CHAINBREÄKER   DARKFALL    VOR DIE HUNDE   BLACK EYED SWAN  
27.03.2019 @ Stadtwerkstatt

Schön, dass es immer noch Veranstalter gibt, die trotz Rückschlägen dran bleiben und den Untergrund weiter unterstützen. Und wie man am Shredfest sieht, das nun in Linz schon in die sechste Runde ging, zahlt sich das auch aus. Mittlerweile ist das Fest, das mal kleiner im Ann & Pat und zum Glück mittlerweile öfter in größerem Ausmaß in der Stadtwerkstatt durchgeführt wird, fast ein Selbstläufer bei dem sich immer wieder bekannte Gesichter treffen und die Bude schön ausverkaufen. Auch dieses Mal durfte man sich über ein volles Haus freuen, obwohl die Lokalmatadoren ATHIRIA und auch die wiederbelebte Legende THIRDMOON vorab absagen mussten. Etwas kompakter gehalten, durfte man sich aber dann über die Grunge Überraschung BLACK EYED SWAN, die Urgesteine DARKFALL, die Newcomer CHAINBREAKER sowie die kurzfristig eingesprungenen VOR DIE HUNDE, freuen.

Überraschend pünktlich standen um 20:30 bereits BLACK EYED SWAN auf der Bühne und sorgte für wohlige 90s Atmosphäre, etwas Depri-Stimmung und einen Sound, der nicht selten an Helden wie NIRVANA, SOUNDGARDEN oder PEARL JAM erinnerte, diesen aber nie wirklich nachahmte. Aber vor allem durch den Gesang konnte sich die Linzer Truppe schnell neue Fans, die von Anfang an gut mitgingen, sichern und auch schon einige Leute in den Saal der Stadtwerkstatt locken. Zwar etwas kurz, dafür abwechslungsreich, emotional und technisch einwandfrei, eröffnete die Truppe den bunten Reigen an Bands als softester Beitrag des Abends, mehr als souverän.





Am meisten gefreut bzw. gespannt war ich im Vorfeld auf jeden Fall auf die kurzfristig eingesprungenen VOR DIE HUNDE, die eine Zusammenarbeit aus zwei Grindcore-Freaks aus Passau und den zwei lokalen Gesichtern Armin Schweiger (u.a. DISTASTE, Ex-GODHATECODE, Ex-ESHATON, Ex-U.G.F.) und Lukas Haidinger (U.G.F., NERVECELLE, DISTASTE, Ex-GODHATECODE) darstellt. Dass die beiden Jungs durch ihre vielen Bands in denen sie schon gemeinsam waren, gut eingespielt sind, ist klar, aber auch mit den deutschen Kollegen bilden sie bereits eine fette Grindfront, wie sich an diesem Abend zeigen sollte. Hier wurde nicht lange gefackelt, sondern schnell die ersten Grindcore-Brocken brutal und wüst vom Debüt „Ein Gehirn Wäscht Das Andere“ abgefeuert. Wie der Titel schon sagt, gab es sozialkritische, deutschsprachige Kost, die von Lukas (der hier mit Armin im Gegensatz zu DISTASTE die Plätze getauscht hat) wütend und hoch motiviert ins Publikum schmetterte. Songs wie „Gratisversand“ oder „Optimiert“ wurden von den Fans ebenso abgefeiert, wie die unterhaltsamen Ansagen von Entertainer Haidinger, der sich gleich mit „Seas, i bin da Andi Gabalier und i spü mein Grindcore, so wie i erm in da Volksschule glernt hob.“, gleich zu Beginn auffiel. Zwischendurch gab es auch sogenannten Werbepausen, die eigentlich nur 3 bis 5-sekündige Grind-Einlagen darstellten, dessen Text logischerweise kaum zu verstehen war. Zwei Songs vor Ende wollte dann aber die Bassdrum nicht mehr, denn Armin hatte diese mühelos durchgedroschen (was bei dem brutalen Stoff kaum verwunderte). Nach einem kurzen hin und her und einem „Pussy“ vom Sänger, wurde das Teil dann doch wieder zusammen-getaped und weiter ging es. Zum Glück, denn das Cover „Limit“ von DEICHKIND stach nochmal richtig gut hervor.





Setlist VOR DIE HUNDE:

Intro
Propaganda
Gib
Gratisversand
Werbe-Jingle I
Schwarz
Unter Mein Dach
Werbe-Jingle II
Optimiert
Werbe-Jingle III
Limit (DEICHKIND)
Gegen Anti
Subuntermensch
Orthogott
Veriert

Nach dem starken Krawall war es eigentlich eh gut, dass erstmal ein neues Fell „eingeflogen“ werden musste, damit DARKFALL überhaupt noch spielen konnten. Auch die Grazer Routiniers nahmen es gelassen und ließen sich auch nicht anmerken, dass es sie eventuell störte, ein kürzeres Set spielen zu müssen. Nach der längeren Pause ging es aber mit starkem Death Metal, wie wir ihn von der Truppe gewohnt sind, los und die Fans begaben sich ziemlich schnell wieder in den Saal um die paar Songs mit DARKFALL zu genießen. Überraschungen gab es keine größeren, dafür aber mehr als solide Kost und ein knackiges Set, das allen Awesenden spürbar Spaß machte. DARKFALL sind in Linz ja sowieso gern gesehene Gäste und darum kommen wir hier auch sicher noch öfter in den Genuss dieser Truppe.





Den Abschluss machten überraschend junge Kerle namens CHAINBREÄKER, die schon beim Soundcheck klar machten, womit wir es zu tun bekommen. Die Outfits, Gitarren und generell das Auftreten der jungen Linzer schrie ziemlich nach 80s Thrash und als der Frontmann noch verlangte, alles an Delay und Reverb auf den Gesang zu legen, war klar, dass hier Old-School das schlagende Argument sein wird. Energisch und spielfreudig hauten die Jungs auch gleich rein und mit dem extrem hohen Gesang kamen natürlich ziemlich schnell Truppen wie die EVIL INVADERS und eben so manch 80s Thrasher in den Sinn. Das war dermaßen kurzweilig und machte so Bock, dass die Leute sofort mitgingen und sich CHAINBREÄKER schon nach 2-3 Songs den Headliner-Posten mühelos verdienten.





Ein so abwechslungsreiches Programm im Underground ist natürlich mutig und ein kleines Risiko, doch das Shredfest hat es gewagt und damit auch gewonnen. So konnte an diesem starken Abend voller Metal „made in Austria“ definitiv keiner unzufrieden nach Hause gehen. Ganz im Gegenteil, die meisten verlangen nach mehr – und das bald!

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Beitrag vom 07.04.2019
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