TAISH    DEMOLITION   DREADFACE  
11.06.2000 @ Zu-Ga-Be

An diesem Pfingstsonntag verirrten sich leider verhältnismäßig wenige Leute in die Räumlichkeiten der Zu-ga-be in Wien. Wahrscheinlich auch deswegen, weil am Tag zuvor Slayer und Konsorten die Stadt unsicher machten und alle Metalfans ihre Knochen schonten. Gleich zu Beginn war die Band DREADFACE an der Reihe. Und die legte stimmungsmäßig auch gleich einiges vor. Die drei Burschen spielen einen Mix aus Motorhead und Sodom, der echt gut ankam. Mir waren sie bis dato unbekannt, umso größer war die Überraschung für mich, dass es doch auch noch eine Undergroundband in Wien gibt, die ich noch nicht kenne und gesehen habe. Die Songs waren gut einstudiert und auch der matte Bühnensound konnte der guten Laune nichts anhaben. Mit dem Sodom-Klassiker "Ausgebombt" endete die Show von DREADFACE. Danach waren sich alle einig: Dieser Gig war echt klasse!!! Als zweite Band des Abends betraten die Veteranen von DEMOLITION die Bretter, welche für manche die Welt bedeuten. Wer in den Genuß eines Konzertes dieser Partie kommt, wird ihn so schnell nicht vergessen. Eigentlich sollten sie mit bekannteren, größeren Bands und in größeren Locations spielen. Ich habe keine Ahnung warum DEMOLITION noch nicht den großen Durchbruch geschafft haben. Egal, an diesem Abend waren sie einfach nur perfekt. Eine knappe Stunde dauerte die Auswahl an Metalhämmern und einer war besser als der nächste. Natürlich merkte man hier, dass keine Anfänger am Werk waren. Präzise Soli und atemberaubende Riffs begeisterten die etwa 100 Fans. DEMOLITION ist definitiv eine Band, von der man noch viel hören und hoffentlich auch sehen wird. Und dann war es auch schon soweit. Der Headliner des Tages hieß TAISH und servierte grenzgeniale Melodiebögen und metallische Rhythmen, die ihresgleichen suchen. Die Songs waren teils altes, teils neues Material der sechs Virtuosen. Die neue CD "END OF THE TRAIL" ist jetzt auch endlich käuflich und TAISH zeigten den Grund, sich dieses Scheibchen zuzulegen. Harmonisches Zusammenspiel zwischen den beiden Gitarristen und dem Bass, untermalt von einigen Synthesizerklängen und den quirligen Drums, und ein Frontman, der diesem Stil die Krone aufsetzt, verzauberten das Publikum für eine dreiviertel Stunde. Die Band übte sich ebenso im Covern fremder Stücke und bot eine coole Version der "Adamsfamily" und ihre Interpretation des IN FLAMES-Evergreens "Artefacts Of The Black Arts". Um 0:30 entließen TAISH schließlich ihr Publikum und zum gelungenen Konzert prostete ich noch mit den Musikern zu Cappy und Wodka. Ein wirklich guter Event, nur mit Wiener Gruppen und, eine Feststellung mit Seltenheitswert, ohne einer einzigen Deathmetal Band im Programm.


Peter

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Beitrag vom 09.07.2000
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