HAMMERFALL   BATTLE BEAST   SERIOUS BLACK  
22.02.2020 @ Gasometer

Die True Metal-Helden HAMMERFALL retteten in den 90ern nicht nur das gesamte Genre, wie sie selbst immer mal wieder gerne behaupten, sondern erleben heute ihren zweiten Frühling. Mit "Dominion" veröffentlichte man im letzten Jahr zudem ein gelungenes, neues Werk, das natürlich auch live gehört werden will. Zwar war die Show am Summer Breeze überaus fett und die neuen Tracks kamen schon dort, zeitgleich mit dem Release verdammt gut an, doch ein paar Schwierigkeiten waren dann doch zu sehen und hören, was aber auf dieser Tour offensichtlich kein Thema mehr war. Zunächst durfte aber die Supergroup SERIOUS BLACK, die aktuell nicht minder fleißig sind, den Abend eröffnen.

Die Jungs hatten in ihrer jungen Karriere bereits zahlreiche Besetzungswechsel und verschlissen namhafte Musiker, was aber im Review zum neuen Album "Suite 226", das natürlich an diesem Abend nur im Ansatz präsentiert wurde, ausführlich behandelt wurde und somit hier nicht mehr wichtig ist. Dennoch schaffte es die Kerntruppe, bestehend aus Sänger Urban Breed, Basser Mario Lochert und Gitarrist Dominik Sebastian, der an diesem Abend Heimvorteil genoss, ganze vier Alben auf dem Markt zu werfen und die Qualität sowie Tourfrequenz überraschend hoch zu halten.





Auch wenn die Truppe wegen des Bühnenaufbaus von HAMMERFALL nicht gerade viel Platz spendiert bekam, versuchten alle hier das meiste rauszuholen und so zeigten sich die drei Herren und ihre weiteren Mitstreiter Ramy Ali und Tour-Gitarrist Christian Münzner bewegeungsfreudig wie eh und je und posten was das Zeug hielt. Die Freude konnte man an ihren Gesichtern ablesen und Urban, der in Zylinder und Sonnenbrille die Bühne bestieg, bestätigte, wie glücklich man sei auch bei den Ansagen. Musikalisch arbeitete man sich quer durch die Setlist und gab einen abwechslungsreichen Mix zum Besten. Es wurde somit fleißig mitgesungen und das Gasometer füllte sich immer weiter. Vor allem das eingängige "Magic" animierte die Fans. Auch der neue Track "We Still Stand Tall" wurde bereits wunderbar aufgenommen und so verging die kurze Spielzeit von SERIOUS BLACK auch viel zu schnell.





Setlist SERIOUS BLACK:

(Temple Of The Sun)
Akhenaton
I Seek No Other Life
Mr. Nightmist
Serious Black Magic
We Still Stand Tall
High And Low
(As Daylight Breaks)


Als zweiter Anheizer des Tages durften BATTLE BEAST aus Finnland ran, mit ihrer quirligen Sängerin Noora Louhimo, die inzwischen auch schon wieder acht Jahre zur Band gehört. Mit wenig Platz auf der Bühne, dank des riesigen Aufbaus von HAMMERFALL, hielt sich der Bewegungsradius diesmal in Grenzen, doch das störte die sechs Musiker nicht und so wurde jede Minute des kurzen Sets ausgenutzt.
Die Frontdame erwischte wie gewohnt einen guten Tag sowohl gesanglich wie auch sportlich, wenn man sich die Moves anschaute, die Noora fabrizierte. Vom ersten Song „Unbroken“ an herrschte tolle Stimmung und BATTLE BEAST hatten die Meute fest im Griff.





Leider konzentrierte man sich ausschließlich auf Material der letzten beiden Alben „Bringer Of Pain“ und „No More Hollywood Endings“. Natürlich befinden sich auf diesen Veröffentlichungen durchaus feine Songs wie „Straight To The Heart“, dass Noora inbrünstig rausbrüllte, oder „King For A Day“, das vom Publikum lautstark mitgesungen wurde, doch etwas Geschichte hätte wohl nicht geschadet. Das gewaltige „Black Ninja" oder die Bandhymne schlechthin vom Debüt „Justice and Metal“ machen live einfach richtig Spaß. Doch das sind Beschwerden auf hohem Niveau, denn was die Nordländer ablieferten war sympathisch, routiniert und einfach souverän. BATTLE BEAST sind eine ausgezeichnete Live Truppe und konnten die Fans hervorragend anheizen für den eigentlichen Hauptakt.





Setlist BATTLE BEAST:

Unbroken
Familiar Hell
Straight To The Heart
The Hero
No More Hollywood Endings
Eden
King For A Day
Beyond The Burning Skies


Der sehr gelungene Bühnenaufbau im mittelalterlichen Stil mit jeder Menge Säulen und Aquädukten im Hintergrund und einem gewaltigen Hammerkopf mit diversen monströsen Ketten sorgte schon zu Beginn für die richtige Atmosphäre. Den Rest besorgte ACCEPT vom Band mit ihrem Klassiker „Balls To The Wall“ aus dem Jahr 1983, dass mehr als laut mitgesungen wurde. Eröffnet wurde das wunderbare Konzert würdig mit „Never Forgive, Never Forget“. Auch hier war das Publikum in der inzwischen sehr gut gefüllten Halle von Beginn an enthusiastisch, singfreudig und beweglich und „The Way Of The Warrior“ oder „Any Means Necessary” wurden lautstark mitgegröhlt.





Es ist inzwischen ein paar Jährchen her, seit sich HAMMERFALL das letzte Mal nach Wien verirrten und so war es kein Wunder, das sowohl Joacim Cans wie auch sein Kollege Oscar Dronjak mit seiner Gitarre in Hammer Optik ordentlich Gas gaben und einen fast perfekten Auftritt ablieferten. Fast perfekt, genau, denn auch hier kann man über die Songauswahl diskutieren. Joacim plauderte an diesem Abend gerne und ausführlich, so wurde nicht nur ein etwas verwirrter Fan auf die Schippe genommen, nein man erfuhr auch, das „Hallowed Be My Name“ der Lieblingssong des Sängers ist und viel zu lange nicht ins Live Set rutschte.
Bei dem zeitlosen Hit „Blood Bound“ wurde es noch um eine Spur lauter und auch „Redemption“ vom „Infected“ Album funktioniert live sehr gut. Oscar poste was das Zeug hält und auch die restliche Fraktion an den Äxten nutzte die zweistöckige Bühne ausgiebig. Bei „(We Make) Sweden Rock“ handelte sich Pontus Norgren 60 Sekunden bei seinem Chef heraus um die Leute mit einem Gitarrensolo zu erfreuen. Diese kleinen Scherze und Neckereien unter den Bandmitgliedern machen HAMMERFALL sympathisch und sorgten für eine Menge Lacher.





Brecher wie „Last Man Standing“ oder „Let The Hammer Fall“, das inzwischen schon über 20 Jahre am Buckel hat, gehören zu einer guten HAMMERFALL Show dazu wie das Amen im Gebet. Danach verabschiedete man sich kurz hinter die Bühne um zu testen wie laut die Anhänger den Bandnamen schreien können. Es folgte „Hammer High“ und das eine oder andere Singspielchen, das aber nicht langweilig wurde, da Joacim immer wieder Anekdoten aus der Historie einbaute. Auch die Erkenntnis, dass man inzwischen alt sei und einige Fans in der Halle noch gar nicht geboren waren als man 1997 die Karriere begann, sorgte für lautes Gelächter.





Der würdigen Abschluss gehörte „Hearts On Fire“, das an diesem feinen Abend wohl am lautesten mitgegröhlt wurde, ehe sich die Schweden sehr lange von den Besuchern verabschiedeten. Als Outro lief „Dreams Come True“ vom Band während man eifrig nach geworfenen Plektren suchte und auch fündig wurde.

Setlist HAMMERFALL:

Never Forgive, Never Forget
One Against The World
Heeding The Call
The Way Of The Warrior
Any Means Necessary
Hallowed Be My Name
Blood Bound
Redemption
Renegade Medley
The Dragon Lies Bleeding
Last Man Standing
Let The Hammer Fall
-
Hammer High
We Make Sweden Rock
Guitar Solo
Hearts On Fire
(Dreams Come True)

So endete ein toller Abend mit einem feinen Package aus drei Bands die alle zu überzeugen wussten. Hoffentlich lassen sich HAMMERFALL nicht wieder so lange Zeit, bis sie sich erneut in unsere Gefilde verirren.

www.hammerfall.net
www.battlebeast.fi
de-de.facebook.com/seriousblackofficial


FOTOS + E-CARDS


AndyVanHalen
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Beitrag vom 28.02.2020
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