DRAGONFORCE   TWILIGHT FORCE  
31.10.2017 @ Simm City

Mit „Reaching Infinity“ hauten DRAGONFORCE dieses Jahr das überraschendste, abwechslungsreichste und vermutlich auch beste Album ihrer Karriere raus. Die international besetzte Truppe machte sich nun auch endlich auf um neben einigen Klassikern und Hits das neue Material auch persönlich unter die Leute zu bringen. Mit doppelter Macht voraus, war das Motto und so brachte man als einzigen Supporter die schwedischen Power Metaller TWILIGHT FORCE mit.

In der Wiener Simm City sollte also an diesem 31. Oktober das Kontrastprogramm zu Halloween stattfinden. Schon ein paar Minuten verfrüht starteten die Schweden als Elfen verkleidet auf die Bühne um ihren vor Kitsch triefenden Power Metal zu präsentieren. Auf die Frage eines Bekannten, ob die wegen Halloween so verkleidet sind, musste ich mit den Worten „Neiin, die schauen immer so deppert aus“ vertrösten. Einzig der Frontmann wirkte halbwegs seriös, sah aber anders aus, als ich ihn in Erinnerung hatte, was daran lag, dass hier nicht Christian „Chrileon“ Eriksson das Micro in Händen hielt, sondern REINXEED Sänger und neuerdings auch SABATON-Gitarrist Tommy Johnasson. Warum wurde nicht erklärt, doch der Schwede leistete super Arbeit und trällerte sich mühelos durch die Songs der beiden bisher erhältlichen Alben. Leider kam nicht sonderlich gute Stimmung rüber. Zum einen lag das womöglich am breiigen Sound, zum anderen daran, dass der bombastische, verspielte und oft kitschige Melodic Power Metal einfach viel zu sperrig daher kommt und live irgendwie nicht so richtig funktionieren will. Die Truppe hatte aber sichtlich Freude an ihrem Tun, bewegte sich eifrig über die Bühne und konnte auch den einen oder anderen Elfen-Freund zum Mitmachen animieren, so dass man zumindest halbwegs die Leute auf Betriebstemperatur für den Headliner bringen konnte.






Setlist TWILIGHT FORCE:

Battle Of Arcane Might
To The Stars
Riders Of The Dawn
Flight Of The Sapphire Dragon
There And Back Again
Gates Of Glory
The Power Of The Ancient Force


Dieser kam auch pünktlich um 21:10 auf die Bühne geflogen, und verweilte auch über zwei Stunden auf dieser. Nach dem aktuellen Intro ging die schnellste Power Metal Band der Welt auch sofort in die Vollen. „Ashes Of The Dawn“ vom neuen Album machte sofort klar, dass DRAGONFORCE in bester Form sind. Marc Hudson singt besser denn je und die Band wirkte noch nie so eingespielt und aufeinander abgestimmt, auch wenn dieses Mal keine Spur von Vadim Pruzhanov war. Das tat dem Spektakel aber keinen Abbruch, denn die restliche Mannschaft fegte wie gehabt wie verrückt über die Bühne. Sam und Herman grinsten, posten und sprangen irre durch die Gegend, während der mittlerweile zum Hauptsongwriter avancierte Bassist Fred nicht weniger Schub gab. Neuzugang Gee Anzalone haute währenddessen hinter der Schießbude in die Felle als gäbe es kein morgen, wirkte dafür aber überraschend entspannt.





Egal ob der darauf folgende Klassiker „Operation Ground And Pound“ oder Dauerbrenner wie „Fury Of The Storm“ und „Heart Of A Dragon“ vom Debüt, die Fans feierten die Band, sangen lautstark mit und jubelten nicht minder intensiv. Natürlich sollte aber auch noch einiges an neuem Zeug präsentiert werden, aber „Curse Of Darkness“ oder „Judgement Day“ fügten sich nahtlos ins Set ein, während das wohl einer Ballade am nächsten kommende „Seasons“ für Auflockerung sorgte. Zwischendurch scherzte die Band munter mit dem Publikum, lobte dieses und Marc versuchte sich sogar an von einem Zettel gelesenem Deutsch. „Servus“, weitere typische Floskeln und irgendwas mit „Schwanzlutschen“ sowie dass DF ganze 22 Frauen als Fans hat, sorgten für einige Lacher, ehe man weiter im Programm fuhr. Für ein Solo kam dann Frédéric Leclercq mit der Gitarre in der Hand auf die Bühne, während Sänger Hudson den Bass bediente. Gemeinsam zockte man dann ein Medley mit alten Game-Themes wie Super Mario und Sonic. Für Gags dieser Art sind die Jungs ja auch bekannt. Etwas Zeit geschunden wurde noch beim Mitsingspiel von „Cry Thunder“ bei dem auch ein Fan auf die Bühne durfte, und man den Track somit auf fast 20 Minuten ausdehnte. Eine große Überraschung war die Live-Darbietung des Longtracks „The Edge Of The World“, das bekanntlich einen Death Metal Mittelteil hat, bei dem ich damals davon ausgegangen bin, dass dieser von Fred vorgetragen wird, was er aber im Interview bereits verneinte. Und dennoch war ich überrascht über die Stimmgewalt von Marc, der hier eine hervorragende Performance abgab. Man verabschiedete sich zwischendurch nur kurz von der Bühne, kehrte mit Whiskey-Flasche zurück und bot noch „Three Hammers“ statt dem bisher auf der Tour gespielten „Ring Of Fire“ Cover und fragte dann das Publikum nach dem letzten Song, der natürlich nur der Guitar Hero Hit „Through The Fire And Flames“ sein konnte, bei dem Sam, Herman und Fred sich wieder mal gegenseitig ins Griffbrett langten.





Setlist DRAGONFORCE:

(Reaching Into Infinity)
Ashes Of The Dawn
Operation Ground And Pound
Judgement Day
Seasons
Curse Of Darkness
Fury Of The Storm
Guitar Solo / Drum Solo
Heart Of A Dragon
The Edge Of The World
Cry Thunder
Valley Of The Damned
-
Three Hammers
Through The Fire And Flames


DRAGONFORCE verabschiedeten sich ausgiebig von den Zuschauern und ließen wirklich keine Wünsche offen. Nach mehr als zwei Stunden Spielzeit, vollgepackt mit Spielfreude, Energie und Spaß ging wohl keiner unzufrieden nach Hause. DRAGONFORCE sind und bleiben live einfach eine Bank.


FOTOS + E-CARDS
www.dragonforce.com

maxomer
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Beitrag vom 04.11.2017
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