MUSTASCH   GRAND MASSIVE  
01.08.2018 @ Backstage

Wenn das schwedische Metal-Energie-Bündel MUSTASCH ruft, dann hat man auch zu kommen, vor allem wenn das Ganze dann auch noch gratis ist. Einmal mehr lud das Backstage zum mehrwöchigen Free & Easy Festival ein und da ich schon öfter vor hatte, dieses coole Konzept von einem Festival mal zu besuchen, passte das mit den Schweden auch perfekt. Gleich vier Veranstaltungen, diverse Biergärten und eine Cocktailbar passierten an diesem Mittwochabend im Münchner Backstage gleichzeitig und zogen auch unter der Woche zahlreiche Besucher an. Wärend im Club Folk Metal zelebriert wurde, auf der Open Air Minibühne irgendeine Singer-Songwriter Geschichte abgehalten wurde und im mittleren Saal Ska-Punk aus den Boxen schallte, durften sich MUSTASCH über eine rappelvolle Bude im Werk freuen.

Zuvor durften aber erst mal die deutschen Jungs von GRAND MASSIVE, die kürzlich mit einem etwas eigenwilligen DANZIG Cover-Album auf sich aufmerksam machten, den heißen Reigen eröffnen. Naja, das stimmt nicht ganz, denn zuvor spielten die Herren von GODWAVE bereits und brachten die Leute mit Leichtigkeit zum Schwitzen. Bei gefühlten 45 Grad trotz aller geöffneten Türen, war das aber auch nicht sonderlich schwer. Das Stoner Gespann GRAND MASSIVE machte sofort gut Stimmung und ließ sich von der Hitze nicht bremsen. Mit munteren Ansagen und rockigen Nummern zeigte man, dass ´man weiß, wie man sich auf einer Bühne zu verhalten hat und die Fans in den Griff bekommt. Etwas mehr Abwechslung und der eine oder andere größere Hit könnten der Truppe auf jeden Fall noch auf die Sprünge helfen, doch die Show war auf jeden Fall gelungen und alles freute sich auf MUSTASCH.

Um 22:00 Uhr strömten auch abrupt zahlreiche Metalheads ins Werk, jedoch mussten sich diese noch gut 15 Minuten gedulden, als dann Ralf Gyllenhammar endlich grinsend auf die Bühne stapfte und mit seinen Kollegen „Down In Black“ anstimmte, war das Backstage auf die Sekunde am Überkochen, dass aber aus mehreren Gründen. Nach einem „Prost ihr Säcke... „ Spielchen, das Ralf offensichtlich eine Menge Spaß machte und Lobeshymnen aufs bayrische Bier, ging es mit dem neuen Hit „Libertá“ vom aktuellen Werk „Silent Killer“ auch schon weiter und danach Schlag auf Schlag. Die Grantler-Scheibe „Bring Me Everyone“ wurde bei mittlerweile glasklarem Sound inbrünstig vorgetragen und lautstark mitgebrüllt, „Lawbreaker“ trotz neueren Datums ebenfalls und „Dogwash“ braucht auch keiner mehr vorzustellen. Zwar mimte Gyllenhammer wieder den geborenen Entertainer und trumpfte immer wieder mit deutschen Ansagen, die zugegebenermaßen etwas „gebroken“ klangen, aber einen hohen Unterhaltungswert mitbrachten, immer wieder auf, doch auch Gitarrist Davis, Basser Stam und Drummer Robban, der später sogar einen Solo-Part bekam, durften immer mal wieder etwas in den Vordergrund, da der Fronter auch sie immer wieder mit Lob überschüttete. Dann suchte er mit Brüll-Spielchen die Mädels. Als da auch ein Mann mitbrüllte meinte er nur kurz „dich fick ich später“ und schon ging es weiter im Programm. Die Gänsehaut-Nummer „Thank You For The Demon“ wurde kurzerhand in „Denke für die Dämon“, für das der Sänger auch die Gitarre ausnahmsweise abgab, umbenannt und „Barrage“ brachte mächtig Bewegung in die Bude. Trotz Affenhitze, weswegen sich die Band immer mal wieder ein Bier in den ersten Reihen borgte, entstand ein kleiner Moshpit und gebangt wurde sowieso, was das Genick hergab.





Leider ließ man den Vorgänger „Testosterone“ komplett aus, ansonsten spielte man sich gekonnt durch die Diskografie mit nur kurzen Abstechern in ganz alte Tage wie zum Beispiel mit „Parasite“ oder „Mine“. Gefehlt hatte dieses Mal eigentlich nur die Whisky-Flasche, gegen Ende meinte Ralf aber dann trotzdem, dass er nun gerne einen Schnaps hätte oder sogar brauche. Dann trumpfte man nochmal mit Hits wie „Black City“ und dem genialen „Double Nature“ auf, bei dem Ralf noch eine Runde mitsamt Gitarre durchs Publikum drehte, Fans grüßte und abfeierte, bevor "der wahnsinnige Robban", wie ihn der Bandboss mehrmals ankündigte, sein Solo spielen durfte und man nochmal für das obligatorische „I Hunt Alone“ zurückkehrte, ehe man sich dann komplett verschwitzt, aber ausgiebig von den Fans verabschiedete.





Setlist MUSTASCH:

Down In Black
Libertà
Bring Me Everyone
Lawbreaker
Dogwash
Thank You For The Demon
6:36
Barrage
Feared And Hated
Winners
I Don’t Hate You
Parasite
Tritonus
Heresy / Blasphemy
Mine
Black City
Double Nature
Drum Solo
-
I Hunt Alone

Was für ein Gig. Das war der heißeste, intensivste und längste Gig, den ich bisher von der Ausnahmekapelle MUSTASCH erleben durfte. Auch die Band und ihr Sänger freuten sich so, dass dieser bei der Verabschiedung noch sein T-Shirt loswurde und sein Bäuchlein ausgiebig präsentierte. MUSTASCH kamen, rockten und siegten mal wieder. Schade nur, dass das Ganze unter der Woche stattfand, denn der gemütliche Gastgarten und das leckere bayrische Bier lockten dann schon noch zu einem längeren Aufenthalt. Aber vielleicht passts ja beim nächsten Mal besser. Das Free & Easy kann ich in jedem Fall mehr als nur empfehlen!

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maxomer
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Beitrag vom 03.08.2018
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