JUDAS PRIEST   ACCEPT   BATTLE BEAST  
28.07.2018 @ Stadthalle Wien

Drei Jahre ist es schon wieder her, dass JUDAS PRIEST österreichischen Boden mit ihrer Anwesenheit beehrten und die Gehörgänge mit ihrem Heavy Metal füllten. Mit ihrem sensationellen neuen Album „Firepower“ im Gepäck, kamen sie letzten Samstag in die Wiener Stadthalle. Die Temperaturen waren heiß, die Support Acts nicht minder.

Als die Finnen von BATTLE BEAST ihr Set begannen, war die Stadthalle noch fast leer. War aber auch nicht verwunderlich, da der angekündigte Einlass eine viertel Stunde später startete, die Band dafür aber um fünf Minuten früher begann. Auch ich hatte nur das Glück in der Halle zu sein, weil glücklicherweise noch ein zweiter Eingang aufgemacht wurde. Davon ließen sich aber Wuchtbrumme Noora Louhimo und ihre vier Mannen die Stimmung nicht vermiesen und legten unbeirrt los mit ihrem 20minütigen Set. Die Stimmung schwappte auf die meisten der wenigen bereits Anwesenden über, handelte es sich doch bei BATTLE BEAST um für mich sogenannten Schunkel-Metal a la POWERWOLF und Co. Zum Anheizen hat es gereicht, auch wenn der Sound zu leise war.





Setlist BATTLE BEAST:

Straight To The Heart
Far From Heaven
Black Ninja
Bastard Son Of Odin
King For A Day
Beyond The Burning Skies


Zum Auftakt von ACCEPT hatten es zwar noch immer nicht alle in die Halle geschafft (eigentlich eine bodenlose Frechheit vom Veranstalter bzw. der Stadthalle). Aber der Mischer fand in der Umbaupause zumindest den Lautstärkeregler. Und das kam auch dem bombastischen Set von ACCEPT zu Gute. Nach „Die By The Sword“ vom letzten Album und „Pandemic“ bediente die deutsche Metal-Legende, außer mit „Teutonic Terror“, die Fans mit Klassiker, wie „Metal Heart“, „Balls To The Wall“ oder „I‘m A Rebel“. Im direkten Vergleich (ich hatte ja im April auf der Full Metal Cruise das Vergnügen, UDO DIRKSCHNEIDER mit zwei reinen ACCEPT Sets, mit an Bord zu haben) hatte Herr Dirkschneider nicht die geringste Chance mit seiner Combo. Er hat zwar die prägnante Stimme, aber die hat mittlerweile Mark Tornillo, der seit 2009 bei ACCEPT am Mikro steht, beinahe genauso drauf. Aber was die Saitenhexer Wolf Hoffmann und Peter Baltes für eine musikalische Wand aufziehen, dass sucht seinesgleichen und lässt sogar die Mädelsrunde vor mir, die Angesicht des Intros von „Fast As A Shark“ ungläubig des gerade Gehörten, den Kopf schütteln und entsetzt vor sich hinblicken, dann doch herumhüpfen, jubeln und die zierlichen Händchen in die Luft strecken. Alles richtig gemacht, kann man an dieser Stelle nur sagen und ACCEPT legten mit ihrem Set einen grandiosen Teppich für JUDAS PRIEST und erhöhen die Hallentemperatur locker um 15 Grad.





Setlist ACCEPT:

Die By The Sword
Pandemic
Restless And Wild
Princess Of The Dawn
Up To The Limit
Fast As A Shark
Metal Heart
Teutonic Terror
Balls To The Wall
I´m A Rebel


Bei gefühlten 10.000 Grad ertönte dann kurz nach 21 Uhr das“ War Pig Intro“, gefolgt vom „Firepower Intro“, dass dann in gleichnamigen Titeltrack des letzten Albums überging. Dann ging es schon über in den ersten Classic-Block mit „Grinder“, „Sinner“ und „The Ripper“ und ließ das Publikum zu ersten Begeisterungsstürmen hinreißen. Mit „Lightning Strikes“ folgte der zweite von nur drei Songs aus dem neuen Album. Aber der Großteil wollte ja sowieso nur die alten Sachen hören. Da nehme ich mich gar nicht aus. Zwischen jeden Song wurde im Hintergrund das Album Cover des folgenden Songs eingeblendet und vom Publikum frenetisch abgefeiert. Man wusste ja oder man hoffte jedenfalls, was als nächstes kommen könnte. Und die Priester bedienten die Fans mit voller Breitseite. Rob Halford war flott auf der Bühne unterwegs (ohne Stab um sich abzustützen und die gebeugte Haltung hat sich auch wieder um einiges verbessert). Stimmlich war er auch ziemlich gut drauf, obwohl ihm die Technik schon ordentlich unter die Arme griff. Aber das muss man ihm auch mit seinen 66 Jahren auch zugestehen. Der Rest der Band tat ein Übriges dazu um die Metal Gods auch als solche klingen zu lassen. Richie Faulkner, der seit 2011 für K.K Downing die sechs Saiten bedient, ließ keinen Zweifel aufkommen, dass er diesen Platz mit Leichtigkeit auffüllen konnte. Dieses hatte er auch schon beim letzten Album bewiesen, da man darauf schon die wiedergewonnene Spielfreude der Band bemerkte. Und auch Andy Sneap, der Produzent von „Firepower“, der als Ersatz für den an Parkinson erkrankten Glenn Tipton auf dieser Tournee eingesprungen ist, passte sich perfekt an.





Für Tipton wurde dann auch bei „Painkiller“ auf der Videowall, während dem Soli, altes Livematerial von ihm eingespielt und natürlich wurden diese Einspielungen vom Publikum großartig abgefeiert. Dann fiel der Vorhang für die Zugaben, die dann mit einer gewaltigen Überraschung begannen. Kein geringerer als Glenn Tipton stand mit umgeschnallter Gitarre auf der Bühne und spielte die letzten drei Songs mit. Eine Ehre die nur wenigen auf dieser Tour zu Teil wird, da er nur bei sehr wenigen Konzerten die Bühne erklimmt. Sichtlich geschwächt von der Krankheit, aber schwer gerührt ob des Applauses für ihn, verließ er dann auch als letzter die Bühne.

Setlist JUDAS PRIEST:

(Intro War Pigs (BLACK SABBATH))
(Firepower Intro)
Firepower
Grinder
Sinner
The Ripper
Lightning Strike
Bloodstone
Saints In Hell
Turbo Lover
Prelude
Tyrant
Night Comes Down
Freewheel Burning
Guardians
Rising From Ruins
You´ve Got Another Thing Comin´
Hell Bent For Leather
Painkiller
-
Metal Gods
Breaking The Law
Living After Midnight


JUDAS PRIEST haben mit diesem Konzert wieder einmal bewiesen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören und zu Recht als Metal Gods bezeichnet werden.


www.battlebeast.fi
www.acceptworldwide.com
www.judaspriest.com


MadMax
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Beitrag vom 02.08.2018
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