UNEARTH   DARKEST HOUR   MISERY SIGNALS   MALEVOLENCE   GET THE SHOT  
01.04.2019 @ Arena

Das zweite Album von den Metalcore Veteranen UNEARTH, “The Oncoming Storm”, ist nicht nur ein Klassiker des Genres sondern auch bis dato eines meiner liebsten musikalischen Untermalungen für eine gepflegte Kraftkammer-Session. Mit der Tatsache, dass mit DARKEST HOUR dann auch noch ein mehr als attraktiver Co-Headliner am Start war, fiel die Entscheidung für einen Besuch in der Arena, auch an einem Montag, äußerst leicht.

Da an diesem Abend ja fünf Bands das Line-Up bildeten, ergab sich wieder einmal die feine Gelegenheit, das erste Afterwork-Bier in der großen Halle zu genießen. Für die erste Beschallung sorgte die Midtempo Hardcore Truppe GET THE SHOT, die mit ihrem schleppenden Sound angenehm an Bands wie CURSED erinnerten, und ein knackiges 20-Minuten Set hinlegten. Wie statisch aber die Performance der Band im Vergleich war zeigten die jungen Burschen von MALEVOLENCE auf, die mit ihrem etwas prolligen, aber mitreißenden und sehr metallischen Core für den ersten Circle-Pit des Abends sorgten und unter Beweis stellten, dass auch die junge Garde der Metalcore Bands durchaus wuchtige Argumente haben und das Genre alles andere als tot ist.

Ein Bier später folgte mit MISERY SIGNALS dann die melodischste Band des Abends. Wiedervereint mit dem Originalsänger Jesse Zaraska legte die Band einen soliden - aber so viel sei an dieser Stelle schon verraten - im Vergleich den schwächsten Auftritt aller Bands an diesem Abend hin. Abgefeiert wurden die Songs der Band dennoch.

Wie könnte es anders sein, als dass nun der Act mit dem härtesten Metaleinschlag folgen sollte; DARKEST HOUR, deren Alben “Hidden Hands Of A Sadist Nation” und “Undoing Ruin” absoluten Kultstatus genießen. Wie auch schon bei den Bands zuvor war vor allem die versprühte Spielfreude sowie der offensichtliche Spaß, den die Herren auf der Bühne hatten, beachtlich. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Funke schnell aufs Publikum übersprang und die Temperaturen in der Arena so langsam deutlich zu steigen begannen. Ein bisschen irritierend war aber schon, dass der DEAD KENNEDYS Klassiker „Nazi Punks Fuck Off”, der ja auch schon von NAPALM DEATH eine Veredelung erfahren hat, scheinbar vielen Anwesenden unbekannt gewesen zu sein schien.





Setlist DARKEST HOUR:

Knife In The Safe Room
Convalescence
In The Name Of Us All
Savor the Kill
The Sadist Nation
Rapture In Exile
Widowed
No God
Nazi Punks Fuck Off (DEAD KENNEDYs Cover)
With A Thousand Words To Say But One
Demon(s)
Tranquil


Nach diesen schweißtreibenden gut 40 Minuten, blieb nicht viel Zeit bis die ersten Takte von „Incinerate“ vom aktuellen UNEARTH Album „Extinction(s)“ erklangen und ziemlich bald war klar, warum das Quintett aus Boston, Massachusetts, den Ruf einer mehr als ausgezeichneten Liveband genießt. Denn wie wenig andere schaffen sie es die technische Versiertheit des Metals mit dem Livepunch des Hardcores in einer explosiven Melange zu vermengen ohne dabei auf eindeutige Messages zu verzichten. Kaum eine Band des Genres ist so offen politisch wie UNEARTH. Neben Tracks des erwähnten aktuellen Werks nahmen natürlich die Songs von „The Oncoming Storm“ einen beträchtlichen Teil des Sets ein, und alleine das Intro von Songs wie „The Lying World“ ließ die Arena erzittern, Körper zucken und Fäuste gen Himmel recken. Weiter ging es mit Klassikern wie „Giles“ oder den unumgänglichen „Zombie Autopilot“ bevor das Set in das grandiose „The Great Dividers“ gipfelte und als finale Message „United is the only way to stand“ ganz in klassischer Hardcore-Tradition in die Nacht hinausgebrüllt wurde.





Setlist UNEARTH:

Incinerate
Survivalist
This Lying World
Never Cease
Endless
Giles
Zombie Autopilot
Dust
Watch It Burn
My Will Be Done
The Great Dividers


Ein mehr als würdiger Abschluss eines feinen wie kurzweiligen Abends in der Arena, nur UNEARTHs „Black Hearts Now Reign“ wurde wohl nicht nur von mir schmerzlich vermisst.
www.arena.co.at

tsunemoto
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Beitrag vom 23.04.2019
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