IGNITE   VACUNT  
10.08.2019 @ Schl8hof

Mit Hardcore-Konzerten sind wir in Oberösterreich wahrlich nicht gesegnet, denn auch der HATEBREED Besuch im Posthof liegt schon wieder eine gefühlte Ewigkeit zurück, doch der Welser Sch8hof holte neben der Punklegende NOFX, die tags zuvor gastierten, mit IGNITE gleich einen Veteranen auf dem Feld und versprach mit lokalem Support, einen mehr als unterhaltsamen Abend.

Etwas verspätet, aber doch irgendwie rechtzeitig, zumindest für den Supporter VACUNT, erreichten wir den kultischen Schl8hof und kurz darauf legten die vier Linzer, die bereits seit 18 Jahren zusammen musizieren, wie Sänger Brucki später freudig verkündete, auch schon voll los. Zunächst aber komplett alleine, denn bevor man die ersten Töne vernahm, hörte man schon scherzhaft, dass die Band eh immer schon für Mixer und Licht-Techniker alleine spielen wollte. Daraufhin strömten die Zuschauer aber auch schon in den Saal. Dann wurde nicht lange gefackelt, sondern astreiner Punk mit gelegentlichen Hardcore-Einflüssen präsentiert. Zunächst gingen die vier Herren recht kompromisslos zu Werke, doch im Mittelteil wunderte sich Brucki öffentlich, aber auch offensichtlich scherzhaft, warum man denn hier als Support für die Melodic-Hardcore´ler gebucht wurde und kündigte ein paar melodischere Songs an. Die waren aber nicht minder fetzig und der Fronter machte während des kurzen Auftritts gefühlt 8 Kilometer Raum gut, sodass er nicht nur schon im ersten Track, Basser Gregor den Stecker zog, sondern sich auch bald seines Shirts entledigen musste und schnaufend weitere Ansagen machte. Drummer Sam hatte das Problem nicht, denn der nahm gar nicht erst ein Shirt mit auf die Bühne. Kurz, aber vor allem kurzweilig war der Auftritt der Herren von VACUNT, der zudem sehr abwechslungsreich tönte, die schon wunderbar für den Auftritt von IGNITE vorwärmten.





Eigentlich hätten nun PANICA, dessen Banner schon von Anfang an die Bühne zierte, die Bretter betreten müssen, doch IGNITE wollten ihre Show aus gutem Grund vorverlegen, wie wir später erfahren würden. Die Amis starteten somit schon um 21:30 und ließen ebenfalls nichts anbrennen und hauten gleich erste Hits namens „This Is A War“ und „Fear Is Our Tradition“ raus. Sichtlich gut gelaunt und motiviert führte Fronter Zoli durchs Set, gab sich aber um ein gutes Stück träger als sein Vorredner und seine Bandkollegen, die sich gut ins Zeug legten. Dafür war der Mann stimmlich bestens in Form. IGNITE hatten die Fans ja zehn Jahre auf die Folter gespannt, ehe man 2016 endlich das siebte Werk „A War Against You“ vorlegte und mühelos wieder begeistern konnte. Zwar ist das Teil schon wieder drei Jahre alt, von neuem Material war aber leider keine Rede. Macht nix, denn IGNITE haben auch so mehr als genug Hits und ein paar kleine Überraschungen mitgebracht. Zum einen wäre da „Slowdown“, das in einer wirklich unter die Haut gehende Akustik-Version vorgetragen wurde, zum anderen die beiden Cover-Songs „We´re Only Gonna Die“ von BAD RELIGION sowie die jetzt schon kultige Punk-Version von U2´s „Sunday Bloody Sunday“, das lautstark mitgesungen wurde. Generell gab sich das Publikum stimmgewaltig und tanzfreudig. Moshpits gab es natürlich auch genügend. Songs wie „Run“, „In Defense“ oder „Know Your History“ luden aber auch förmlich dazu ein. Zwischendurch kündigte man auch Klasiker vom 1995er Album „Family“ an und fragte das Publikum, wer denn erst nach `95 geboren sei, worauf sich einige Hände erhoben, worüber sich Gitarrist Brian Balchak sichtlich freute.





Zoli erzählte auch, dass man ziemlich im Tourstress wäre und darum immer mal wieder sich eine Auszeit nehmen sollte, woraufhin das erwähnte „Slowdown“ rausgehauen wurde. Jedenfalls scherzte er, dass ihr Booker wohl Darts auf einer Europakarte spielen und sie somit kreuz und quer unterwegs wären und morgen nach Finnland müssen. Außerdem war er sich nicht sicher, welcher Wochentag gerade ist. Aber so oder so gab die Truppe alles und verabschiedete sich nach knapp 80 Minuten Vollgas mit dem obligatorischen und mehr als fetzigen Rausschmeißer „Bleeding“, der nochmal lauthals mitgebrüllt wurde.





IGNITE überzeugten auf voller Linie und bewiesen einmal mehr, was sie für eine Live-Macht sind. Auch VACUNT konnten beim Publikum punkten. Im Schl8hof dürfen gerne öfter wieder Konzerte dieser Art ausgetragen werden und auch IGNITE sind mit – hoffentlich bald erscheinendem – neuem Album, aber eignetlich auch ohne, wieder herzlich eingeladen. Die anwesenden Zuschauer würden definitiv wieder kommen und sicher auch noch ein paar Freunde mitnehmen.



FOTOS + E-CARDS
igniteband.com

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Beitrag vom 13.08.2019
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