KALTENBACH OPEN AIR 2018: BELPHEGOR   TSJUDER   ORIGIN   NERVOSA   CRUACHAN   GUT   DOOMAS   WALDGEFLÜSTER   THORMESIS   GROTESKH   VEIL OF DECEPTION  
25.08.2018 @ Kaltenbach Open Air

Leider meinte es der Wettergott an diesem letzten Tag des Kaltenbach Open Air wieder gar nicht gut mit den Metal-Fans und so mussten VEIL OF DECEPTION bei strömendem Regen und vor einer Handvoll Zuschauer ihren Gig beginnen. Mit flotter Spielweise, variantenreichen Riffs und dazu etwas höherem Gesang, boten die Wiener einen ansprechenden Gig, und Sänger Dan Gallar bedankte sich in englischer Sprache für die Gelegenheit, am KOA spielen zu können. Mir taten die Jungs wirklich leid, aber gegen den Regen hilft einfach nichts. Bei Trockenheit wären sicher mehr Leute da gewesen.





Dieser Festivaltag stand verstärkt im Zeichen des Black Metals und den Beginn machten GROTESKH aus Kärnten. Schick designte Fackelhalter sorgten für das passende Ambiente, und düsteres Corpsepaint untermalte dieses Flair zusätzlich. Auch bei den Kärntnern verkrochen sich die meisten Zuschauer vor dem Regen, aber einige hartgesottene Fans waren doch an der Absperrung, um die eher langsamen, gelegentlich melodischen aber meist sehr druckvollen Klänge aus der Nähe zu genießen. Sänger Holytoxicomaniac fügte variantenreiche Growls bei, aber es war doch etwas befremdlich, dass er trotz Mistwetter mit Sonnenbrille auf der Bühne stand, was etwas paradox wirkte.





Eine ziemlich weite Anreise hatten THORMESIS auf sich genommen, um am KOA aufspielen zu können. Die Pagan/Black Metal Band aus Deutschland präsentierte sich in etwas anderer Optik als in den letzten Jahren. Die Farbe weiß in den Gesichtern wurde durch schwarz ersetzt, aber musikalisch war alles wie gehabt. Trotz andauernden Regens waren doch einige gekommen, um die Klänge aus der Nähe zu genießen, und ordentlich mitzubangen. Ich bin mir sicher, dass bei besserem Wetter viele bei THORMESIS gewesen wären, da die Jungs absolut mitreißende Musik machen. Aber vielleicht gibt es wo anders bald wieder einmal die Gelegenheit sie live zu erleben.





Auch aus Deutschland stammten WALDGEFLÜSTER, die als nächste an der Reihe waren. Leider gab es noch immer keine Wetterbesserung, aber dennoch fanden sich etwas mehr Leute vor der urig- naturverbunden dekorierten Bühne ein. Nach einem sehr mystischen Intro erklang druckvoller Black Metal mit vielen melodischen Riffs, wodurch eine sehr intensive Atmosphäre entstand. Sänger Winterherz steuerte zugleich aggressiv und verletzlich wirkende Vocals bei, und strahlte dabei völlige Hingabe aus. Einige Elemente vom Band sorgten zusätzlich für eine betont düstere Stimmung. Es war wirklich schade, dass dieser Gig vielen aufgrund des Mistwetters entging.





Aber wie es so schön heißt, gegen das Wetter ist man machtlos, jedoch bei DOOMAS ließ der Regen etwas nach, was den Slowaken eine erkleckliche Anzahl Zuschauer bescherte. Seit mehr als einem Jahrzehnt verfolgt diese Band den Weg des Melodic Doom/Death Metal und spielte auch bereits einmal am KOA auf. DOOMAS brachten eine angenehm ruhige Spielweise mit vielen interessanten Riffs und gelungenen Melodien zu Gehör, die immer wieder von harten Vocals von Peter "Doomas" Be?ko ergänzt wurden. Die Leute lauschten gebannt den Klangkreationen und viele nickten mit geschlossenen Augen mit. DOOMAS können faszinieren und das haben sie bei diesem Gig erneut unter Beweis gestellt.





Als nächstes stand wieder einmal Grindcore auf dem Programm, und das bedeutete erneut viele Leute vor der Bühne, da ja dieses Genre am KOA voll zieht. Die Band nannte sich GUT und irgendwie war wenig Info zu finden, nur dass sie angeblich aus den USA stammt. Das Intro klang nach Zappen am TV bzw. Sendersuche im Radio. Die vier Musiker waren unterschiedlich maskiert und knallten den Leuten stampfende, teilweise rasante Töne auf die Ohren. Der Sänger klang aufgrund der Maske ziemlich unverständlich, sauste, lag und kniete auf der Bühne herum, und die Leute vor der Bühne moshten was das Zeug hielt. Grindcore ist zwar meiner Meinung nach völlig sinnbefreit, aber er macht den Leuten Spaß, und hat damit auch eine Daseinsberechtigung.





Nur eine einzige Band konnte am Freitag ohne Regen auftreten, und das waren die Iren CRUACHAN, die ja eigentlich schlechtes Wetter gewöhnt wären. Das Positive daran war, dass sehr viele Leute bei diesem Gig anwesend waren. Die Celtic Folk/Black Metal Band hatte mit „Nine Years Of Blood” auch ein neues Album im Gepäck, und natürlich wurde diese Gelegenheit genützt, die Songs live zu präsentieren. CRUACHAN traten im Kilt und mit hellblauer Streifenbemalung auf, und strahlten dadurch viel Authentizität aus. Sänger Keith Fay betonte die große Freude am KOA spielen zu dürfen, und genau diese Freude wurde auch musikalisch ausgedrückt, was das Publikum zum Moshen und Tanzen brachte. Obwohl die Songs teilweise sehr ernst waren, wurde dieser Gig zur keltischen Party, die allen Spaß machte, und für manchen auch noch länger dauern hätte können.





Danach setzte der Regen wieder ein, aber die meisten ließen sich davon nicht beirren, denn als nächstes stand NERVOSA auf dem Programm. Die drei Brasilianerinnen starteten in den letzten Jahren einen wahren Siegeszug auf den Konzert- und Festivalbühnen der Welt, sodass es klar war, dass sie irgendwann auch am Metalberg auftauchen würden. NERVOSA stellten auch hier eindrucksvoll unter Beweis, dass Thrash Metal nicht nur Männersache ist, sondern durchaus auch von Frauen eindrucksvoll herübergebracht werden kann. Die Damen klatschten dem Publikum knallharte Klänge um die Ohren, dass es gleich so rauchte, und die Leute feierten das Trio auf der Bühne ordentlich ab. Das ließ die Meute den Regen völlig vergessen, und animierte sie einfach nur, begeistert mitzufeiern.





Als nächstes waren wieder Herren an der Reihe, um die Leute zu unterhalten. Die US-Amerikaner ORIGIN machen bereits seit mehr als 20 Jahren Brutal Death Metal und konnten damit einen großen Bekanntheitsgrad erringen. Am KOA standen sie nur zu dritt auf der Bühne, aber das war kein Hinderungsgrund, um nicht ordentlich Gas zu geben. Und genau das geschah auch. Ohne Intro wurde ziemlich unvermittelt losgebrettert, Schreihals Jason Keyser erwies sich als wahres Energiebündel und peitschte die Leute regelrecht ein. Viele Ansagen, von denen jede mindestens einmal das Wort „Fuck“ enthielt, umrahmten die einzelnen Tracks. Da dieses Genre am KOA sehr beliebt ist, waren trotz der Nässe viele vor der Bühne, und gingen bei den knallharten Klängen voll ab, sodass der Spaß an der Musik alles vergessen ließ.





Die beiden Headliner an diesem Abend waren Vertreter des düstereren Metals, und besonders TSJUDER wären wohl bei vielen Festivals eine begehrte Band gewesen, aber die Norweger entschlossen sich für den Gig am KOA, und das freute sehr viele Besucher. Donnergeräusche als Intro kündeten vom Beginn, und die drei Musiker betraten mit bedrohlichem Corpsepaint, abgerissenen Klamotten und Stachelmanschetten die Bühne. Von Anfang an gab es gnadenlosen Black Metal, der jedoch sehr variantenreich präsentiert wurde, und von tiefen Growls begleitet war. TSJUDER konnten von den ersten Klängen an begeistern und das Publikum auf ihre Seite bringen, und wäre es zu dieser doch schon späten Stunde nicht gar so kalt gewesen, wären wohl noch viel mehr Leute da gewesen. Aber diejenigen die ausharrten wurden mit einem tadellosen Black Metal Gig belohnt.





Wenn man im Ausland Festivals besucht und nach österreichischen Metal Bands gefragt wird, fällt unweigerlich der Name BELPHEGOR. Die Salzburger schafften es in den letzten Jahren, auf allen Bühnen der Welt aufzutreten, und so durfte man gespannt sein, ob der Prophet auch im eigenen Land etwas zählt. Auf der Bühne wurden große Knochenfiguren und andere düstere Deko aufgestellt, und dann folgte ein überlanges Intro. Das Publikum drängten sich an der Absperrung und als BELPHEGOR endlich auf der Bühne erschienen, ging eine Welle der Begeisterung durch die Leute. Musikalisch gab es den erwarteten knallharten Death/Black Metal und Sänger Helmuth knarzte tiefe Growls ins Mikro. Alle traten in bedrohlichem Corpsepaint auf und mit viel Nebel wurde die Szenerie noch gespenstischer. Das machte es schwer, vernünftige Fotos zu bekommen, und dann wurden wir nach 1,5 Titeln einfach rausgeschmissen. Aber am wichtigsten ist ja immer, dass die Zuschauer begeistert sind. Allerdings hatten nicht mehr alle Festivalbesucher durchgehalten, was jedoch bei der herrschenden Kälte und Nässe verständlich war.





Setlist BELPHEGOR:

Sanctus Diaboli Confidimus
Totenkult - Exegesis Of Deterioration
The Devil´s Son
Belphegor - Hell´s Ambassador
Swinefever - Regent Of Pigs
Totenbeschwörer
Stigma Diabolicum
Conjuring The Dead / Pactum In Aeternum
Lucifer Incestus
Baphomet
Gasmask Terror

Damit endete für mich das Kaltenbach Open Air 2018, und ich trat im strömenden Regen den Heimweg an. Für das nächste Jahr wurde bereits ein Termin bekanntgegeben. Es wird von 22.-24.8.2019 über die Bühne gehen, und das hoffentlich wieder unter etwas besseren Wetterbedingungen.


Weblinks:
www.facebook.com/belphegor
www.facebook.com/tsjuderofficial
www.facebook.com/Origin
www.facebook.com/femalethrash
www.facebook.com/cruachanclan
www.facebook.com/GUTSOUNDSYSTEM
www.facebook.com/DoomasOfficial
www.facebook.com/BlackMetalWaldgefluester
www.facebook.com/Thormesis
www.facebook.com/Groteskh
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FOTOS + E-CARDS
www.kaltenbach-openair.at

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Beitrag vom 22.09.2018
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