KALTENBACH OPEN AIR: CRYPTOPSY   NECROPHOBIC   HORNA   ROTTEN SOUND   VOLTUMNA   CONTAMINANT   ANTHEM   SVARTA   PROLL GUNS   NOCTURNE   CATASTROFEAR   VINEGAR HILL   DISMAL LUMENTIS  
25.08.2017 @ Kaltenbach Open Air

Obwohl vermutlich so einige die erste Nacht ziemlich durchfrieren mussten, kamen doch schon viele zur Mittagszeit auf das Gelände, um die erste Band des Tages zu sehen. Die Aufwärmrunde durften nämlich die Death Metaller CATASTROFEAR bestreiten.

CATASTROFEAR stammen aus Wien und ihr Gig stand wohl unter dem Motto: Death/Thrash Metal am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen - und vielleicht auch den einen oder anderen Kater. So wurde den Anwesenden ein akustisches Brett um die Ohren gehauen, das jegliche Müdigkeit vertrieb, und so manchen zum Mitbangen animierte. Trotz der Hitze gaben die Jungs die ganze Zeit Vollgas, und Sänger Roly growlte sich durch die Songs. Alles zusammen war bestens zum Mitbangen geeignet, was auch einige Hartgesottene machten. CATASTROFEAR machten ihre Sache wirklich tadellos und waren ein perfekter Aufwecker.





Setlist CATASTROFEAR:

Sick Brain
Heuchler
Assimilation Done
Geächtet
Funeral Waltz
Fallout


Deutlich mystischer ging es bei der nächsten Band zur Sache. Die Kärntner NOCTURNE lieferten Black Metal, verzichteten jedoch auf genretechnisch charakteristische Corpsepaint, Stachelarmbänder und dergleichen, sondern ließen nur die Musik für sich sprechen. Bei einem epischen Intro erschienen nach und nach die einzelnen Musiker auf der Bühne und präsentierten eine druckvolle aber eher ruhige Spielweise mit vielen melodischen Einlagen und kraftvoller Stimme von Vocalisten Essark. Kurz vor Weihnachten erscheint die zweite Platte „The Burning Silence“, somit war dieser Auftritt eine gute Gelegenheit, sich ins Bewusstsein der Leute zu bringen. Direkt vor der Bühne waren nur wenige Zuschauer zu finden, aber die Schattenplätze am Rand waren doch gut gefüllt, und man lauschte gebannt der atmosphärischen Präsentation. Auch wenn es schön gewesen wäre, wenn sich ein paar mehr eingefunden hätten, so ließen sich NOCTURNE nichts anmerken und lieferten einen tadellosen Gig ab.





Setlist NOCTURNE:

Seven They Are
He Before Whom The Sky Shakes
Victory Of Fire
Age Of Tam-tu
Eleven


Danach wurde die Bühne im Western-Style umgebaut, Tierschädel und Knochen aufgestellt bzw. am Mikro befestigt, und zwei Stühle auf der Bühne platziert. Dann erschienen die drei Musiker von PROLL GUNS in abgerissenen Klamotten, und auf den Stühlen nahmen zwei sexy Mädels Platz, die sich beim ersten Song lasziv darauf räkelten, und damit die Blicke etwas von den Musikern ablenkten. Dabei bot das Trio mitreißende, rockige Klänge der härteren Art, und dazu wechselvollen Gesang. Der Gig war gut besucht, allerdings waren wie bei den vorherigen Bands die Schattenplätze bevorzugt. PROLL GUNS starteten in letzter Zeit ziemlich durch, und einige Hardcore-Fans standen direkt an der Bühne und ließen trotz der schweißtreibenden Temperaturen die Mähnen kreisen. Beim letzten Track kamen noch einmal die beiden Mädels mit ihren Stühlen und noch um eine Spur aufreizender angezogen auf die Bühne, und zogen eine Show ab, die wohl so manchen männlichen Besucher auf andere Gedanken brachte, und für ein denkwürdiges Finale dieses Auftritts sorgten.





Setlist PROLL GUNS:

From Texas To Hell
Rodeo Night
The Revolver
Deathlist
Horseflesh BBQ


Die Sonne knallte nach wie vor vom Himmel, aber für die nächste Band hätte eine düstere Atmosphäre einfach besser gepasst. Black Metal und Sonnenlicht vertragen sich einfach nicht, aber SVARTA machten dennoch das Beste daraus. In düsteres Corpsepaint und abgerissene Klamotten gehüllt betraten die Oberösterreicher bei einem epischen Intro die Bühne. Die Jungs boten sehr atmosphärischen, druckvollen aber auch melodischen Black Metal, mit dem sie ihre zahlreichen Fans in ihren Bann ziehen konnten. Dazu gab es wechselweise tiefe Growls und hohe Screams der Gitarristen, die für Variantenreichtum sorgten. Etwas für Verwirrung sorgte der Mann hinter dem Schlagzeug, der eindeutig nicht zur Stammband gehörte, aber das Rätsel wurde bald gelöst, als man den eigentlichen Drummer Grim mit Gipsbein im Rollstuhl sah, in dem er sich über das Kaltenbach-Gelände karren ließ. Dennoch kann man dem Ersatz-Zeugler ein großes Lob aussprechen, er hat seine Sache wirklich gut gemacht.





Setlist SVARTA:

Wahntraum
Les Jeux Sont Fait
Depraved


Das wars dann einmal mit Black Metal im Sonnenschein. Die Sonne blieb, aber das Genre war bei der nächsten Band ein ganz anderes. Nun stand knallharter Death Metal am Programm, und ANTHEM begannen nach dem Soundtrack ziemlich unvermittelt zu spielen, sodass viele fast nicht mitbekamen, dass es schon los ging. Die Polen brachten reichlich aggressive Sounds zu Gehör und schenkten dem Publikum böse Blicke. Zur brutalen Herangehensweise gab es tiefe, ein bisschen abgehackte Growls, mit denen der erbarmungslose Eindruck noch verstärkt wurde. Nach kurzer Zeit war der Platz vor der Bühne gut gefüllt und die ersten begannen begeistert zu bangen. ANTHEM gönnten sich selbst und den Leuten den ganzen Gig hindurch keine Verschnaufpause, und als die Musiker die Bühne verließen, konnten sie sicher einige neue Fans verbuchen.






Als nächstes boten die Bayern CONTAMINANT bereits optisch einen ziemlichen Kontrast zu den Vorgängern. Alle Musiker standen mit unterschiedlich schwarz/weiß bemalten Gesichter auf der Bühne - nur Vocalist Fabian Schreiber war zusätzlich neben dem Mund rot verschmiert, was einen sehr blutigen Eindruck machte. Da die Truppe um fünf Minuten früher als angedacht zu spielen begann, war es anfangs sehr leer vor der Bühne, aber das änderte sich rasch, als druckvoll gespielte, dynamische Sounds mit rasanten Drums losgelassen wurden und dazu intensive Screams erklangen, zu denen Fabian immer wieder die Dreads kreisen ließ. So mancher Zuschauer ließ sich davon animieren, es dem Sänger nachzumachen, und auch sonst wurde die Stimmung unter den Leuten immer besser. Zwischen den einzelnen Songs gab es eigenwillige Überleitungen vom Band, wodurch Leerläufe vermieden wurden. CONTAMINANT werden sicher so manchem in guter Erinnerung bleiben, und auch in Zukunft immer in Österreich willkommen sein.





Setlist CONTAMINANT:

Ride To The Burning Stars
Nuclear Apocalypse
Retribution´s Impact
Confessional Secret
Chutba And Dadschal
Burning Messiah
Isolation Towards Death
Road To Salvation


Die nachfolgende Gruppe spielte zuletzt beim United We Stand Festival in Graz auf, und so zog es doch viele vor die Bühne zum VOLTUMNA-Gig am Kaltenbach Open Air. Leider war es noch immer viel zu hell für Black Metal, und so hatten die schwarzen, verschmutzten Mönchskutten und das düstere Corpsepaint nicht den gewünschten Effekt. Nach einem kurzen Intro folgte hartes Black/Death Metal Geknüppel mit kurzen melodischen Einlagen. Es wurden bereits viele Songs vom im Oktober erscheinenden Album „Dodecapoli“ vorgestellt, zu denen die Besucher schon ganz gut mitgingen. Eine Beschwörung am in der Mitte der Bühne aufgestellten Altar wirkte aufgrund des Tageslichtes auch nicht besonders mystisch, aber VOLTUMNA zogen ihre Show trotzdem durch. Leider war der Sound beim Gig der Italiener alles andere als gut, und das schmälerte das Live-Erlebnis doch deutlich.





Setlist VOLTUMNA:

Itinere Inferi
The Lion, The Goat, The Serpent
War Of Supremacy
Lars Posenna
Lord Of Mayhem
Fanum Voltumnae (Instrumental)
Disciplina Etrusca
The Path To Our Twilight
Black Metal (VENOM)
Reading The Flames
Roma Delenda Est
In Principium Tarquinii

Deutlich weniger kam es bei der nachfolgenden Band auf glasklaren Sound an - kein Wunder, wenn sich eine Band ROTTEN SOUND nennt. Die Finnischen Grindcoreler stürmten auf die Bühne und bretterten gleich mal ohne jegliches Intro los. Fronter G fegte wie ein Wilder über die Bühne und brachte die Zuschauer ordentlich auf Touren. Vom Tempo her ging es ab und zu sogar mal gemächlicher zur Sache, aber meist dominierten die rasanten Attacken. ROTTEN SOUND hatten das Publikum von Anfang an auf ihrer Seite, und so wurde gebangt und gemosht was das Zeug hielt.





Setlist ROTTEN SOUND:

Power
Void
Insects
Targets
Salvation
Trashmonger
Choose / Hollow
Fear Of Shadows
Self
Decay
Blind
Lazy Asses
Inhumane Treatment
Yellow Pain
Brainwashed
Corponation
Effects
Slay
Western Cancer
Sell Your Soul


Um Spaß ging es dann bei der nächsten Band absolut nicht. Die einzige Gemeinsamkeit war die Heimat Finnland, ansonsten stand bei HORNA ernsthafter Black Metal am Programm. Man startete mit einem epischen Intro, aber danach ging es gleich mit knallhartem Black Metal weiter, für den HORNA bekannt und beliebt sind. Bei den letzten Gigs in Österreich präsentierte sich Vocalist Spellgoth stets in einer Mönchskutte, aber dieses Mal waren die Musiker einheitlich in ärmellose Lederjacken mit Aufnähern gekleidet. Dennoch verzichtete Spellgoth nicht auf die beschwörerische Gestik mit Knochen und anderen Utensilien. All dies wurde von Feuersalven noch intensiviert und im sehr zahlreichen Publikum herrschte gewaltige Begeisterung, die bis zum Ende des Gigs nicht abebbte. Und auch HORNA fühlten sich beim Kaltenbach Open Air offenbar sehr wohl, da sie nicht nur für den Auftritt in die Steiermark kamen, sondern gleich das ganze Wochenende da blieben, und sich immer wieder unter die Leute mischten.





Setlist HORNA:

Jumalan Koti
Sinulle, Mätänevä Jehova
Amadriada
Nielkää Tuhkaa
Verikammari
Synkän Mulston Äärellä
Baphometin Siunaus
Tappakaa Kristus
Kuoleva Lupaus
Örkkivuorilta


Wenn man im Vorfeld die Besucher fragte, auf welche Band sie sich am meisten freuen, fiel immer wieder der Name NECROPHOBIC. Die schwedische Death/Black Metal Band zählt zu den Urgesteinen des Genres, und als die Musiker bei einem bombastischen Intro auf die Bühne kamen, brandete in den dicht gedrängten Reihen vor der Bühne begeisterter Applaus auf. NECROPHOBIC gaben sich brutal und heftig, webten aber immer wieder kurze melodische Parts und mitreißenden Riffs ein. Dazu fügte Anders Strokirk tiefe, düstere Vocals bei, die er mit viel Gestik untermalte. Aber nicht nur akustisch wurde den Fans eingeheizt, auch optisch intensivierte man den Gig mit einer Feuershow, die in der Dunkelheit besonders gut wirkte. Die Reaktionen des Publikums waren gewaltig. Wer nicht mitbangte, riss zumindest die Arme nach oben und jubelte laut. NECROPHOBIC überzeugten auf der ganzen Linie, und viele wünschten sich nach dem Gig, dass die Schweden bald wieder einmal nach Österreich kommen.





Setlist NECROPHOBIC:

Spawned By Evil
Dreams Shall Flesh
The Crossing
Pesta
Darkside
Furfur
Revelation 666
Blinded By Light, Enlightened By Darkness
Slow Asphyxiation
The Nocturnal Silence


Frisch gestärkt nahmen viele nach der halbstündigen Umbaupause wieder ihre Plätze ein, um sich mit der nächsten Band erneut zu verausgaben. CRYPTOPSY konnten auch schon auf eine sehr lange Bandgeschichte zurückblicken und legten in puncto Härte noch einiges drauf. Brutalster Death Metal knatterte aus den Boxen, und dazu trug Sänger Matt McGachy abwechselnd tief grunzende oder hoch schreiende Vocals bei. Er machte auch viele Ansagen zu den einzelnen Tracks, außerdem erzählte er, dass sie absichtlich ohne Label bleiben, weil sie einfach nur für die Zuhörer Musik machen wollen und nicht nach den Wünschen eines Labels. Zur Umrahmung schossen zwischendurch immer wieder Flammensalven in den Nachthimmel. Was etwas erstaunte war ein opernhaftes Zwischenspiel vom Band mitten im Set, das irgendwie gar nicht dazu passen wollte. Aber vielleicht waren CRYPTOPSY der Meinung, dass sich damit die Ohren des Publikums wenigstens kurz erholen konnten, bevor der nächste Dampfhammer losgelassen wurde.





Setlist CRYPTOPSY:

Two Pound Torch
Mutant Gravage
Detritus
Crown Of Horns
Slit Your Guts
Graves Of The Fathers
Dead And Dripping
Benedictine Convulsions
Phobophile
Lich Mistress
Orgiastic Disembowelment


Auch an diesem Abend gab es zwei Latenight-Gigs. Die erste Band zählte zu den lokalen Größen und hatte nur den kurzen Weg von Leoben aus zu bewältigen. VINEGAR HILL machen sind seit zehn Jahren mit Melodic Death Metal unterwegs und so war es nicht verwunderlich, dass deutlich nach Mitternacht noch viele Leute vor der Bühne waren. Hart und melodisch ging es zur Sache und Vocalist Dominik Stadler ließ seine kräftige Stimme erklingen, wenn er nicht gerade selbst headbangte, über die Bühne fegte, oder die Leute zum Mitmachen animierte. Zur optischen Untermalung gab es bei VINEGAR HILL zwar keine Feuershow, aber immer wieder Rauchfontänen. Das noch relativ zahlreiche Publikum ging gut mit und zeigte noch keine Ermüdungserscheinungen, und so wurde für VINEGAR HILL dieser Auftritt doch noch ein voller Erfolg.





Setlist VINEGAR HILL:

Solitary Bay
Dead End Bride
The Cage
Risk To Fall
The Ominous Needs
Beauty No More
Firebirds
Last Piece Of Me


Und auch danach gab es noch immer viele, die von der Musik an diesem langen Festivaltag nicht genug bekommen konnten. Deshalb konnte sich auch der letzte Act DISMAL LUMENTIS noch über eine erkleckliche Anzahl Zuschauer freuen. Da ich diese Band vor nicht allzu langer Zeit noch als Quartett von Mannsbildern erlebte war ich sehr erstaunt, dass nun ein Mädel die Basssaiten zupfte. Musikalisch gab es noch einmal einen Mix aus harten und melodischen Sounds, zu denen Sänger Denis druckvolle Vocals beitrug, und sich auch immer wieder zu launigen Ansagen hinreißen ließ. Dass auch viele Fans der Wiener anwesend waren, konnte man deutlich an der Begeisterung im Publikum ablesen, und so waren DISMAL LUMENTIS der perfekte Rausschmeißer an diesem Abend.





Setlist DISMAL LUMENTIS:

Grenzgang
Whispers Tell
Three Towers Of Might And Wisdom
Wortkarg


Damit fand auch der zweite, sehr lange Festivaltag sein Ende, und in der relativ lauen Nacht suchten auch die letzten Besucher ihre Nachtlager auf.


Weblinks:
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www.facebook.com/NOCTURNE.at
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www.facebook.com/VinegarHillMusic
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FOTOS + E-CARDS
kaltenbach-openair.at

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Beitrag vom 14.09.2017
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