nächste kleine Schock war, dass es bei der Tent-Stage kein „Tent“ mehr gab. So wurde die auch T-Stage genannte Nebenbühne zur Open-Air Stage, während man aber auf der Camel-Stage ein gewohntes Bild zu sehen bekam.

Apropos Camel-Stage, dort heizten im Moment unseres Eintreffens gerade die Heavy Metal Freaks von NIGHT DEMON gewaltig ein. Für einen Mittwoch waren auch schon verdammt viele Besucher zugegen, so dass auch um diese Zeit schon genügend Leute vor der sonnigen Stage mitbangten und deutlich Spaß hatten. Die Jungs um Frontmann und Saitenhexer Jarvis Leatherby gaben sich auch redlich Mühe die Fans in Dinkelsbühl auf Touren zu bringen und feuerten dafür einige Hits ihrer beiden veröffentlichten Alben ab. Das Hauptaugenmerk lag klar auf dem diesjährigen Output „Darkness Remains“, aber auch ein IRON MAIDEN Klassiker, in Form eines perfekt intonierten „Wasted Years“, durfte nicht fehlen um die Sache abzurunden.

Setlist NIGHT DEMON:

Welcome To The Night
Full Speed Ahead
Hallowed Ground
Ritual
The Howling Man
Black Widow
Screams In The Night
The Chalice
Night Demon
Wasted Years (IRON MAIDEN)


Den ersten Surprise-Act mimten BORN FROM PAIN, die aber leider schon mit ihrem Set bei unserer Ankunft fertig waren. Wer noch viel früher da war, durfte nach einem kurzen Tages-Licht Feuerwerk aber nochmals zuvor schon der Blaskapelle aus dem benachbarten Illenschwang lauschen – wer´s braucht.

Death Metal Gebolze war nun angesagt, denn die Schwergewichte von VOMITORY durften nun die T-Stage zum Erbeben bringen. Als Outdoor-Stage aufgezogen durften Sonnenanbeter ihrem Hobby auch während den Konzerten frönen, doch abgesehen davon, dass man vor etwaigem Regen dort nun nicht mehr geschützt war, hatte es auch den Nachteil, dass so manch Band tagsüber nicht das richtige Feeling verbreiten konnte. Bei VOMITORY vielleicht noch nicht das Problem, doch die eine oder andere Gothic-, Doom-, oder Black Metal Kapelle funktioniert im Finsteren dann doch um eine Ecke besser. Riecht zudem irgendwie etwas nach Sparmaßnahme, sollte dem Festival-Spaß aber dennoch kein Abbruch tun.

Im Falle von VOMITORY kann man aber wahrlich von einer Überraschung reden, haben sich die Schweden doch 2013 offiziell aufgelöst. Angeblich für eine einmalige Show wollten es die Herren aber nochmal wissen und zeigten, dass man in den letzten vier Jahren absolut nichts verlernt hat. Die Jungs gaben, ohne große Reden oder sonstigem Schnickschnack gleich eine dreiviertel Stunde Vollstoff, hätten zwar einen etwas saubereren Sound verdient, aber ließen Genrefans definitiv nicht im Stich. „After this we are going back to be dead“ waren eine der wenigen Worte von Frontmann Peter Österlund – doch wer weiß, wäre nicht das erste Mal, dass eine Band nach einer “einmaligen” Show wieder Lust bekommt.



Quelle: summer-breeze.de


Setlist VOMITORY:

Terrorize Brutalize Sodomize
Blessed And Forsaken
The Carnage Rages On
Revelation Nausea
Eternal Trail Of Corpses
The Voyage
The Corpsegrinder Experience
Regorge In The Morgue
Chaos Fury
Blood Rapture


Der nächste Surprise Act sollte auch überraschen, schlug bei uns aber eher auf Unverständnis. IN EXTREMO wurden kurz vor ihrer Show angekündigt, was uns doch verwirrte, sollte das deutsche Gespann doch sowieso am Donnerstag auf der Main-Stage stehen. Klar, die Herren sind auch Stammgast auf dem Festival, überzeugen mit intensiver Show, voller Pyros und eingängigen Hits wie „Herr Mannelig“ oder dem lauthals mitgebrüllten „Spielmannsfluch“, doch braucht man die Truppe wirklich zwei Tage in Folge? Fans waren sicher begeistert, die die weniger mit den mittelalterlichen Klängen von Das Letzte Einhorn und seinen Mannen anfangen können, könnten hier erneut von Sparmaßnahmen reden.

Setlist IN EXTREMO:

Wind
Hiamali Tempore
Herr Mannelig
Ai Vis Lo Lop
Vänner Och Frände
Rotes Haar
Palästinalied
Krummavísur
Merseburger Zaubersprüche II
Omnia Sol Temperat
Spielmannsfluch
Frei Zu Sein


Die folgenden Herren auf der T-Stage konnten getrost als gelungene Wahl bezeichnet werden. Ob man POWERWOLF nun mag oder nicht, Fakt ist, die Jungs wissen wie man eine Show zu spielen hat und konnten praktischerweise die neu ausgerichtete Stage auch gleich (ein)weihen. Doch das sollte natürlich erst später im Programm passieren. Erst sollten die Gebrüder Greywolf, Attila Dorn und Keyboarder Falk Maria Schlegel, der auch immer wieder mal nach vorne preschte um die Meute zu animieren, jeden Zentimeter der Bühne in Beschlag nehmen um zu Posen, Headbangen und Abzufeiern. Den Soundtrack dazu bildete eine Riege an Hits und Hymnen der Wölfe. Darunter das flotte „Coleus Sanctus“, die spaßige Nummer „Resurrection By Erection“ oder das düstere „Armata Strigoi“, womit man so ziemlich alle Phasen des Schaffens der Truppe abdeckte. Mit „Kiss Of The Cobra King“, vom weniger bekannten Debüt „Return In Bloodred“, grub man sogar eine lang vergessene Rarität aus, während man mit „We Drink Your Blood“ das Set in bekannter Manier abchloss. Das ist auch der einzige Kritikpunkt an dieser fulminanten Show, die mit allerlei Pyros aufgepeppt wurde; POWERWOLF haben eine perfekt durchstrukturierte Show, sowie Ansagen und Jokes, die bei mehrmaligem Sehen der Truppe doch an Wirkung und Authentizität verlieren. Spaß macht es mit den sympathischen, deutschen Wölfen und dem transsilvanischen Fronter aber irgendwie immer.





Setlist POWERWOLF:

(Lupus Daemonis)
Blessed & Possessed
Army Of The Night
Coleus Sanctus
Amen & Attack
Kiss Of The Cobra King
Sacred & Wild
Armata Strigoi
Let There Be Night
Resurrection By Erection
Werewolves Of Armenia
All We Need Is Blood
Sanctified With Dynamite
We Drink Your Blood
(Wolves Against The World)


Nicht nur IN EXTREMO durften zwei Mal die Bretter des Summer Breeze 2017 entern. Auch die schwedischen Wikinger von AMON AMARTH sollten bereits eine Warm-Up Show am Mittwoch spendiert bekommen. Ein fetter Bühnenaufbau mit Wikinger-Schiff und Statisten, die sich zwischendurch mal in passendem Outfit die Rübe einschlugen, machten schon mal einen guten ersten Eindruck. Auch die Setlist konnte sich sehen lassen, packte man hier, im Gegensatz zur eigentlichen Show am Donnerstag, vor allem Klassiker aus und verzichtete auf Songs der letzten drei Alben. Also Fans der ersten Stunde kamen somit mit „Twilight Of The Thunder God“, „Free Will Sacrifice“, „Asator“, dem Mitbrüll-Hit “Versus The World” oder „Victorious March“ voll auf ihre Kosten. Pyros gab es zwar auch, fielen aber sparsamer aus als bei den vorhergeganen Bands. Johan Hegg gab sich stimmgewaltig und auch der Sound stimmte, womit wahrscheinlich nun alle, ob Wikinger oder nicht, auf Betriebstemperatur für den Überraschungs-Headliner waren. Wer die bekannteren Hits der Band wie „Death In Fire“, „Pursuit Of Vikings“ oder ganz aktuelles Material wie „First Kill“ vermisste, der musste sich jedoch noch gut 24 Stunden gedulden. Doch zweimal die selbe Show wäre dann schon etwas zu bequem für die Band gewesen, aber damit hat eigentlich eh keiner gerechnet.



Quelle: summer-breeze.de


Setlist AMON AMARTH:

Twilight Of The Thunder God
Free Will Sacrifice
With Oden On Our Side
Valhall Awaits Me
The Last With Pagan Blood
For The Stabwounds In Our Backs
Thousand Years Of Oppression
Gods Of War Arise
Versus The World
Asator
Under The Northern Star
The Fate Of Norns
Varyags Of Miklagaard
Live For The Kill
Victorious March


Den Überraschungs Headliner sollte dann niemand Geringeres als die Thrash-Legenden von DESTRUCTION mimen. Schmier und seine Jungs ließen aber auch gar nichts anbrennen und knallten sofort Klassiker und Kracher wie „Curse The Gods“, bei dem der Fronter auch die Stimme in heute eher ungewohnte Höhen erhebt, „Nailed To The Cross“ oder „Mad Butcher“, raus. Obwohl mittlerweile die mitternächtliche Stunde schon überschritten war, füllte sich der Platz vor der T-Stage sichtlich und so kam auch schnell Bewegung in die Reihen. Schmier musste da nicht mehr viel anheizen – tat es aber trotzdem und zeigte sich sichtlich begeistert, was vor allem beim erwähnten „Nailed...“ Früchte trug. Währenddessen nebelte man die Bühne gewaltig ein, sodass Drummer Vaaver immer wieder im Hintergrund komplett verschwand. Ein paar technische Problemchen schlichen sich zwar immer wieder ein, doch das tat der Mosh-Party keinen Abbruch, denn den Zuschauern wurden zum Trost ja auch eine starke Lichtshow sowie einige Feuer-Fontänen geboten. DESTRUCTION kamen, sahen und siegten auch am Summer Breeze und beendeten quasi das Hauptprogramm für den ersten Tag.



Quelle: summer-breeze.de



Setlist DESTRUCTION:

Curse The Gods
Nailed To The Cross
Mad Butcher
Dethroned
Total Desaster
Antichrist
Second To None
The Butcher Strikes Back
Thrash Till Death
Bestial Invasion


Doch wer noch nicht ins Bett wollte, konnte sich noch mit den Spaßkanonen von STEVE´N´SEAGULLS bis zur späten Stunde begnügen. Auch die verrückten Finnen, die so manch Metal-Klassiker in Bluegrass Versionen verschlimmbessern, sind keine Unbekannten am Summer Breeze und zogen somit eine beachtliche Menge Nachtschwärmer – die meisten mit ein bis 20 Hopfensmoothies im Kopf – vor die Stage.

So startete man auch gleich mit dem ersten Kracher von IRON MAIDEN in Form von „The Trooper“, gefolgt vom eingängigen GARY MOORE- (und später auch NIGHTWISH) Hit „Over The Hills And Far Away“, die in Bluegrass Gewand natürlich ganz anders wirkten, jedoch einfach eine Menge Spaß machten. Die Fans hatten sichtlich Laune damit und moshten, tanzten und wippten fleißig mit. Von Müdigkeit kaum eine Spur. Weiter ging es mit Tracks von MEGADETH, AC/DC, PANTERA und sogar RAMMSTEIN, was mit finnischem Akzent merkwürdig, aber irgendwie sympathisch anmutete. Nach gut einer Stunde war aber schon wieder Schluss und Zugaberufe mussten ignoriert werden, ehe die Lichter ausgingen.



Quelle: summer-breeze.de



Setlist STEVE´N´SEAGULLS:

The Trooper (IRON MAIDEN)
Over The Hills And Far Away (GARY MOORE)
You Could Be Mine (GUNS´N´ROSES)
Symphony Of Destruction (MEGADETH)
Aces High (IRON MAIDEN)
Ich Will (RAMMSTEIN)
You Shook Me All Night Long (AC/DC)
Cemetary Gates (PANTERA)
Sad But True (METALLICA)
Burn (DEEP PURPLE)
Thunderstruck (AC/DC)
Seek & Destroy (METALLICA)


Am klügsten wäre es für alle anwesenden nun schlafen zu gehen, da das Programm bereits um 11:00 Uhr selbigen Tages wieder losgehen sollte und man somit auf maximal acht Stunden Rausch-Ausschlafen kommen konnte, sofern nicht die Zeltnachbarn bereits um 7:00 Uhr ihr Aggregat, laute Musik oder sonstigen Lärm anstarteten. Doch das berühmte Reparatur-Seidl (kennen das die Bayern überhaupt?!) wird´s schon richten, dachten sich wohl einige und feierten noch eine gute Zeit weiter.




FOTOS + E-CARDS
www.summer-breeze.de

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Beitrag vom 25.08.2017
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