IHSAHN   NE OBLIVISCARIS   ASTROSAUR  
09.11.2018 @ Szene

Neben mehreren überraschenden Auftritten mit EMPEROR, ist der Black Metal Veteran IHSAHN natürlich auch nicht zu wenig unterwegs, um sein Solo-Werk "Amr" zu bewerben. Dieses Mal versammelten sich seine Jünger in der ((Szene)) in Wien und durften sich noch dazu von zwei Support Acts die Ohren volldröhnen lassen, ehe es Zeit für die nordische Progressive Messe wurde.

Und so eröffneten ASTROSAUR den Reigen und somit einen abwechslungsreichen Abend. Leicht machten es uns die drei Norweger wahrlich nicht. Die rein instrumental gehaltenen Tracks sind nicht einfach zu kategorisieren und funktionieren viel mehr als Darstellung des Könnens, das man wahrlich nicht abstreiten kann, als wirklich richtige Songstrukturen. Die Szene füllte sich zwar noch nicht so gut zu diesem Zeitpunkt, doch die drei stummen Herren, die zudem in Nebel und diesigen Licht nur schwer zu erkennen waren, erzeugten eine gelungene Atmosphäre und wärmten die angereisten Metalheads auf jeden Fall souverän auf.





Es folgte ein kompletter Stilbruch, denn das aus dem fernen Australien stammende Gespann NE OBLIVISCARIS bot einen Mix aus Extreme und Progressive Metal, der sperrig und anstrengend wirkte. Nur der Gesang von Tim Charles, sowie dessen immer wieder hervorgeholte Violine sorgte wirklich für eingängige Momente. Im Gegensatz dazu ballerte man verschiedenste Elemente aus Black, Death, aber auch Jazz und Avantgarde heraus. Tim ist aber nicht der einzige Sänger, denn Xenoyr, der optisch so gar nicht ins Bild passen wollte, brüllte nebenher noch mit voller Inbrunst. Das Publikum teilte sich in zwei, wenn nicht drei Lager. Die einen waren sichtlich begeistert, trällerten mit und jubelten zwischen den Songs, andere standen interessiert, aber teils auch etwas irritiert vor der Bühne und ließen sich berieseln und der Rest, wenn auch nur ein kleiner Teil des Publikums, verzupfte sich in Richtung Bar. NE OBLIVISCARIS sind keine Band für zwischendurch und es hilft ungemein mit dem Material vertraut zu sein. Soundtechnisch und von der Performance her, gibt es bei den Australiern aber definitiv nichts zu bemängeln, an die folgende und überaus intensive Show des Headliners, gereichte man aber natürlich nicht.





Setlist NE OBLIVISCARIS:

Devour Me, Colossus (Part I): Blackholes
Intra Venus
Libera (Part I): Saturnine Spheres
Urn (Part I): And Within The Void We Are Breathless
Urn (Part II): As Embers Dance In Our Eyes
And Plague Flowers The Kaleidoscope


Da die Timetable bei den Vorgängerbands schon eine Punktlandung war, trafen wir gerade rechtzeitig wieder in der Halle ein und auf die Minute starteten die atmosphärischen Synthies und läuteten den Hit vom aktuellen Album „Amr“, „Lend Me The Eyes Of Millenia“, ein. Bei fast vollständiger Dunkelheit auf der Bühne, bis auf einzelne punktuelle Scheinwerfer, die sich überkreuzten, betrat Legende IHSAHN die Szene, schnallte sich seine Gitarre um und legte sofort stark und eindringlich los.

Die Musiker des Solokünstlers, die ja immer wieder wechseln, lieferten gekonnt ab und man merkte sofort, dass die IHSAHNschen Auswahlkriterien dahingehend unübertroffen sind. Das Zusammenspiel zwischen dem Mastermind und seinen Mitkumpanen wirkte als würden sie schon ewig gemeinsam die Bühnen der Welt beackern und man zeigte Virtuosität auf ganzer Linie. Man braucht wohl nicht zu erwähnen, dass hier im Publikum natürlich nicht der Bär steppte, sondern andächtig und nach fortschreitender Dauer schon fast in Trance mitgenickt wurde. Einzige Ausreißer für mich in der Setlist die etwas ruhigeren und "popigeren" Nummern, aber das ist totale Geschmackssache und für manche vielleicht sogar eine erwünschte Unterbrechung und kurzzeitige Rückkehr zur Realität zwischen dem sehr progressiven Material des Herrn Tveitan, der mit seiner Präsenz alleinig die Bühne beherrschte und nur hin und wieder, aber dann doch sehr dynamisch mit seinen Musikern interagierte.





Setlist IHSAHN:

Lend Me The Eyes Of Millenia
Arcana Imperii
Sámr
Pressure
Hiber
Pulse
Tacit
Until I Too Dissolve
Mass Darkness
My Heart Is Of The North
The Paranoid
Celestial Violence
Wake
-
Frozen Lakes On Mars
A Grave Inversed
The Grave

Somit endete ein nordisch-australischer Abend mit dem Virtuosen IHSAHN und man kann sich schon auf kommende Taten des norwegischen Multitalentes gefasst machen, sind doch schon Shows mit EMPEROR nächstes Jahr in Planung bzw. wird ein neues Solo-Album sicher auch nicht allzu lange auf sich Warten lassen.


FOTOS + E-CARDS
www.ihsahn.com

Catrine
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Beitrag vom 06.12.2018
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