KORPIKLAANI   ARKONA   HEIDEVOLK   TROLLFEST  
07.03.2018 @ Orpheum

Der Name TROLLFEST steht für Klamauk in Reinkultur und mit „Helluva“ hat die Truppe aktuell eine neue Scheibe auf dem Markt, so war eine ordentliche Unterhaltung von Seiten der Norweger garantiert. Optisch präsentierten sich TROLLFEST in völlig neuem Gewand. Die dreckigen Arztkittel wurden wohl endgültig im Müll versenkt, und gegen Safari-Klamotten getauscht. Weiterer Aufputz waren jede Menge Ballons, besonders viele auf dem Hut von Sänger Trollmannen, und alle anderen Musiker entlockten beleuchteten Instrumenten flotte Klänge. Mit „Toxic“, einem BRITNEY SPEARS-Cover, wurde ebenso prächtig unterhalten, wie mit eigenen Songs. Die Norweger konnten sich über immer mehr Publikum freuen, da sich das Orpheum so nach und nach füllte, dementsprechend stieg die Partystimmung rasant an. Moshpits waren nur auf kleinem Raum möglich, da die Treppen im Zuschauerraum wenig Platz ließen. Dafür wurde eine lange Menschenschlange gebildet, die zu den rhythmischen Tönen eine Runde durch den Saal und den Vorraum zog. Wieder einmal siegte die Erkenntnis, dass es eigentlich völlig egal ist, was TROLLFEST spielen – Hauptsache die Norweger halten an ihrem Spaßimage fest, dann ergibt sich alles von selbst.





Setlist TROLLFEST:

Professor Otto
Brakebein
Toxic (BRITNEY SPEARS Cover)
Brumlebassen
Steel Sarah
Kaptein Kaos
Die Grosse Echsen
Renkespill
Solskinnsmedisin
What A Good Idea!
Helvetes Hunden Garm


Weitestgehend ohne Klamauk, aber dennoch sehr gut drauf, präsentierte sich die nachfolgende Band HEIDEVOLK. Auch die Niederländer hatten mit „Vuur Van Verzet“ eine neue Platte am Start, und nützten diese Tour, um die neuen Songs den Leuten live zu Gehör zu bringen. Mittlerweile war es deutlich voller geworden, und alle waren bestens drauf, und sangen bei den Hits wie „Ostara“ oder „Nehalennia“ lautstark mit, auch wenn wohl die Wenigsten die niederländische Sprache beherrschten. Ein besonderer Moment war das neue Lied „Yngwaz’ Zonen“, das akustisch präsentiert wurde, und bei dem man sich so richtig wie ein Krieger auf einem Wikingerschiff fühlte. Auch wenn davor der eine oder andere Moshpit im Gange war, so lauschten nun alle gebannt diesem ruhigen Song. Danach ging es aber wieder druckvoll weiter, und alle feierten ordentlich ab. HEIDEVOLK verabschiedeten sich mit ihrem berühmtesten Song „Vulgaris Magistralis“, dem Cover einer bei uns weitestgehend unbekannten Band namens NORMAAL, und dabei verausgabten sich Band und Publikum ein letztes Mal völlig. Unter viel Beifall verabschiedeten sich die Niederländer, und viele wünschen sich wohl, die Jungs bald wieder einmal auf der Bühne zu erleben.





Setlist HEIDEVOLK:

Intro
Ontwaakt
Ostara
Een Wolf In Mijn Hart
Wapenbroeders
Nehalennia
Yngwaz’ Zonen
Britannia
Tiwaz
Saksenland
Drankgelag
De Hallen Van Mijn Vaderen
Gungnir
Vulgaris Magistralis (NORMAAL-Cover)


Leise, russisch klingende Musik begleitete den Umbau für die nächste Band. ARKONA brachten zuletzt beim Metal On The Hill die Massen in Bewegung, aber anlässlich des neuen Albums „Khram“ begaben sich die Russen erneut auf große Tour. Dabei machten es ARKONA ganz schlau, in dem der erste Teil des Sets ausschließlich aus neuen Songs bestand, und der zweite Teil aus den alt bekannten Gassenhauern. Nachdem „Khram“ deutlich erdiger ausgefallen ist als die Vorgängeralben, erstaunte auch die neue Bühnenkluft nicht besonders, die großteils aus Rupfenfetzen bestand, was Sängerin Masha wie eine Hexe erschienen ließ. Und genauso rituell wie eine Hexe gebärdete sie sich auch, wenn sie das mit einem Tierschädel geschmückte Trommelset in der Mitte der Bühne bearbeitete, oder ihre intensive Stimme ins Mikro stieß. Das ergab eine sehr eindrucksvolle Show der mystischen Art, wie man sie den Russen gar nicht zugetraut hätte, da sie ja bisher eher für moshpittaugliche Rhythmen bekannt waren. Von denen gab es im zweiten Teil des Gigs jede Menge und bei Tracks wie „Stenka Na Stenku“ oder „Yarilo“ ging ordentlich die Post ab. Und das nicht nur auf der Bühne, denn auch das Publikum war voll dabei, und bangte und moshte was das Zeug hielt. Damit schafften Arkona den goldenen Mittelweg zwischen ernsthafterem und feuchtfröhlichem Liedgut, und die Fans konnten auf diesem Weg mit beidem hochzufrieden sein.





Setlist ARKONA:

Mantra (Intro)
Shtorm
Tseluya Zhizn
Khram
V Pogonye Za Beloy Tenyu
Mantra (Outro)
Az’
Arkaim
Goi, Rode, Goi!
Zakliatie
Skvoz’ Tuman Vekov
Stenka Na Stenku
Yarilo


Damit war es auch schon Zeit für den Headliner. KORPIKLAANI zertrümmerten ja bereits vor einem Jahr das aus allen Nähten platzende Explosiv, was die Entscheidung erleichterte, für den nächsten Graz-Gig der Finnen das deutlich größere Orpheum zu wählen, in dem mehr Platz zum Abfeiern war. Von den Finnen gab es für diese Tour kein neues Album, aber das brauchte es wohl auch nicht, wie man an der fast vollen Halle deutlich erkennen konnte. Von der in den Anfangstagen versprühenden Urtümlichkeit ist mittlerweile nicht mehr viel zu bemerken. Nur Basser Jarkko Aaltonen stand nach wie vor im Kilt und barfuß auf der Bühne. Sänger Jonne Järvelä im Western-Look mit schwarz umrandeten Augen würde mittlerweile auch zu jeder anderen Band passen, und am irritierendsten war der weiß gekleidete Violinist Tuomas Rounakari mit Zylinder. Aber vielleicht wollen KORPIKLAANI ja mittlerweile weniger wie eine typische Folk-Band wirken. Musikalisch warfen sie ein bunt gemischtes Set in die Menge, das mit Begeisterung aufgenommen wurde. Es wurde eifrig mitgetanzt und viele ließen die Mähnen rotieren. Schlag auf Schlag wurden die bekannten Songs zum Besten gegeben, und gegen Ende hin gab es mit „Tequila“, „Beer Beer“ und „Vodka“ noch die typische Alkoholorgie auf die Ohren.





Setlist KORPIKLAANI:

Happy Little Boozer
Pilli On Pajusta Tehty
Tuonelan tuvilla
Wooden Pints
Lempo
Ruumiinmultaa
Petoeläimen Kuola
Vaarinpolkka
A Man With A Plan
Metsamies
Cottages And Saunas
Rauta
Henkselipoika
Juodaan Viinaa (HEKTOR Cover)
Hunting Song
Sahti
Tequila
Beer Beer
Vodka
-
Crows Bring The Spring


Da doch etwas mehr Platz zum Abfeiern war, ging es dieses Mal ohne Verletzungen beim Moshen ab, und so konnten alle zufrieden und völlig erledigt den Heimweg antreten.


Websites:
korpiklaani.com
www.arkona-russia.com
www.heidevolk.com
www.trollfest.com


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Beitrag vom 27.03.2018
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