BLACK PEAKS   TUSKY   THE PRESTIGE  
30.10.2018 @ Arena

Schon seit geraumer Zeit vernimmt man Lobeshymnen auf die BLACK PEAKS, eine junge Truppe aus Brighton, die nicht nur mit hymnischem Mathrock und Post-Hardcore besticht, sondern auch durch die Stimmgewalt des Sängers Will Gardner. Somit überraschend, dass die Band „nur“ im DreiRaum der Arena Wien gastierte auch im Anbetracht der Tourpartner, denn mit THE PRESTIGE einer großartigen Mathcore-Band aus Frankreich sowie den Punk-Rockern von TUSKY, die quasi ein Sideproject der sich gerade im Hiatus befindenden grandiosen JOHN COFFEY sind, sollte dieses Paket doch einige Leute anlocken. Leider bleib dies aber eine überschaubare Menge an Besuchern die ihren Weg an diesem Dienstagabend in die Arena fanden. Man kann dem Review getrost vorwegnehmen, dass all die Daheimgebliebenen so einiges versäumt haben.

Schon die jungen Pariser von THE PRESTIGE legten mit einem gewaltigen wie zwingenden Set los, treibender (Post-)Mathcore im Stile von Bands wie THE DILLINGER ESCAPE PLAN, so verwundert es nicht, dass deren Doku über ihre Kuba-Tournee von der TDEP Plattform „Party Smashers Inc.“ gefeatured wurde. Die großteils düsteren Songs werden nicht nur von einer gut aufgebauten Atmosphäre sondern auch von Sänger Alex emotionaler Darbietung getragen. So gibt es auch keine Liebeserklärung an Paris, sondern die Band vertont eher ihren Verdruss mit der Stadt „Where the metro always smells like piss“. Eine großartige Eröffnung des Konzertabends durch eine talentierte wie sympathische Band, alleine deren Auftritt schon alle Erwartungen an diesem Abend übertroffen hat.





Und in dieser Tonart sollte es weitergehen. Die nächste Band fiel ja musikalisch mit ihrem treibenden Punkrock musikalisch ein wenig aus der Reihe. So war auch die Skepsis gegenüber der Band zu Beginn des Sets ein wenig groß. Die Herren aus den Niederlanden wussten aber auf sympathische Weise dem entgegen zu wirken, indem sie einfach ihre Mikros und Effektboards schnappten und sich von der Bühne ins Publikum begaben, somit die Nähe durch eine klassische Floor-Show suchten und damit die Anwesenden sehr flott für sich gewinnen konnten. Die Truppe besticht nicht nur mit großartigem Songwriting und demnach knackigen Songs, denen man den rotzigen Hardcore von JOHN COFFEY doch ein wenig anhört. Kein Wunder, sind ja zwei der Gitarristen sowie einer der Gitarrentechniker der Band in TUSKY vereint, und auch mit viel Humor, was sich gerade bei „Goosey, Gossey, Gander“ oder „White Dress“ äußert. Auch seien an dieser Stelle die skurrilen wie humorigen Videos der Band empfohlen, die die Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit der Musik und Humor mit Bravour meistert. TUSKY machen live ungehörig viel Druck und vor allem verdammt viel Spaß, eine Band die man mit Sicherheit weiterverfolgen sollte.





Setlist TUSKY:

White Dress
Folly
Going Out
Goosey Goosey Gander
Smack Me With Your Bible Belt
Tea For One
Armed To The Teeth
You Will Not Regret This (Please Hold Still)

Wenig später enterten dann schon die BLACK PEAKS die Bühne, mit im Gepäck das vor kurzem auf Rise Records erschienene Album „All That Divides“, legten gleich mit „Can’t Sleep“ vom aktuellen Werk los und sorgten für offene Münder und Begeisterung. Der Sound war gut und das Quartett aus Brighton brachte ihre komplexen Songs mitreißend und mit einer atemberaubenden Präzision dar. Unglaublich was Gardner auch live mit seiner Stimme zu vollbringen in der Lage ist. Er wechselt scheinbar spielend zwischen den unterschiedlichen Oktaven und cleanen Gesang, fiesen Shouts und tiefen Growls. Die Songs werden live doch deutlich härter umgesetzt, und so verwunderte auch nicht, dass sich sogar ein kleiner Moshpit bildete, trotz der leider wirklich überschaubaren Anzahl an Besuchern. Das knackige Set gipfelte dann in „Fate I & II“ bevor die Band die Bühne verließ, nur um wenig später für den Encore und ihrem bekanntesten Song „Home“ nochmal ein kräftiges Ausrufezeichen hinter ihren Auftritt zu setzen.





Setlist BLACK PEAKS:

Can´t Sleep
The Midnight Sun
Electric Fires
Crooks
Saviour
Eternal Light
Aether
Say You Will
Glass Built Castles
Fate I & II
Home

Man geht heute mit der Sicherheit nach Hause, die BLACK PEAKS das letzte Mal in einem so intimen Rahmen erlebt zu haben. Von dieser Band wird man wohl noch viel hören. Ein großartiger Konzertabend!

www.blackpeaks.com

tsunemoto
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Beitrag vom 13.11.2018
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