KVELERTAK   SIBIIR  
06.04.2018 @ Posthof

Vor einigen Jahren konnten mich KVELERTAK live bereits im Vorprogramm von MASTODON in Las Vegas mit ihrer energischen Show begeistern. Mittlerweile konnten die Herren aus Norwegen mit ihrem abgefahrenen Mix aus Hardcore, Punk und Black´n´Roll dank ihres dritten Werkes „Nattesferd“ ihre Fangemeinde ausbauen. Und auch wenn das Werk bald zwei Jahre auf dem Buckel hat, ist sich die Truppe nicht zu schade nochmal auf die Straßen zu gehen. So landete das Gespann auch überraschenderweise in Linz.

Mit im Vorprogramm die mir bisher unbekannten Herren von SIBIIR. Auch ebenfalls aus Norwegen stammende Truppe ist verdammt schwer zu kategorisieren, passte aber stilistisch absolut als Anheizer. Energiegeladen, roh und ohne Rücksicht auf Verluste ging es auch pünktlich um 8 Uhr los. Die Nordmänner fuhren ein noisig-crustiges Programm, irgendwo zwischen Rock, Black Metal und Hardcore, das schnell Bewegung in die Bude brachte. Eine gute Spur ungestümer und roher als der Headliner, aber nicht minder interessant, was die Jungs hier präsentierten, leider jedoch mit ziemlich schwammigem Sound. Das störte jedoch weder Band noch Publikum, denn hier ging überall die Post/metallische Stimmung ab. Der Sound besserte sich etwas, mehr Bewegung kam in die vordersten Reihen und der Schweiß strömte jetzt schon ohne Ende. Blastbeats folgten auf rockige Riffs, keifende Vocals erschallten und der Bass wummerte unentwegt. So vergingen die knapp 45 Minuten wie im Flug und das erschöpfte Publikum musste Kraft an der Bar oder der frischen Frühlungsluft tanken.





Setlist SIBIIR:

Erase & Adapt
Bekmörke
Silence The Seagulls
White Noise
Swallo & Trap Them!
Beat Them To Death
The Spiral
Guillotines
These Rats We Deny


Auch KVELERTAK ließen sich nicht lange bitten und so marschierte Fronteule Erlend Hjelvik zielstrebig auf die Mitte der Bühne zu den ersten Rock´n´rolligen Riffs von Åpenbaringiir, zu dem er alsbald mitsamt dem Jäger der Nacht am Kopf seine kehligen Vocals erschallen ließ. Und erneut kam Bewegung in den mittleren, gut gefüllten Saal im Posthof. Sofort brüllten einige Fans die norwegischen Texte – mehr oder weniger – zielsicher mit und die Party konnte weitergehen. Auch hier wechselten sich rockige Passagen mitsamt THIN LIZZY- oder ACDC Melodien mit punkigen Rhythmen, Black Metal Attacken, die stets energisch und mit viel Elan vorgetragen wurden, ab. Zudem war es beeindruckend wie Erlend, die drei Gitarristen, die Riffs-Salve um Salve abfeuerten und Basser Marvin Nygaard die kleine Bühne bis zum letzten Milimeter nutzten. Keine Sekunde konnte einer der Herren auch nur annähernd ruhig stehen. So stieg Erlend auch mehrmals nach vorne auf die Absperrung, klatschte mit Fans ab und ließ sich feiern. Marvin startete dann sogar auf die Schultern eines Fans, zockte dort weiter, ehe er eine Crowdsurfing Aktion mitsamt Bass im Anschlag vollführte.





Irgendwann verschwand er kurz in der Menge, bahnte sich den Weg aber mühelos zurück zur Bühne. Hypnotisierend war der einzigartige Sound von KVELERTAK sowieso, aber vor allem „1985“ konnte mit längeren Instrumentalpassagen, dem lockerleichten THIN LIZZY Vibe und saucoolen Riffs auf jeden Fall überzeugen. Auch hier kamen Fans und Band, wie man vor allem am durchnässten Oberkörper des Sängers schnell erkennen konnte, schnell ins Schwitzen. Pausen, oder großartige Ansagen gab es dennoch keine. Die Jungs zockten ihr Programm ohne große Umschweife und boxten das Programm mühelos durch bis man zur finalen Hymne „Kvelertak“ ankam. Dazu wurde natürlich gemosht, gebangt, ja sogar getanzt und noch ein letztes Mal ausgiebig mit der Band abgefeiert.





Setlist KVELERTAK:

Åpenbaring
Bruane Brenn
Mjød
1985
Berserkr
Evig Vandrar
Ulvetid
Bronsegud
Nattesferd
Ordsmedar
Spring
Svartmesse
Offernatt
Blodtørst
-
Henkse Brann
Manelyst
Kvelertak


KVELERTAK und auch SIBIIR legte im mittleren Saal eine beeindruckende und verdammt intensive Show mit außergewöhnlichem Sound und unendlich viel Energie und perfektem Flair hin. So etwas wollen wir hier natürlich wiedersehen. Hoffentlich schaffen es die Nordmänner mit ihrem nächsten Output dann wieder nach Linz. Bereuen würde das absolut keiner.

kvelertak.com
www.sibiir.com


FOTOS + E-CARDS


maxomer
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Beitrag vom 10.04.2018
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