NATHAN GRAY  
09.02.2018 @ Rhiz, Wien

Vor einem knappen Jahr beehrte der BOYSETSFIRE Frontmann, damals noch gemeinsam mit Daniel Smith als NATHAN GRAY COLLECTIVE, die kleine Halle und spielte vor einer leider sehr überschaubaren Anzahl an Leuten ein großartiges Konzert.

Als er eine Solotour anschließend an das von seiner Band organisierte „Family First Festival“ ankündigte, war diese in binnen wenigen Tagen ausverkauft. So auch das Wiener Konzert im Gürtelbogen Lokal Rhiz. Vor wenigen Wochen war das erste wirkliche Soloalbum des sympathischen Herren mit der einprägsamen Stimme, erschienen, auf dem er nicht nur neue Songs präsentierte sondern auch Songs seiner Bands BOYSETSFIRE und THE CASTING OUT neu interpretierte.

So stand auch Nathan Gray alleine mit seiner Gitarre auf der kleinen Bühne des Rhiz, und als endlich der Tontechniker, der noch genüsslich in der Rauchpause war, eintrudelte, konnte es auch mit „As The Waves Crash Down“ losgehen. Man konnte ihm eine gewisse Angespanntheit anmerken, da er zum ersten Mal auf Tour keine Band oder Musiker hinter bzw. neben sich hatte und ganz auf sich alleine gestellt war, was sich auch in dem einen oder anderen „Verspieler“ oder schiefen Ton äußerte, dies aber machte den an sich schon zu tiefst ehrlichen und persönlichen Auftritt noch intensiver. Nathan erzählte nicht nur zu jedem Song so einiges aus seinem Leben und der Bedeutung der Lieder oder wie diese entstanden sind, sondern es zog sich auch ein erzählerischer Faden durch den Abend und die Reihung der Songs war sorgfältig gewählt. Und so berichtete Nathan Gray von seinem jahrenlangen Kampf mit den Dämonen der Vergangenheit, die ihren Ursprung in einem Missbrauch in seiner Kindheit haben. So hat das Spielen seiner Songs für ihn auch eine therapeutische Wirkung, das Wiedergeben des sehr eindringlichen „Echoes“ ließ ihn offensichtlich um Fassung ringen. Eindringlich wandte er sich auch an die Anwesenden und empfahl, dass wenn jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat, sich unbedingt Hilfe suchen und mit jemanden darüber zu sprechen solle, denn ansonsten fresse es einen von Innen auf.





Musikalisches Highlight des Abends war mit Sicherheit dass A Capella dargebrachte „Damascus“ bevor er sich auch „Across Five Years“ vom Album „After The Eulogy“ von BOYSETSFIRE widmete. Als finales Lied gab Nathan dann „Alone“ zum Besten, das ebenfalls ein Song von THE CASTING OUT war und hinterließ nach knapp 90 emotionalen und intensiven Minuten ein zufriedenes wie tief beeindrucktes Publikum in die noch junge Nacht.
www.facebook.com/nathangraymusic/

tsunemoto
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Beitrag vom 17.02.2018
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