DEFEATER   DEAD SWANS   SWAIN  
23.04.2019 @ Arena

In Sachen Hardcore bzw. Post-Hardcore hatte der April noch ein Gustostückerl parat. So machen DEFEATER im Zuge des anstehenden selbstbetitelten fünften Albums endlich wieder einmal Halt in Wien. Mit dabei die seit kurzem wiedervereinten DEAD SWANS und SWAIN. Die erste Band des Abends habe ich dann aber nur aus dem DreiRaum im Hintergrund mitgehört, da mir zu viele bekannte Gesichter und liebe Freunde über den Weg liefen, und es somit einiges zum Plaudern und Anstoßen gab.

Da die zweite Band des Abends schon vor mehr als zehn Jahren in der Hardcoreszene für Furore sorge, und nach der Auflösung 2013 seit 2016 zumindest live wieder aktiv ist, war die kleine Halle ordentlich gefüllt als DEAD SWANS mit ihrem deftigen Hardcore-Brocken im Stile von THE CARRIER loslegten. Die folgenden 25 Minuten gab es somit brutale, leicht metallisch angehauchten HC, der dem Publikum so einiges abverlangte. Und endlich einmal Songs wie „Keep Them Shut“ live zu hören war auch mehr als überfällig, dennoch wusste DEAD SWANS nicht über die ganze Spielzeit, trotz guter Livepräsenz, vollends zu überzeugen, zu eklektisch wirkte da teilweise die zu verschmelzenden musikalischen Zutaten.

Interessanterweise schienen die Engländer mehr Leute in die Arena gelockt zu haben, als der eigentliche Headliner dieses Dienstagabends. DEFEATER die seit 2008 in regelmäßigen Abständen mit großartigen Alben in Sachen energischen (Post-) Hardcore zu überzeugen weiß, und seit geraumer Zeit mit anderen Ostküstenbands wie LA DISPUTE, TOUCHE AMORE oder MODERN LIFE IS WAR in einem Atemzug genannt werden. Dass die Herrschaften aus Boston auch live eine ordentliche Bank sind, machte das Quintett spätestens mit dem Opener „Stale Smoke“ klar, nur um mit dem großartigen „Bastards“ vom „Letters Home“-Album die Anwesenden endgültig in der Hand zu haben. Das Publikum im Wien war zwar wie so oft nicht das bewegungsfreudigste, was zu den immer wiederkehrenden Aufforderungen von Sänger Derek Archambault führte, die Lücken vor der Bühne zu schließen, aber textsicher sind die Wiener*Innen auf alle Fälle. Homogen fügen sich die neuen Songs wie z.B. „Mother’s Son“ in die mit Bandklassikern wie „Dear Father“ oder „Empty Glass“ gespickte Setlist, welche in „The Red, White and Blues“ gipfelte. Wäre dies nicht schon der würdige Abschied für ein knackiges Set gewesen, ließen sich DEFEATER dann doch durch die heftigen wie lautstarken Forderungen des Publikums zu einer Zugabe überreden und rotzen mit „Cowardice“ einen fiesen Kracher vom Debüt „Travels“ heraus, um den Abend noch angemessener zu beenden.





Setlist DEFEATER:

Stale Smoke
Bastards
No Shame
December 1943
Spared In Hell
Divination
Dear Father
Mothers Son
Blessed Burden
Remorse
Empty Glass
The Red, White And Blues
-
Cowardice


Die Band aus Boston hat wieder einmal ihre Livequalitäten mehr als bestätigt und die Vorfreude auf das in Kürze erscheinende Album in doch beachtliche Höhen gesteigert.

www.bridge9.com/defeater

tsunemoto
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Beitrag vom 09.05.2019
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