FLOYD DIVISION  
09.02.2019 @ Spinnerei

Seit kurzem erstrahlt die ehrwürdige Spinnerei in Traun in neuem Glanz. Neben dem Schloss inmitten des Parks fühlt man sich hier sofort wohl und wenn musikalisch auch noch das Richtige geboten wird, dann muss man hier doch glatt vorbeischauen. An einem winterlichen Samstagabend durfte man FLOYD DIVISION mit ihrer The Austrian Pink Floyd Show bewundern. Seit mittlerweile zehn Jahren sind Bandkopf und Sänger Roman Bischof und seine Kollegen und Kolleginnen schon unterwegs, um den Spirit der legendären PINK FLOYD aufleben zu lassen.

Die Erwartungen sind vorher eher niedrig, da man eigentlich nur verlieren kann, wenn man sich an einer der größten Bands aller Zeiten heranwagt. Doch da die Möglichkeiten eher gering sind, die Briten einmal live zu sehen, begnügt man sich mit dem ganz kleinen Bruder. Der Saal in Traun war zu meiner Überraschung bestuhlt und das Publikum im Durchschnitt an die 60 Jahre alt, doch bis auf ein paar Sessel waren fast alle Plätze belegt und die Stimmung vor Beginn schon gut.





Die neunköpfige Truppe betrat pünktlich um 20:00 den Saal und legte schon zu Beginn mit „Learning To Fly“ los, ehe der Instrumental-Teil des gigantischen „Shine On You Crazy Diamond“ einen sofort alle Skepsis über Bord werfen ließ. Spätestens beim wohl bekanntesten Song aus über 50 Jahren Schaffen, „Another Brick In The Wall“, hatte man wohl alle Anwesenden auf seiner Seite. Schön untermalt mit den Bildern des Beamers vom Original Video, die auf ein rundes Gestell in der Mitte projiziert wurden. Besonders die Fraktion an den Gitarren, Thomas Scherrer und Geri Cuba, machte ihre Arbeit mehr als ausgezeichnet und könnten mit ihrem Talent wohl in nahezu jeder Band mitspielen. Kleiner Kritikpunkt wäre hier, dass man wohl etwas mehr Wucht in diese Nummer hätte legen können.

Überrascht, dass man drei solche Kaliber schon zu Beginn verschoss, wandte sich Roman das erste Mal an die Leute im Saal und bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. Weiter im Programm mit dem tief melancholischen „High Hopes“, ehe „Sorrow“ die musikalische Latte erneut etwas höher legte. Da dieser Klassiker zu einem meiner Lieblingstitel von PINK FLOYD gehört und wohl einer der schwierigsten Gitarrenstücke aller Zeiten ist, war die Anspannung groß, ob die Gruppe auch dieses Stück so toll hinbekommt. Fast - Schimpfen auf ganz hohem Niveau ich weiß - aber bis auf ein paar Momente im Akustik Teil machten es die Musiker hervorragend.

Auch Sänger Roman Bischof gab sein Bestes und punktete mit seiner variablen Stimme. Zum Ende wurde es wieder etwas ruhiger mit „Echoes“, ehe man sich in eine knapp 20-minütige Pause verabschiedete.

Nach kurzer Stärkung am gemütlichen Getränkestand läutete das dreimalige Klingeln der Glocke Teil 2 des Konzertabends ein, bei dem das ganze „The Dark Side Of The Moon“ vorgetragen wurde. Erschienen 1973 ist es das achte Werk der Briten und auch das erfolgreichste mit über 50 Millionen verkaufter Tonträger und somit mehr als würdig, komplett vorgespielt zu werden. Schwer hier Nummern hervorzuheben, da das ganze Konzeptalbum vor Hits nur so übergeht, sei es das psychodelische „Time“ mit seinen Tick-Geräuschen und dem aggressiven Gesangseinstieg, oder das gesellschaftskritische „Money“ mit dazugehörigem Video.

Besonders erwähnenswert sind auch die beiden Damen im Hintergrund, die sich immer wieder gekonnt mit ihren schönen und kraftvollen Stimmen einbrachten, wie bei „The Great Gig In The Sky“. Viel Applaus ergatterte auch jedes Mal Ingo Beer mit seinem Saxofon, wenn er für einige Passagen die Bühne erstürmte und sein Können zum Besten gab.

Weitere Schmankerl an diesem Abend waren „Us And Them“, mit seinem gefühlvollen Beginn, ehe dieser Song explodiert und „Eclipsed“, das das Ende des regulären Sets einläutete.

Kurz hinter die Bühne abgetaucht, ehe man alle Anwesenden aufforderte, sich den nächsten Song im Stehen einzuverleiben, was auch prompt erledigt wurde. „Wish You Where Here“ wurde lautstark mitgesungen und man lag sich schunkelnd in den Armen, ehe das gigantische „Comfortubly Numb“ mit seinem instrumentalen Mittelteil, der von Thomas Scherrer richtig zelebriert wurde, ein mehr als würdiges Finale war.

Setlist:

Set1:
Learning To Fly
Shine On You Crazy Diamond
Another Brick In The Wall
Hey You
Young Lust
High Hopes
Sorrow
One Of These Days
Echoes

Set2:
Breathe Reprise
On The Run
Time
Great Gig In The Sky
Money
Us And Them
Any Colour You Like
Brain Damage
Eclipsed
-
Wish You Where Here
Comfortubly Numb


Wer zu FLOYD DIVISION geht und nicht die überzogene Vorstellung hat hier PINK FLOYD in voller Größe und Pracht live zu erleben, der hatte hier definitiv Spaß. An diesem Abend waren phantastische Musiker am Werk, die ihre Liebe zu einer der größten Rock Bands aller Zeiten zum Ausdruck brachten und dabei noch sichtlich Freude hatten. Wenn FLOYD DIVISION im Oktober erneut in Oberösterreich spielen, sollte man den Auftritt auf keinen Fall versäumen.
www.floyddivision.at

AndyVanHalen
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Beitrag vom 18.02.2019
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